Familien

Heirat und Ehegatten­splitting

Steuerlich kann sich nach der Hoch­zeit einiges ändern. Zum Beispiel verdoppelt sich der Grund­frei­betrag, sodass Paare derzeit erst ab 16 944 Euro Steuern zahlen müssen und nicht wie Unver­heiratete bereits ab 8 472 Euro. Ebenso verdoppelt sich der Sparerpausch­betrag auf 1 602 Euro. Viele können dank des Ehegatten­splittings Einkommensteuer sparen. Dann besteuert das Finanz­amt beide Einkommen gemein­sam.

Gerade wer sich erst zum Jahres­ende trauen lässt, sollte wissen: Den Splitting­tarif gibt es für das gesamte Jahr rück­wirkend. Grund­sätzlich lohnt sich das Ehegatten­splitting am meisten für diejenigen, die unterschiedlich viel verdienen. Junge Paare mit etwa gleich hohem Einkommen profitieren dagegen in deutlich geringerem Maße.

Beispiel: Julian und Nancy haben 2015 52 000 Euro und 56 000 Euro verdient. Nach der Hoch­zeit sparen sie deshalb nur 211 Euro plus Solidaritäts­zuschlag.

Tipp: Auch nach einer Trennung gilt der Splitting­tarif noch für das gesamte Jahr.

Es gibt auch Fälle, in denen sich trotz großer Einkommens­unterschiede getrennte Steuererklärungen lohnen. Deshalb ist es sinn­voll, jedes Jahr wieder aufs Neue zu prüfen, ob sich Eheleute nicht doch einzeln veranlagen sollten.

Beispiel: Paula und Anton lassen sich gemein­sam veranlagen. Paula verdient 50 000 Euro und Anton 30 000 Euro (zusammen 80 000 Euro). Anton will eine Zahn­arzt­rechnung von 3 000 Euro einreichen. Wenn sich die beiden gemein­sam veranlagen lassen, wirken sich die Kosten aber steuerlich nicht aus. Denn Anton muss einen Eigen­anteil von 6 Prozent aufbringen – das wären 4 800 Euro bei 80 000 Euro gemein­samem Einkommen.

Wenn sich die beiden aber diesmal einzeln veranlagen lassen, dann beträgt Antons Eigen­anteil nur noch 1 800 Euro (6 Prozent von 30 000 Euro) – und die Zahn­arzt­rechnung von 3 000 Euro würde seine Steuerlast senken.

Kinder­betreuung

Für Kinder unter 14 Jahren können Eltern bis zu 6 000 Euro Betreuungs­kosten angeben. Davon werden maximal zwei Drittel (also 4 000 Euro) anerkannt. Die Ausgaben etwa für Kita und Hort werden in der Anlage Kind einge­tragen.

Schulgeld und Ausbildung

Wer auf der Anlage Kind einen Antrag auf Sonder­ausgaben­abzug für Schulgeld stellt, kann sich so eine Steuer­begüns­tigung holen. Für erwachsene Kinder, die nicht bei den Eltern wohnen, gibt es zudem über den Ausbildungs­frei­betrag 924 Euro Abzug.

Kinder­frei­betrag

Wenn der Steuer­vorteil durch den Kinder­frei­betrag güns­tiger ist als das ausgezahlte Kinder­geld, gewährt das Finanz­amt einen Steuer­abzug. Besonders Besserverdiener können davon profitieren.

Wichtige Formulare

Im Haupt­vordruck (Mantelbogen) dürfen sowohl Ehepartner als auch einge­tragene Lebens­partner ein Kreuz für die Zusammen­ver­anlagung machen. Alternativ können sich die Paare steuerlich auch einzeln veranlagen lassen und etwa außergewöhnliche Belastungen und Sonder­ausgaben je zur Hälfte aufteilen. Für jedes Kind füllen Eltern eine eigene Anlage Kind aus.

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