Der Jahres­wechsel ist die Zeit der Feiern und Geschenke – aber auch der Ausgaben. Fällig werden jetzt oft hohe Jahres­rechnungen von Versicherungen. Im Januar ist das Konto dann leer. Warum sich also nicht einen Nach­mittag hinsetzen, Kassen­sturz machen, Belege sortieren, vielleicht Bögen ausfüllen und später ein paar Hundert Euro einstreichen? Finanztest hat viele geld­werte Tipps für den Steuercheck zum Jahres­ende zusammen­gestellt.

Für die Steuererklärung 2018 ist noch bis 31. Juli 2019 Zeit. Mehr zum Thema in unserem Special Steuertipps zum Jahresende 2018.

Belege prüfen, Ausgaben vorziehen, Fristen einhalten

Jetzt ist ein guter Zeit­punkt für einen Steuercheck: Viele können noch eine Steuererklärung für Vorjahre abgeben, einige dürfen wichtige Fristen nicht vergessen, wieder andere sollten die Haus­halts­planung besser früher als später erledigen. Wer kann, wer muss und wer sollte handeln?

  • Viele müssen zwar keine Steuererklärung machen, dürfen sie aber noch bis zum 31. Dezember freiwil­lig abgeben. Theoretisch sogar vier Erklärungen auf einen Schlag: für die Jahre 2012 bis 2015. Im Schnitt gibt es für Arbeitnehmer jedes Jahr gut 900 Euro zurück. Wer freiwil­lig seine Steuererklärung abgibt, kann nur gewinnen. Falls das Finanz­amt doch eine Nach­zahlung fordert, kann er die Steuererklärung zurück­ziehen.
  • Alle, die bereits an die Erklärung für 2016 denken, müssen sich fragen: Lohnt es sich, größere Ausgaben jetzt noch zu tätigen, oder sie aufs nächste Jahr zu verschieben? So gibt es etwa einen zusätzlichen Steuer­abzug für berufliche Ausgaben, sobald die Werbungs­kostenpauschale von 1 000 Euro über­schritten wird.
  • Dann gibt es noch Erledigungen, die nicht bis nach Weih­nachten warten können: Wer seiner Bank einen Frei­stellungs­auftrag für 2017 erteilen will, tut das besser bis Mitte Dezember. Wer dieses Jahr Verluste und Gewinne auf verschiedenen Konten einge­fahren hat, muss sich sogar bis dahin darum kümmern.

Belege sammeln

Um sich zu viel gezahlte Steuern zurück­zuholen, ist zunächst ein Über­blick über alle Ausgaben nötig und die Rechnungen müssen auf den Tisch. Oft gibt es viel zurück für Fahrt- und Reise­kosten, Hand­werker und Haus­halts­hilfen. Ebenso senken Krank­heits­kosten, Beiträge zur Kranken­versicherung und Riester-Beiträge die Steuerlast. Haus­besitzer und Mieter holen sich Geld für Reno­vierungen und Neben­kosten zurück. Viele wissen gar nicht, was alles Steuer­abzug bringt – selbst Betreuungs­kosten für den Hund zählen mit.

Steuerhelfer

Für die Steuererklärung stehen Steuer­daten bei der Finanz­verwaltung zum Abrufen bereit. Wie das geht, erklärt unser aktueller Artikel Mit Elster online schneller Geld zurückholen. Und Steuer­programme helfen für wenig Geld beim Ausfüllen (Test Online-Steuerprogramme). Hilfe gibt es auch bei Lohn­steuer­hilfe­ver­einen (der Dach­verband ist erreich­bar unter nvl.de) oder bei einem Steuerberater – der verlangt in der Regel aber deutlich mehr für seine Dienste.

Das bietet der Finanztest-Artikel

  • Hand­werker und Haus­halts­hilfe. Was ist steuer­begüns­tigt? Welche Regeln gelten für Arbeiten in Ferien­wohnungen oder Zweit­wohn­sitzen?
  • Gesundheit. Alles, was Sie zu Krank­heits­kosten, Pflege von Angehörigen und Unterhalt für Familien­mitglieder wissen müssen.
  • Arbeit. Geld­werte Tipps von Arbeitsweg bis Arbeits­zimmer, doppelte Haus­halts­führung, Weiterbildung...
  • Vorsorge und Versicherung. Welche Sonder­ausgaben erkennt das Finanz­amt an? Was gilt bei Riester- und Rürup-Verträgen?
  • Familie. Heirat, Kinder­betreuung, Schulgeld – wir erklären, welche Frei­beträge es gibt und welche Kosten Sie in der Steuererklärung geltend machen können.
  • Fristen. Wir sagen, bei welchen Themen sie wichtig sind, und bis wann die entsprechenden Anträge beim Finanz­amt einge­gangen sein müssen.
  • Formulare. Wir sagen, welcher Vordruck wofür wichtig ist und was jeweils einzutragen ist.
  • Tabelle. Sie zeigt am Beispiel der Steuererklärung für 2015, wie viel Ersparnis drin ist, wenn das Finanz­amt noch zusätzliche Ausgaben anerkennt.

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