Medizi­nische Versorgung und Unterhalt: Über­schreiten Sie Ihre zumut­bare Belastung?

Lohnt es sich, im Dezember die neue Brille zu kaufen oder besser im Januar? Das hängt davon ab, was sonst im Jahr 2013 angefallen ist.

Die Zahn­spange der Tochter, Medikamente für die Eltern, Zuzah­lungen für den Kranken­haus­auf­enthalt des Vaters: Gerade in Familien kommen schnell größere Summen für die medizi­nische Versorgung zusammen. Die Ausgaben muss jeder bis zu einer individuellen Grenze selbst tragen, das ist die „zumut­bare Belastung“. Jeder weitere Euro bringt als „außergewöhnliche Belastung“ Steuer­vorteile.

Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern hat im Jahr 2013 Einkünfte von 48 000 Euro. Für sie gilt eine zumut­bare Belastung von 3 Prozent (siehe Tabelle links). Das sind 1 440 Euro. Nun über­legt die Mutter, ob auch sie noch dieses Jahr ihre neue Brille kaufen soll.

Die Brille der Mutter wird mindestens 400 Euro kosten. Damit käme die Familie auf Gesamt­ausgaben von 1 650 Euro und läge 210 Euro über der zumut­baren Belastung (1 440 Euro). Diese 210 Euro wirken steuer­mindernd.

Tipp: Zu den außergewöhnlichen Belastungen zählen auch Ihre Unter­halts­zahlungen an bedürftige Angehörige. Das Finanz­amt erkennt sie unabhängig von Ihrem Einkommen ab dem ersten Euro bis zum Höchst­betrag von 8 004 Euro im Jahr an, wenn es regel­mäßige Zahlungen sind. Haben Sie den Höchst­betrag noch nicht ausgeschöpft, sollten Sie die nächste Zahlung vor Jahres­ende über­weisen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 26 Nutzer finden das hilfreich.