Schnell bis Silvester Fachbücher kaufen, den Hand­werker und den Zahn­ersatz bezahlen oder besser die Ausgaben verschieben? Steuerzahler können bis zum 31. Dezember 2011 einiges tun, um für dieses Jahr möglichst wenig Steuern zu zahlen oder sich schon Vorteile für 2012 zu sichern. Finanztest nennt die wichtigsten Tipps.

Zu diesem Thema bietet test.de ein aktuel­leres Special Steuertipps zum Jahresende.

Ausgaben bündeln

Vieles bringt erst im Bündel Steuer­abzug, zum Beispiel die Ausgaben für den Job. Arbeitnehmer müssen über 1 000 Euro im Jahr zusammen­bringen, damit sie mehr als den gerade erhöhten Arbeitnehmerpausch­betrag geltend machen können.

Beispiel: Ein Angestellter hat mit seinem Auto einen Unfall. Weil das auf dem Weg zur Arbeit passiert, zählen die Ausgaben für die Reparatur zu den Werbungs­kosten. Die Reparatur kostet 1 000 Euro, so viel bleibt bereits durch die Pauschale steuerfrei. Der Mann bekommt jedoch Steuern und Solidaritäts­zuschlag zurück, wenn er dem Finanz­amt außer der Reparatur weitere Werbungs­kosten auftischt.

Zusammen mit den Ausgaben für seinen Arbeitsweg (10 Kilo­meter einfache Wegstrecke x 220 Arbeits­tage x 0,30 Euro Entfernungs­pauschale) kommt er zum Beispiel auf 1 660 Euro Werbungs­kosten. Bei 40 000 Euro Einkommen erstattet das Finanz­amt inklusive Solidaritäts­zuschlag 250 Euro.

Ausgaben vorziehen

Haben Arbeitnehmer die 1 000-Euro-Hürde genommen, lohnt es sich auch, Jobkosten vorzuziehen. Über­weist unser Mann bis Silvester 1 000 Euro Kurs­gebühren für seine berufliche Weiterbildung im nächsten Jahr, steigert das seine Ersparnis von Steuern und Soli auf insgesamt 626 Euro. Für das Finanz­amt ist entscheidend, dass das Geld bis 31. Dezember über­wiesen ist. Wann der Angestellte die Weiterbildung besucht, ist für die Behörde egal.

Höchst­beträge ausnutzen

Die meisten Werbungs­kosten muss das Finanz­amt in unbe­grenzter Höhe akzeptieren. Die Kosten für ein Arbeits­zimmer zählen dagegen oft höchs­tens bis 1 250 Euro im Jahr. Nur wenn das Zimmer Mittel­punkt der gesamten beruflichen Tätig­keit ist, sind die Ausgaben unbe­grenzt anerkannt. Lehrer, Außen­dienstler und Angestellte, die sich fort­bilden, sind typische Fälle, die maximal 1 250 Euro im Jahr für ihr Zimmer absetzen können – und selbst das klappt nur, wenn sie für die Arbeiten, die sie darin erledigen, keinen anderen Arbeits­platz haben.

Beispiel: Ein angestellter Friseur nimmt über zwei Jahre neben seiner Arbeit an einem Meister­lehr­gang teil. An den Wochen­enden muss er zuhause lernen und nutzt dafür ein Arbeits­zimmer. Für die laufenden Kosten wie anteilige Miete und Hausrat­versicherung zahlt er 900 Euro im Jahr.

Nun will er sein Arbeits­zimmer, das früher ein Hobby­raum war, über Weih­nachten und im Januar­urlaub reno­vieren. Er hat noch 350 Euro Spielraum bis zum Höchst­betrag von 1 250 Euro. Nur so viel sollte er noch 2011 für Farbe und Tapete ausgeben. Den Rest sollte er erst im Januar kaufen, so dass er insgesamt 700 Euro – verteilt auf dieses und das nächste Jahr – für die Reno­vierung ausgeben kann. Kosten für die Einrichtung muss er in die Summe einkalkulieren, falls er noch neue Gardinen oder einen Teppich braucht. Außen vor bleiben allerdings Ausgaben für Arbeits­mittel wie einen Schreibtisch und einen Computer. Diese Kosten zählen immer ohne Ober­grenze.

Gleich weniger Steuern zahlen

Arbeitnehmer dürfen ihre Ausgaben lange vor der Steuererklärung an das Finanz­amt weiterreichen, indem sie sich jetzt dafür einen Frei­betrag auf ihrer Lohn­steuerkarte eintragen lassen. Dann zahlen sie bei der nächsten Gehalts­abrechnung im Dezember weniger Lohn­steuer. Dass ein Frei­betrag sie zur Steuererklärung verpflichtet, ist auch nicht weiter schlimm. Mit dem Antrag auf Lohn­steuerermäßigung haben sie schon mehr als die Hälfte der Arbeit dafür getan.

Chat: Steuertipps zum Jahres­ende

Noch Fragen zum Thema? Die Finanztest-Experten Aenne Riesen­berg und Michael Beumer standen Ihnen im Chat auf test.de Rede und Antwort. Hier können Sie das Chat-Protokoll nach­lesen.

Die 10 wichtigsten Steuertipps

Die vollständige Fassung des Artikels aus Finanztest enthält noch folgende 10 Tipps:

  • Tipp 1: Von Anspitzer bis Notebook – Jobkosten
  • Tipp 2: Erste Hilfe vom Finanz­amt – Krank­heits­kosten
  • Tipp 3: Reparatur und Tapeten­wechsel – Hand­werker und Helfer
  • Tipp 4: Fit ins Alter mit guter Vorsorge – Steuerliche Förderung
  • Tipp 5: Kinder­geld retten – Erwachsene Kinder
  • Tipp 6: Gut verteilen – Unter­halts­kosten
  • Tipp 7: Voll­treffer – Steuerklasse
  • Tipp 8: Im Vorteil – Steuerkarte 2011
  • Tipp 9: Ausgleichen – Geld­anlage
  • Tipp 10: Frist endet – Anträge

Dieser Artikel ist hilfreich. 657 Nutzer finden das hilfreich.