Steuern sparen 2021 Elf Steuertipps zum Jahres­ende

Steuern sparen 2021 - Elf Steuertipps zum Jahres­ende
Jahres­endspurt. Auf den letzten Metern noch an die Steuern denken, lohnt sich. © Getty Images

Bis Silvester Geld für Job, Gesundheit oder Hand­werker auszugeben, erhöht die Chance auf eine Steuererstattung. Wer jetzt die Weichen stellt, spart auch in 2022 Steuern.

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Auf den letzten Drücker Steuern sparen

Während der Weihnachts­zeit wollen viele einen Gang runter­schalten. Es lohnt sich aber, in Steuersachen noch einmal Gas zu geben. Durch cleveres Lenken von Ausgaben kurz vor dem Jahres­wechsel lassen sich einige Vorteile ausnutzen. Alle steuerlich anerkannten Posten, die bis Silvester bezahlt werden, können für 2021 einen Steuer­abzug bringen. Wer dagegen Höchst­beträge etwa für Kinder­betreuung oder Hand­werker bereits ausgeschöpft hat, sollte die Bezahlung weiterer Dienst­leistungen lieber aufschieben.

Recht­zeitig Anträge stellen und Bescheinigungen besorgen

Für einige Steuer­vorteile bedarf es eines Antrags: Um Frei­stellungs­aufträge, Verlust­bescheinigungen und um die freiwil­lige Steuererklärung für 2017 müssen sich Steuerzah­lerinnen und Steuerzahler jetzt schnell kümmern. Finanztest gibt elf Steuertipps zum Jahres­ende, mit denen das Sparen auf den letzten Drücker gelingt und die Aussichten für 2022 güns­tiger werden.

Unser Rat

Termine.
Um einige Steuerrabatte nutzen zu können, müssen Sie pünkt­lich sein. Wollen Sie etwa vom Finanz­amt Kapital­verluste mit Erträgen bei unterschiedlichen Depot­banken miteinander verrechnen lassen, müssen Sie bis zum 15. Dezember eine Verlust­bescheinigung bei der Bank beantragen.
Jobkosten.
Listen Sie alle Jobkosten auf und über­schlagen Sie die Summe. Bekommen Sie 2021 mehr als 1 000 Euro Werbungs­kosten zusammen, sparen Sie mit jeder Investition für die Arbeit weiter Steuern. Arbeits­mittel, die höchs­tens 800 Euro netto kosten, setzen Sie sofort ab. Ebenso digitale Arbeits­mittel wie einen PC: Ihre Nutzungs­dauer beträgt nur noch ein Jahr.
Steuerersparnis.
Wie viel Steuern können Sie noch mit zusätzlichen Ausgaben für Ihren Job sparen? Mit unserem Steuersparrechner können Sie das ermitteln. Ihre Werbungs­kosten wirken sich steuer­mindernd in der Erklärung des Jahres aus, in dem Sie diese bezahlen.
Artikel als PDF.
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Vorab ausrechnen, wie Ausgaben Steuern optimieren

Ob und wie viel Ersparnis drin ist, hängt vom Einkommen und Familien­stand ab. Ein Beispiel: Eine Allein­stehende, die 52 000 Euro steuer­pflichtiges Jahres­einkommen hat, spart 268 Euro Steuern, wenn sie mit Ausgaben für ihren Job die Werbungs­kostenpauschale in Höhe von 1 000 Euro um 680 Euro über­schreitet. Über­weist sie außerdem 500 Euro für die Weiterbildung, die sie im kommenden Jahr besuchen will, kann sie damit ihre Steuerlast um weitere 195 Euro senken.

Tipp: Wie viel Steuerersparnis Ihnen zusätzliche Jobkosten verschaffen, können Sie leicht mit unserem Steuersparrechner heraus­finden.

Tipp 1: Erklärung für Vorjahre einreichen

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Abgabe­frist. Wer seine Steuererklärung nicht machen muss, kann noch für 2017 abgeben. © Getty Images / EyeEm / Towfiqu Barbhuiya

Freiwil­lig Abge­benden bleiben vier Jahre nach Ende des jeweiligen Kalender­jahres, um mit dem Finanz­amt abzu­rechnen. Ihre Frist für die Steuererklärung ist deutlich länger als für alle, die zur Abgabe verpflichtet sind. Arbeitnehmer ohne weitere Neben­einkünfte können deshalb noch bis zum 31. Dezember 2021 ihre Steuererklärung für 2017 einreichen. Sie haben gute Aussichten, eine Steuererstattung raus­zuholen, da die Einkünfte aus diesem Jahr bereits durch den Lohn­abzug besteuert wurden. Jeder abge­setzte Posten korrigiert also die Steuerlast nach­träglich nach unten.

Tipp 2: Heiraten und vom Splitting profitieren

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Hoch­zeit. Ehepaare mit Einkommens­unterschieden sparen mit dem Splitting­tarif. © Getty Images / Dazeley

Alle, die ihre Heirat planen und sich noch vor dem Jahres­wechsel standes­amtlich trauen lassen, können für das gesamte Jahr 2021 rück­wirkend den Splitting­tarif geltend machen. Paare können sich vor allem dann eine Last-Minute-Steuerersparnis durch die Hochzeit sichern, wenn beide unterschiedlich viel verdienen. Durch das Splitting sparen sie umso stärker, je weiter ihre Einkommen voneinander abweichen und je höher der Steu­ersatz ist. Haben beide ein nahezu gleich hohes Einkommen, wirkt sich der Splitting­tarif dagegen kaum aus.

Versöhnung rettet Splitting­tarif

Es kriselt? Den Splitting­vorteil bekommen Verheiratete auch noch im Trennungs­jahr. Voraus­setzung ist, dass sie mindestens einen Tag im Jahr zusammen­gelebt haben. Auch wenn verkrachte Ehepaare sich um Versöhnung bemühen und nach einer Weile des Getrennt­lebens wieder zusammenziehen, gewährt das Finanz­amt erneut den Splitting­tarif. Unser Special Ehegattensplitting erklärt alle Steuertricks für Paare.

Tipp 3: Steuerklasse wechseln

Verheiratete prüfen, ob ihre Steuerklassen auch 2022 optimal sind. Sie können die III und V kombinieren oder beide Partner nehmen die IV oder IV plus Faktor. Durch den Faktor berück­sichtigt das Finanz­amt den Splitting­vorteil bereits während des Jahres.

Die richtige Kombination ist Geld wert, wenn ein Ehepartner Lohn­ersatz­leistungen erwartet, zum Beispiel Eltern-, Arbeits­losen- oder Kurz­arbeitergeld. Der Partner, der den Lohn­ersatz bekommt, sollte die Steuerklasse III wählen. Denn für die Höhe des Lohn­ersatzes ist das letzte Netto­einkommen maßgeblich. Dieses fällt in Steuerklasse III höher aus, weil weniger Steuern abgehen. Der Wechsel kann sich lohnen, selbst wenn dadurch der Besserverdienende die teure Klasse V erhält und mehr Lohn­steuer zahlen muss. Zu viel gezahlte Lohn­steuer lassen sich Paare später im Rahmen ihrer Steuererklärung erstatten.

Steuerklasse an Lebens­planung ausrichten

Ehepaare können seit 2020 ihre Steuerklassen so oft ändern, wie sie wollen. Für höheres Arbeits­losengeld ist entscheidend, dass die Steuerklasse III ab Januar wirk­sam ist. Denn hier kommt es auf die Steuerklasse an, die zu Jahres­beginn gültig ist.

Über einen Wechsel sollten auch Paare nach­denken, die sich ein Kind wünschen. Derjenige, der Eltern­geld bekommt, muss die Steuerklasse III recht­zeitig beim Finanz­amt beantragen. In der Regel sollte die Wahl sieben Monate vor dem Kalendermonat getroffen werden, in dem der sechs­wöchige Mutter­schutz vor der Geburt beginnen wird.

Tipp: Wie Sie Ihre Steuerklassen optimieren, können Sie mit dem Steuerrechner des Bundesfinanzministeriums vergleichen.

Tipp 4: Arbeits­mittel direkt absetzen

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Laptop. Digitale Arbeits­mittel dürfen im Jahr des Kaufs abge­setzt werden. © Getty Images / the burtons

Wer für die Arbeit lange Stre­cken pendelt, häufig verreist oder eine Zweit­wohnung am Arbeits­platz mietet, kann die entstandenen Kosten absetzen. Pauschal gewährt das Finanz­amt Arbeitnehme­rinnen und Arbeitnehmern 1 000 Euro als Werbungs­kosten. Häufig liegen die tatsäch­lichen Jobkosten aber höher. Jeder Euro, mit dem Angestellte über der Pauschale liegen, wirkt sich aus und verringert die Einkommensteuer.

Steuern sparen dank Ausgabenplanung

Das kann man ausnutzen, indem man Ausgaben für den Job zeitlich plant und eventuell vorzieht. Wer im nächsten Jahr etwa eine Fort­bildung besucht, kann diese jetzt bezahlen und für 2021 absetzen. Arbeits­mittel bis 800 Euro netto werden auf einen Schlag im Jahr des Kaufs abge­setzt. Bei teureren Gegen­ständen werden die Kosten auf die Jahre der voraus­sicht­lichen Nutzungs­dauer aufgeteilt.

PC, Drucker und Bild­schirm sofort absetzen

Ausgaben rund um den Arbeits­computer können jetzt unabhängig vom Rechnungs­betrag im Jahr des Kaufs komplett abge­setzt werden. Die Nutzungs­dauer von PCs, Peripheriegeräten wie Drucker und Monitore sowie Software wurde auf ein Jahr herab­gesetzt (BMF-Schreiben vom 26. Februar 2021, Computerhardware). Das bringt eine sofortige Steuerersparnis. Auf eine Aufteilung der Anschaffungs­kosten können Angestellte verzichten.

Ratgeber der Stiftung Warentest

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Welche Ausgaben Sie in Ihrer Steuererklärung angeben können und in welche Zeile und welches Formular Sie diese eintragen, zeigt unser Buch „Steuererklärung 2021/22 – Arbeitnehmer und Beamte“. Beispiele und ein Leitfaden für Elster führen einfach durch die Steuerformulare oder die Online-Steuererklärung. Das 272 Seiten starke Buch ist in unserem test.de/shop für 14,90 Euro erhältlich.

Tipp 5: Eigen­anteil knacken

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Sehhilfe. Private Zuzah­lungen zu Gesund­heits- und Krank­heits­kosten gehören in die Steuererklärung. © Getty Images / Ivan Kovbasniuk

Die Mutter braucht eine teure Zahn­krone, die Tochter bekommt eine Brille verordnet und mit dem Sohn geht es zur Kur – schnell kommen für die Gesundheit vierstel­lige Beträge im Jahr zusammen. Über­nehmen Krankenkasse oder Pflege­versicherung nur einen Teil der Kosten oder lehnen sie die Ausgaben komplett ab, bleiben Patienten auf ihnen sitzen. Steuerzahler können sie absetzen, sofern sie belegen können, dass Arzneien und Behand­lungen in der Höhe angemessen und medizi­nisch notwendig waren.

Eine zumut­bare Belastung müssen alle tragen

Für selbst getragene Krank­heits- und Gesund­heits­kosten gibt es jedoch noch eine weitere Hürde: Steuerzahlenden wird zugemutet, einen Teil ihrer Ausgaben selbst zu tragen. Wie hoch dieser Eigen­anteil ausfällt, richtet sich nach der Höhe des Gesamt­betrags der Einkünfte, dem Familien­stand und der Anzahl der Kinder. Erst wenn Gesund­heits­kosten die sogenannte zumut­bare Belastung über­schreiten, wirken sie sich steuer­mindernd aus.

Tipp: Wie hoch Ihre zumut­bare Belastung ausfällt, ermitteln Sie mit unserem Rechner für den Eigenanteil.

Diese Gesund­heits- und Krank­heits­kosten zählen

Damit sich der Eigen­anteil knacken lässt, sollten Steu­ersparer ihre Gesund­heits- und Pflege­kosten bündeln, etwa solche für ärzt­lich verordnete Arzneien, Hilfs­mittel und anerkannte Therapien. Das Finanz­amt akzeptiert mitunter auch Kosten für Kur, Reha, Psycho­therapie und nicht anerkannte Therapien – voraus­gesetzt, ein Amts­arzt oder der Medizi­nische Dienst der Krankenkassen hat dafür ein Attest ausgestellt. Was sonst noch alles zu den außergewöhnlichen Belastungen zählt und welche Nach­weise das Finanz­amt fordert, erklärt unser Special Außergewöhnliche Belastungen.

Wer knapp an der zumut­baren Belastung scheitert, kann zum Jahres­ende noch schnell einen Zahn­arzt­termin vereinbaren oder sich frei verkäufliche Medikamente auf Privatrezept verschreiben lassen und die Haus­halts­apotheke auffüllen.

Tipp 6: Pausch­betrag bei Behin­derung nutzen

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Handicap. Der Pausch­betrag soll Kosten ausgleichen, die wegen einer Behin­derung entstehen. © Getty Images / Trevor Williams

Auch Menschen mit einer Behin­derung können ihre Gesund­heits­kosten einzeln nach­weisen, müssen aber ebenfalls die zumut­bare Belastung einkalkulieren. Die Auflistung aller Kosten und den Eigen­anteil kann umgehen, wer statt­dessen den Behindertenpausch­betrag beantragt. Dieser deckt alle Kosten ab, die typisch für die Behin­derung sind und die regel­mäßig entstehen.

Grad der Behin­derung oder Schwerbehinderten­ausweis

Berechtigt ist, wer einen Bescheid des zuständigen Versorgungs­amtes oder ab einem Grad der Behin­derung (GdB) von 50 einen Schwerbehinderten­ausweis vorlegen kann. Den Pausch­betrag gibt es auch, wenn die Behin­derung erst während des Jahres eintritt oder wegfällt. Wer den Nach­weis noch bis Ende des Jahres beim Versorgungs­amt beantragt, sichert sich den vollen Steuer­vorteil rück­wirkend – selbst wenn der Bescheid vom Amt erst 2022 in der Post ist.

Pausch­betrag richtet sich nach Grad der Behin­derung

Die Höhe des Pausch­betrags ist abhängig vom Grad der Behin­derung. Liegt dieser bei 20, gibt es einen Pausch­betrag von 384 Euro, bei einem Grad von 60 bereits 1 440 Euro. Menschen mit einem Behin­derungs­grad von 100 stehen 2 840 Euro zu. Hilf­lose, blinde und taubblinde Menschen bekommen 7 400 Euro. Im Schwerbehinderten­ausweis müssen dafür die Merkmale „H“ (hilf­los) oder „Bl“ (blind) oder „TBl“ einge­tragen sein.

Einzelne außergewöhnliche Belastungen zusätzlich möglich

Einmalige oder besondere Aufwendungen wie für eine Kur, Krankheit oder eine Haus­halts­hilfe können Menschen mit Behin­derung zusätzlich zum Pausch­betrag als außergewöhnliche Belastung absetzen. Von solchen Kosten zieht das Finanz­amt wieder den Eigen­anteil ab. Noch mehr Steu­erspartipps für Menschen mit Behin­derung bietet unser Special bei Pflege und Behinderung.

Tipp 7: Spenden abziehen

Weihnachts­zeit ist Spenden­zeit. Viele gemeinnützige, kirchliche und mild­tätige Organisationen und Vereine sind auf Unterstüt­zung angewiesen. Gutes zu tun, rechnet sich auch steuerlich. Spende­rinnen und Spender können im Jahr bis zu 20 Prozent des Gesamt­betrags ihrer Einkünfte absetzen. Geht die Spendensumme darüber hinaus, wirkt sich der über­steigende Teil im Folge­jahr aus.

Tipp: Unser Spendenrechner ermittelt, wie viel Steuern sie mit Ihrer Unterstüt­zung sparen.

Einfacher Spenden­nach­weis bis 300 Euro

Spenden bis 300 Euro erkennt das Finanz­amt ohne Weiteres an. Für Nach­fragen muss der Über­weisungs­beleg aufbewahrt werden. Eine Spendenquittung benötigen Spende­rinnen und Spender erst bei Zuwendungen über 300 Euro.

Tipp 8: Verlust­bescheinigung beantragen

Verluste aus Wertpapieren verrechnet die Depot­bank auto­matisch mit Gewinnen aus Kapital­anlagen, gegebenenfalls erst in Folge­jahren. Anle­gerinnen und Anleger, die Geld bei mehreren Banken investiert haben und einen Verlust depot­über­greifend verrechnen möchten, müssen eine Verlust­bescheinigung einreichen. Dabei handelt es sich um eine Ergän­zung zur normalen Jahres­steuer­bescheinigung. Die Bescheinigung muss bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres bei der Bank ange­fordert werden, bei der der Verlust entstanden ist.

Depot­über­greifende Verrechnung beantragen

Anschließend beantragen die Sparer für die depot­über­greifende Verrechnung in der Anlage KAP ihrer Steuererklärung die „Über­prüfung des Steuer­einbe­halts“ und korrigieren ihre Kapital­erträge. Die Verlust­bescheinigung reichen sie mit ein, damit das Finanz­amt den Vorgang nach­voll­ziehen kann. Zu viel bezahlte Abgeltung­steuer gibt es so per Steuer­bescheid zurück.

Tipp 9: Steuerrabatt durch Hand­werker und Hilfen

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Maler. Wer noch vor Jahres­ende reno­vieren lässt, kann die Kosten gleich absetzen. © Getty Images / Sebastian Duda

Rechnungen für Hand­werker im Haushalt bringen Steuerrabatt, etwa wenn der Maler den Flur tapeziert, Fachleute Garten oder Bad erneuern oder die Heizung warten. Wird neuer Wohn­raum im Keller oder unterm Dach geschaffen oder die Terrasse vergrößert, zählt das auch – genau wie der Anbau eines Wintergartens oder Carports. Das Finanz­amt akzeptiert Lohn-, Fahrt- und Maschinen­kosten, die die Hand­werk­errechnung gesondert ausweist. Material­kosten zählen nicht.

Bis zu 1 200 Euro direkter Steuerrabatt sind drin

Ob Mieter oder Eigentümer: In der Steuererklärung können sie pro Jahr bis zu 6 000 Euro angeben. Es zählen auch Kosten für einen eigenen Haushalt in einem anderen EU-Land, Norwegen, Island und Liechten­stein, etwa Reno­vierungs­kosten für die selbst genutzte Ferien­wohnung in Spanien. 20 Prozent der Kosten – maximal 1 200 Euro – wirken sich aus und reduzieren direkt die Steuerschuld. Bedingung: Die Zahlung des Rechnungs­betrags erfolgte auf das Konto des Dienst­leisters und wurde nicht bar bezahlt.

Steuerersparnis richtet sich nach Zahlungs­zeit­punkt

Hand­werker sind aktuell schwer beschäftigt. Doch selbst wenn die Badsanierung erst 2022 fertig wird, kann sie jetzt schon einen Steuer­vorteil ermöglichen, etwa mit einer Abschlags­zahlung. Entscheidend für den Steuerrabatt ist der Zeit­punkt der Zahlung, nicht der der Rechnung. So lässt sich der Höchst­betrag noch 2021 ausschöpfen.

Tipp 10: Sonder­abschreibung für Vermieter

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Miet­wohnungen. Schaffen Vermieter neuen Wohn­raum, steht ihnen eine zusätzliche Abschreibung zu. © Getty Images

Wer in eine neue Miet­wohnung investiert oder im eigenen Haus neuen Wohn­raum zur Vermietung schafft, kann noch bis Jahres­ende die Weichen für eine spezielle Sonder­abschreibung stellen. Denn Voraus­setzung ist, dass der Bauantrag oder die Bauanzeige zwischen dem 31. August 2018 und Ende 2021 einge­reicht wird. Das Objekt muss zudem im Jahr der Anschaffung oder Herstellung plus weitere neun Jahre lang vermietet werden.

Höhere Abschreibung in den ersten vier Vermietungs­jahren

Eigentüme­rinnen und Eigentümer können dann in den ersten vier Jahren 5 Prozent Sonder­abschreibung für maximal 2 000 Euro Gebäude­kosten (ohne Grund­stück) pro Quadrat­meter Wohn­fläche absetzen – zusätzlich zur linearen Abschreibung (AfA) von 2 Prozent im Jahr. Allerdings dürfen sich die Baukosten (Herstellungs- und Anschaffungs­kosten) inklusive anteiliger Neben­kosten auf maximal 3 000 Euro pro Quadrat­meter belaufen (BMF-Schreiben vom 7. Juli 2020, Sonder­abschreibung).

Tipp: Wie viel die Extra-Abschreibung bringen kann, können Sie mit unserem Rechner So viel Rendite bringt der Kauf einer vermieteten Wohnung ermitteln.

Förderzeitraum begrenzt

Die Sonder­abschreibung gibt es für das Fertigstellungs­jahr und die folgenden drei Jahre. Ende 2026 ist definitiv Schluss, selbst wenn Vermiete­rinnen und Vermieter den Förderzeitraum von vier Jahren dann noch nicht ausgeschöpft haben. Dieses Risiko trifft vor allem Bauherren, die zwar recht­zeitig bis Ende 2021 eine Baugenehmigung beantragt haben, deren Objekt dann aber etwa erst im Jahr 2024 bezugs­fertig wird.

Tipp 11: Förderung für Alters­vorsorge

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Vorsorge. Geld fürs Alter zu sparen, kann sich auch steuerlich lohnen. © Getty Images / Shaun Lombard

Steuerzah­lerinnen und Steuerzahler mit Riester-Vertrag sollten prüfen, ob sie 2021 bereits den Mindest­beitrag für die volle Zulage vom Staat erreicht haben. Falls nicht, stocken sie den Beitrag bis zum Jahres­ende auf, um die vollen Zulagen zu erhalten. Jede Sparerin und jeder Sparer erhält bis zu 175 Euro Zulage. Für vor 2008 geborene Kinder kommen 185 Euro hinzu, für ab 2008 geborene je 300 Euro. Für die vollen Zulagen müssen Sparer inklusive der Zulagen vom Staat mindestens 4 Prozent ihres renten­versicherungs­pflichtigen Einkommens über­weisen – maximal 2 100 Euro. Entscheidend ist das Gehalt aus dem Vorjahr, also 2020.

Finanz­amt gewährt Zulagen oder Sonder­ausgaben­abzug

Außerdem beantragen Riester-Sparer jähr­lich in der Anlage AV ihrer Steuererklärung den Steuer­abzug. Dann vergleicht das Finanz­amt, was güns­tiger ausfällt: die Zulagen oder der Sonder­ausgaben­abzug, der sich aus den Riester-Beiträgen ergibt. Ist der Steuer­vorteil höher als die Zulagen, erstattet das Finanz­amt die Differenz.

Mit betrieblicher Alters­vorsorge vorsorgen und Steuern sparen

Auch Alters­vorsorge über den Arbeit­geber ist begüns­tigt. Beiträge bis zu 3 408 Euro sind 2021 sozial­abgabenfrei und Beiträge bis zu 6 816 Euro steuerfrei. Damit es sich lohnt, sollte der Chef 20 Prozent der Beiträge drauf­legen. An neuen Verträgen muss er sich ohnehin mit 15 Prozent beteiligen – voraus­gesetzt, er spart auch Sozial­abgaben.

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