Jetzt noch Steuern für das Jahr 2019 sparen? Wir zeigen, welche Möglich­keiten Steuerzahler haben.

Ein Endspurt bis Silvester kann manchem Steuerzahler noch ein Geschenk vom Finanz­amt bescheren. Steuerlich kommt es darauf an, verschiedene Posten wie teuren Zahn­ersatz, Ausgaben für Hand­werker oder die Karriere voraus­schauend auf ihre steuerliche Wirkung zu prüfen und das Geld zum richtigen Zeit­punkt auszugeben. Mit unseren zwölf Steuertipps kann jeder Geld sparen.

Kosten bündeln, vorziehen oder verschieben?

Zunächst sollte sich jeder fragen, welche Posten bisher einen Steuer­abzug für 2019 bringen. Dann ist klar, ob es lohnt, die Kosten zu bündeln, sie vorzuziehen oder zu verschieben – etwa für eine neue Brille oder einen Laptop oder für die Reno­vierung der Wohnung. Wichtig ist: Nur das, was 2019 bezahlt wird, zählt bei der Steuer­abrechnung für 2019. Wer also Posten für 2019 absetzen will, muss sie auch in diesem Jahr bezahlen.

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1. Mit hohen Jobkosten jetzt die 1 000-Euro-Pauschale knacken

Arbeitnehmer sollten ihre Jobkosten über­schlagen. Kommen sie über die Werbungs­kostenpauschale von 1 000 Euro? Dann lohnt es, bis zum Jahres­ende Geld für weitere Werbungs­kosten auszugeben.

Die 1 000-Euro-Hürde nimmt bereits, wer mindestens 15 Kilo­meter zur Arbeit fährt. Bei 230 Arbeits­tagen im Jahr kommen schon 1 035 Euro zusammen.

Was? Es zählen alle Ausgaben, etwa solche für die Weiterbildung und für Arbeits­mittel.

Wie viel? Ein Arbeits­mittel wie ein Smartphone, PC, Schreibtisch, Bücher­regal, das nicht teurer als 952 Euro ist (inklusive Mehr­wert­steuer), bringt sofort Steuer­abzug. Nur wenn es mehr kostet, muss der Preis über mehrere Jahre verteilt abge­schrieben werden.

Für wen? Jeder kann Werbungs­kosten für den derzeitigen oder künftigen Job absetzen.

Bedingung. Die Ausgaben müssen beruflich bedingt entstehen.

Beispiel Eva Ritter fährt 13 Kilo­meter von zu Hause ins Büro. Dafür kann sie 897 Euro Pend­lerpauschale abrechnen: 13 Entfernungs­kilometer × 230 Tage × 0,30 Euro. Zudem kommt sie auf 432 Euro Reise­kosten, 139 Euro Gewerk­schafts­beitrag und 16 Euro für die Konto­führung. Macht zusammen 1 484 Euro.

Da lohnen sich weitere Jobkosten: Ritter will eine Weiterbildung für 800 Euro buchen und ein Tablet für 750 Euro kaufen. Bezahlt sie beides 2019, bringen ihr die 1 550 Euro Ausgaben bei 25 Prozent Grenz­steu­ersatz zusätzlich rund 388 Euro Steuerersparnis.

Tipp: Über­schlagen Sie Ihre Ersparnis mit unserem Online-Steuerrechner oder nutzen Sie die Tabelle ganz unten.

Unser Rat

Clever planen. Haben Sie den Steuerbonus von 1 200 Euro für Hand­werk­erarbeiten im Haushalt 2019 noch nicht ausgeschöpft? Dann lohnt es, den Bonus noch bis Silvester einzulösen. Steuerlich zählen die Ausgaben in dem Jahr, in dem Sie diese bezahlt haben.

1000-Euro-Pauschale knacken. Kommen Sie als Arbeitnehmer über die 1000-Euro-Pauschale für Jobkosten in diesem Jahr? Dann bringen Ihnen alle weiteren Werbungs­kosten eine Steuerersparnis. Ein Arbeits­mittel wie ein PC, das nicht mehr als 952 Euro brutto kostet, können Sie sofort absetzen.

So viel ist drin. Wie viel Steuern sparen jetzt noch Ausgaben? Sie ermitteln das mit unserem Online-Steuerrechner oder nutzen die Tabelle ganz unten.

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2. Als Ehepaar Steuerklassen voraus­schauend optimieren

Familien­zuwachs ist geplant? Wird der Kinder­wunsch konkret, sollten werdende Eltern ihre Steuerklassen optimieren. Kombinieren sie recht­zeitig die Steuerklassen richtig, können sie sich maximales Eltern­geld sichern. Denn für die Höhe des Lohn­ersatzes ist das letzte Netto­einkommen maßgeblich. Auch wenn Arbeits­losig­keit droht, ist es sinn­voll, die Steuerklassen zu prüfen.

Was? Derjenige, der später Eltern- oder Arbeits­losengeld bekommt, sollte die Steuerklasse III haben. Damit fällt der Lohn­ersatz am höchsten aus. Auch wenn der Partner, der besser verdient, dann die teure Klasse V erhält und mehr Lohn­steuer zahlt, kann der Wechsel lohnen. Die zu viel gezahlte Lohn­steuer gibt es nach der Steuererklärung zurück.

Wie viel? Das Eltern­geld errechnet sich aus dem Netto­einkommen vor der Geburt und das ist in der Steuerklasse III am höchsten.

Für wen? Ehe- und einge­tragene Lebens­partner können in der Regel ihre Steuerklasse einmal im Jahr bis 30. November ändern.

Bedingung. Wenn Mütter hohes Elterngeld nach Steuerklasse III wollen, müssen sie den Wechsel in die Steuerklasse III in der Regel sieben Monate vor dem Kalendermonat beim Finanz­amt beantragt haben, in dem ihr sechs­wöchiger Mutter­schutz vor der Geburt beginnen wird. Sobald das Ehepaar von der Schwangerschaft weiß, ist also Eile geboten. Ansonsten ist für den Lohn­ersatz die Steuerklasse entscheidend, die zu Jahres­beginn gültig ist. Der Wechsel muss beim Finanz­amt beantragt werden.

Tipp: Haben Sie als Allein­erziehende bisher die Klasse I? Dann sollten Sie die güns­tigere II nehmen, wenn zum Haushalt kein anderer Erwachsener gehört. Erwachsene Kinder, für die es Kinder­geld gibt, gefährden die II nicht.

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3. Zusätzliches Weihnachts­geld durch Frei­beträge erhalten

Das Netto­gehalt im Dezember kann steigern, wer für seine Ausgaben Frei­beträge beim Finanz­amt bis Ende November beantragt.

Was? Durch zusätzliche Frei­beträge sinkt die fällige Lohn­steuer und das Netto steigt.

Wie viel? Frei­beträge für 2019 wirken sich auf einen Schlag aufs Dezem­bergehalt aus.

Bedingung. Für Werbungs­kosten wie Fahrt- oder Reise­kosten, Arbeits­zimmer über dem 1 000-Euro-Pausch­betrag oder Sonder­ausgaben wie Spenden und außergewöhnliche Belastungen wie Krank­heits­kosten bleibt der Lohn steuerfrei, wenn 2019 wenigs­tens 600 Euro zusammen­kommen. Anders bei Ausgaben für Hilfen im Haushalt, Hand­werk­erkosten und Behindertenpausch­beträge. Sie zählen ohne Grenze.

Beispiel Nina Wild beantragt im November für ihre Wege zur Arbeit, Reise­kosten und Sonder­ausgaben 2 600 Euro Frei­betrag. Die Wirt­schafts­mathematikerin, die 6 800 Euro im Monat brutto hat, spart dadurch im Dezember rund 1 021 Euro Lohn­steuer und Soli.

Tipp: Das höhere Netto­gehalt kann auch Plus beim Eltern­geld oder anderem Lohn­ersatz bringen. Die Frei­beträge können Sie gleich für zwei Kalender­jahre beantragen. Formulare gibt es zum Download (formulare-bfinv.de).

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4. Das Zuhause von Profis noch verschönern lassen

Bis Neujahr Wohnung und Garten von Hand­werkern verschönern zu lassen, kann bis zu 1 200 Euro im Jahr Steuern sparen.

Was? Rechnungen für Hand­werk­erarbeiten im Haushalt sind begüns­tigt – etwa wenn der Maler reno­viert, Fachleute Garten oder Bad erneuern, sie neuen Wohn­raum im Keller oder unterm Dach schaffen oder die Terrasse vergrößern. Selbst der Anbau eines Wintergartens oder Carports zählt.

Wie viel? Jeder Haushalt kann bis zu 6 000 Euro pro Jahr geltend machen. 20 Prozent von den Lohn-, Fahrt- und Maschinen­kosten – maximal 1 200 Euro – gehen direkt von der Steuerschuld ab. Material­kosten zählen nicht.

Für wen? Mieter und Wohnungs­eigentümer können Rechnungen und anteilige Kosten für ihre Haushalte absetzen – auch für die selbst genutzte Ferien­wohnung in einem EU-Land, Norwegen, Island und Liechten­stein. Es zählen auch Kosten, die Eltern für ihr Kind begleichen, für das sie eine Wohnung gemietet haben.

Bedingung. Die Rechnung muss per Über­weisung bezahlt werden. Bargeld zählt nicht.

Beispiel Lisa Main will sich ihre Traumküche für 35 000 Euro einbauen lassen. Der Arbeits­lohn kostet inklusive Mehr­wert­steuer 8 500 Euro. Weil sich die Arbeiten über den Jahres­wechsel 2019/2020 hinziehen werden, vereinbart sie für Dezember 2019 eine Abschlags­zahlung von 6 000 Euro. Die restlichen 2 500 Euro zahlt sie im Januar. Die Frau erhält über ihre Steuererklärung 2019 für die Arbeiten 1 200 Euro Steuern plus Soli zurück und im Jahr 2020 weitere 500 Euro.

Tipp: Wollen Sie Kosten für 2019 abrechnen, zahlen Sie 2019. Entscheidend ist das Datum der Zahlung, nicht das der Rechnung.

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5. Bis Silvester noch zum Standes­amt gehen

Wer den Partner fürs Leben gefunden hat und bald heiraten will, sollte nicht bis zum nächsten Jahr warten. Denn es winkt oft ein erkleck­licher Steuerbonus.

Was? Eine Hoch­zeit bis Silvester bringt den Splitting­tarif für Ehepaare für das ganze Jahr, selbst wenn das Paar nur einen Tag im Jahr verheiratet war.

Wie viel? Je weiter die Einkommen der Partner voneinander entfernt sind und je höher der Steu­ersatz ist, umso höher ist der Steuer­vorteil. Bei nahezu gleich hohen Einkommen gibt es kaum einen Vorteil.

Beispiel Leo zahlt auf 30 000 Euro zu versteuerndes Einkommen als Single 5 565 Euro Einkommensteuer und Soli. Mira hat 50 000 Euro Einkommen und zahlt 12 971 Euro. Heiraten die beiden, fallen für 80 000 Euro Einkommen nach dem Splitting­tarif 18 081 Euro Einkommensteuer und Soli an. Das frisch­vermählte Paar zahlt 456 weniger Steuern im Jahr als vorher. Würde Leo 20 000 Euro und Mira 60 000 Euro Einkommen haben, betrüge der Vorteil schon 1 788 Euro.

Tipp: Sie haben sich 2018 getrennt und 2019 wieder versöhnt? Ausnahms­weise gibt es den güns­tigen Splitting­tarif auch noch nach dem Trennungs­jahr, wenn Sie wieder zusammenziehen und sich ernst­haft versöhnen wollen. Das gilt selbst dann, wenn Sie nur einen Tag im Versöhnungs­jahr zusammenlebten.

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6. Spielräume der geförderten Alters­vorsorge nutzen

Viele Riester-Sparer verschenken Geld, weil sie nicht den Mindest­beitrag für die volle Zulage vom Staat einzahlen. Dabei sorgt gerade der Zuschuss beim Riestern für Rendite.

Was? Riester-Sparer erhalten jedes Jahr Zulagen vom Staat oder einen Sonder­ausgaben­abzug für Beiträge inklusive der Zulagen bis zu 2 100 Euro im Jahr, wenn die Steuerersparnis mehr bringt als die Zulagen.

Wie viel? Jeder Sparer erhält bis zu 175 Euro Zulage und für vor 2008 geborene Kinder 185 Euro, für ab 2008 geborene je 300 Euro.

Für wen? Riester-Sparer sollten prüfen, ob sie für die vollen Zulagen ihren Beitrag bis zum Jahres­ende aufstocken müssen.

Bedingung. Für die vollen Zulagen müssen Sparer inklusive der Zulagen vom Staat mindestens 4 Prozent ihres renten­versicherungs­pflichtigen Einkommens über­weisen – maximal 2 100 Euro. Entscheidend ist das Gehalt aus dem Vorjahr.

Beispiel Ein Single mit 55 000 Euro Brutto­gehalt 2018 zahlt 2019 die maximale Sparrate von 1 925 Euro plus 175 Euro Zulage ein. Er bekommt rund 630 Euro zusätzlich vom Finanz­amt nach der Steuererklärung für 2019 erstattet.*

Tipp: Auch ein Alters­vorsorgever­trag über Ihren Arbeit­geber ist begüns­tigt. Beiträge bis zu 3 216 Euro sind 2019 sozial­abgabenfrei, Beiträge bis zu 6 432 Euro steuerfrei. Damit es sich lohnt, sollte der Chef 20 Prozent der Beiträge drauf­legen. 15 Prozent muss er bei Neuverträgen ohnehin über­nehmen.

*Korrigiert am 14. November 2019

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7. Gutes tun und für einen guten Zweck spenden

Weih­nachten spenden viele für einen guten Zweck. Das zählt auch steuerlich.

Was? Spenden an gemeinnützige, kirchliche oder mild­tätige Organisationen und Vereine im Inland sind steuerlich begüns­tigt.

Wie viel? Spender können bis zu 20 Prozent des Gesamt­betrags ihrer Einkünfte in der Steuererklärung geltend machen.

Bedingung. Die Organisation muss durch einen Frei­stellungs­bescheid des Finanz­amts begüns­tigt sein. Bei Spenden an eine Organisation in einem EU- oder EWR-Staat muss der Empfänger mit einer im Inland begüns­tigten Körperschaft vergleich­bar sein und die Spende das Ansehen Deutsch­lands im Ausland fördern. Ob das der Fall ist, sollten Spender vorher mit dem Finanz­amt klären.

Beispiel Elke Schuh spendet an den städtischen Kinder­club e. V. Spielsachen im Wert von 200 Euro und 120 Euro an Unicef. Bei einem persönlichen Grenz­steu­ersatz von 36 Prozent spart sie rund 115 Euro Einkommensteuer plus Soli.

Tipp: Kleinere Spenden bis 200 Euro erkennt das Finanz­amt ohne Spendenquittung an. Der Konto­auszug genügt. Es zählen sowohl Geld­spenden als auch Sach­spenden. Spenden Sie neue Kleidung, Spielzeug oder Musik­instru­mente, setzen Sie den Rechnungs­preis an. Bei älteren Sachen nehmen Sie den Markt­wert, den Sie für vergleich­bare Dinge erzielen.

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8. Ausgaben für die Gesundheit in einem Jahr bündeln

Der Eigen­anteil für Zahnimplantate, Augen­lasik, teure Brillen und Kuren ist in der Summe oft fünf­stel­lig. Da ist es gut, wenn sich das Finanz­amt daran beteiligt.

Was? Krank­heits­kosten zählen als außergewöhnliche Belastungen.

Wie viel? Steuerlich wirken sich alle Kosten über dem zumut­baren Eigen­anteil aus, die jeder je nach Einkünften, Familien­stand und Kinder­zahl selber tragen muss.

Bedingung. Anerkannt sind Gesund­heits- und Pflege­kosten, die medizi­nisch notwendig sind. Das sind Arzneien, Hilfs­mittel und anerkannte Therapien, die vom Arzt verordnet sind. Kosten für Kur, Reha, Psycho­therapie und nicht anerkannte Therapien müssen vom Amts­arzt oder dem Medizi­nischen Dienst der Krankenkassen attestiert sein.

Beispiel Familie Huber mit zwei Kindern sortiert ihre Rechnungen und stellt fest, dass sie 2019 bereits 1 700 Euro für Behand­lungen selbst bezahlen musste. Ihre zumut­bare Belastung beträgt 1 346 Euro bei 50 000 Euro Einkünften. Lässt sich Frau Huber im Dezember ein Zahnimplantat einsetzen, zu dem sie 700 Euro zuzahlen muss, kommt die Familie insgesamt auf 2 400 Euro Ausgaben. Davon kann sie 1 054 Euro als außergewöhnliche Belastung abziehen. Das bringt der Familie inklusive Soli rund 319 Euro Steuer­nach­lass.

Rechner Wie hoch Ihre zumut­bare Belastung ist, können Sie mit unserem Online­rechner ermitteln:

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9. Als Ehepartner den Alters­entlastungs­betrag verdoppeln

Einen Alters­vorteil haben Menschen, die am 1. Januar 2019 mindestens 64 Jahre waren.

Was? Sie erhalten auf voll steuer­pflichtige Einkünfte wie Arbeits­lohn, Mieten und Kapital­erträge – also nicht auf gesetzliche Renten – einen Alters­entlastungs­betrag.

Wie viel? Je nach Geburts­jahr gibt es maximal 836 Euro bis 1 900 Euro Frei­betrag.

Bedingung. Erreicht nur ein Ehepartner die Alters­grenze (Geburt vor 2. Januar 1955), sollten ihm die Einkünfte zustehen, um die Entlastung zu nutzen. Steht beiden Part­nern die Entlastung zu, sollten sie ihre Einkünfte so verteilen, dass beide den Abzug nutzen.

Beispiel Ein Rentner (Jahr­gang 1954) erhält mehr als 10 000 Euro Zinsen und Dividenden im Jahr. Er über­trägt die Hälfte seines Depots auf seine Frau (Jahr­gang 1954). Jetzt können beide 836 Euro Alters­entlastungs­betrag nutzen. Im güns­tigsten Fall spart jeder 220 Euro Abgeltung­steuer und Soli.

Tipp: Sie müssen alle Kapital­erträge in Ihrer Anlage KAP zur Steuererklärung angeben und die Güns­tiger­prüfung beantragen. Den Alters­entlastungs­betrag berück­sichtigt das Amt im Steuer­bescheid dann von sich aus.

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10. Sparer verteilen ihre Frei­stellungs­aufträge optimal

Ende des Jahres erhalten Sparer oft Zinsen. Sie sind neben Dividenden und Kurs­gewinnen bis zu 801 Euro im Jahr für jeden steuerfrei.

Was? Damit sie nicht zu viel Abgeltung­steuer zahlen, sollten sie ihre Frei­stellungs­aufträge prüfen und wenn nötig anpassen.

Wie viel? Jeder kann Erträge maximal bis zum Sparerpausch­betrag von 801 Euro (Ehepaare 1 602 Euro) im Jahr steuerfrei stellen.

Bedingung. Bei den Geld­instituten müssen die Frei­stellungs­aufträge erteilt werden.

Beispiel Ein Anleger hat bei Bank A mehr als 801 Euro Zinsen steuerfrei gestellt. Da er aber bei Bank A nur 300 Euro Zinsen bekommt, ändert er den Frei­stellungs­auftrag auf 300 Euro. Bei Bank B erteilt er für die restlichen 501 Euro einen Frei­stellungs­auftrag, um dort 501 Euro Zinsen, Dividenden und Kurs­gewinne steuerfrei vom Geld­institut zu erhalten.

Tipp: Mindestens einmal im Jahr sollten Sie prüfen, ob Ihre Frei­stellungs­aufträge gut verteilt sind. Das erspart Ihnen später die Anlage KAP der Steuererklärung, um sich die zu viel bezahlte Abgeltung­steuer zurück­zuholen.

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11. Vermieter optimieren ihre Ausgaben für die Immobilie

Vermieter können steuerlich gestalten: Lohnt es sich, bis Silvester die Miet­wohnungen zu sanieren und die Kosten sofort abzu­setzen, oder ist es besser, die Ausgaben zu verteilen?

Was? Investitions­kosten mindern als Werbungs­kosten die Miet­einnahmen.

Wie viel? Vermieter können Kosten für die Modernisierung oder Sanierung sofort absetzen oder auf zwei bis fünf Jahre verteilen. Das Verteilen lohnt sich, wenn sie auch künftig mit hoher Steuerlast rechnen.

Beispiel Ein Ehepaar mit 70 000 Euro zu versteuerndem Einkommen hat für 15 000 Euro Fassade und Heizung ihrer vermieteten Immobilie saniert. Wählt es den Sofort­abzug, sinkt die Steuer inklusive Soli um 4 956 Euro. Besser, das Paar verteilt die Kosten auf drei Jahre. Dann spart es rund 171 Euro mehr.

Tipp: Haben Sie gerade erst gekauft, darf in den ersten drei Jahren die Instandhaltung nicht teurer sein als 15 Prozent der Anschaffungs­kosten des Gebäudes. Sonst können Sie die Kosten nicht sofort voll absetzen, sondern müssen sie über 50 Jahre verteilen.

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12. Neue Sonder­abschreibung für Miet­neubau nutzen

Wer als Eigentümer eine Neubau­wohnung kauft und vermietet, kann von der neuen Sonder­abschreibung profitieren.

Was? Investoren können in den ersten vier Jahren je 5 Prozent Sonder­abschreibung geltend machen – zusätzlich zur normalen Abschreibung (AfA) von 2 Prozent im Jahr.

Wie viel? Die neue Sonder­abschreibung von jähr­lich 5 Prozent ist auf maximal 2 000 Euro Gebäude­kosten pro Quadrat­meter Wohn­fläche begrenzt.

Bedingung. Die Baugenehmigung muss ab September 2018 beantragt worden sein oder bis Ende 2021 einge­reicht werden. Weitere Voraus­setzungen: Die Gebäude­kosten dürfen inklusive anteiliger Neben­kosten 3 000 Euro pro Quadrat­meter nicht über­steigen. Der Eigentümer muss die neue Wohn­immobilie im Jahr der Fertigstellung und für weitere neun Jahre vermieten.

Beispiel Ben Donner kauft im Dezember 2019 eine Neubau­wohnung mit 120 Quadrat­metern, die er vermietet. Sie kostete 330 000 Euro ohne Grund­stücks­anteil. 2019 kann er insgesamt 12 550 Euro (12 000 Euro Sonder-AfA plus 550 Euro anteilige normale AfA) absetzen. 2020 bis 2022 sind es jähr­lich je 18 600 Euro, ab 2023 nur noch 6 600 Euro.

Tipp: Wie viel die Sonder­abschreibung bringt, ermitteln Sie mit unserem Rechner Immobilie als Kapitalanlage.

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So viel Steuern können Sie 2019 sparen

Wie viel Steuerersparnis inklusive Soli für 1 000 Euro für Jobkosten oder Spenden 2019 je nach zu versteuerndem Einkommen drin ist, sehen Sie in der Tabelle. Ihre persönliche Steuerersparnis ermitteln Sie mit unserem praktischen Steuerrechner.

Zu versteuerndes Einkommen (Euro)

Grenz­steu­ersatz (Prozent)

1 000 Euro Ausgaben1 bringen so viel Steuerersparnis

Zu versteuerndes Einkommen (Euro)

Grenz­steu­ersatz (Prozent)

1 000 Euro Ausgaben1 bringen so viel Steuerersparnis

Single (Grund­tarif)

30 000

33

322

40 000

37

368

50 000

42

414

60 000

44

443

70 000

44

443

Ehepaare (Splitting­tarif)

40 000

28

279

60 000

33

323

80 000

37

369

100 000

42

414

120 000

44

443

    • 1 Zusätzliche Ausgaben über der 1 000-Euro-Werbungs­kostenpauschale und den 36-Euro-Sonder­ausgabenpauschale (72 Euro für Ehepaare).
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