Ehepaare: Kleines Pflaster vom Amt

Ehepaare haben einen Vorteil bei den außergewöhnlichen Belastungen. Sie können zum Beispiel höhere Krank­heits­kosten geltend machen, weil ihre „zumut­bare Belastung“ etwas nied­riger ist als die von Singles ohne Kinder.

Eigen­anteil. Der zumut­bare Eigen­anteil, den das Finanz­amt von den Krank­heits­kosten abzieht, beträgt je nach Zahl der Kinder für Ehepaare zwischen 1 und 6 Prozent vom Gesamt­betrag der Einkünfte laut Steuer­abrechnung.

Beispiel Im Jahr 2012 muss Familie Kühne 1 200 Euro Krank­heits­kosten ohne Steuer­vorteil selbst tragen. Das sind 3 Prozent ihrer Jahres­einkünfte von 40 000 Euro. Die Familie hat aber viel höhere Ausgaben: 1 100 Euro für die Kur der Mutter, 2 200 Euro für das Zahnimplantat und die Medikamente des Vaters sowie 700 Euro für die Chef­arzt­behand­lung des Sohnes. Von den insgesamt 4 000 Euro gehen die 1 200 Euro ab. Die restlichen 2 800 Euro erkennt das Finanz­amt an.

Krank­heits­kosten. Steuerlich zählen Rechnungen für medizi­nische Behand­lungen, Zahnimplantate, verordnete Brillen, Kontaktlinsen, Augen­operationen im Lasik-Verfahren, Roll­stühle, Schuh­einlagen, Hörgeräte, Arzneien und Zuzah­lungen dafür. Achtung: Für Kuren und alternative Therapien ist ein Gutachten vom Amts­arzt oder medizi­nischen Dienst vor Behand­lungs­beginn wichtig.

Tipp: Ob die Adoptions­kosten eines Kindes zählen, muss der Bundes­finanzhof noch entscheiden. Das Finanz­amt soll sie wie Ausgaben für eine künst­liche Befruchtung anerkennen. Geklagt hat ein Ehepaar, das keine Kinder bekommen kann (Az. VI R 60/11).

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