Steuertipps für 2009 Meldung

Wenn Arbeitnehmer oder Selbst­ständige jetzt ihre Steuererklärung für 2009 machen, können sie sich schon bald über eine Stange Geld vom Finanz­amt freuen. test.de gibt Tipps, welche Ausgaben sich in der Steuererklärung besonders lohnen. Mehr dazu im Finanztest Spezial Steuern 2010.

30 Cent pro Kilo­meter

Steuertipps für 2009 Meldung

Mit dem Arbeitsweg kassiert fast jeder mühelos den ersten großen Posten Werbungs­kosten. Die Pend­lerpauschale erhält jeder Berufs­tätige, egal ob er mit Auto, Motorrad, Roller, Fahr­rad oder zu Fuß von zuhause startet. Jeder Entfernungs­kilometer zählt mit. Seit dem die Richter am Bundes­verfassungs­gerichts die gekürzte Entfernungs­pauschale als verfassungs­widrig einstuften, über­weist das Finanz­amt den Steuerzah­lern für den Weg zur Arbeit 30 Cent ab dem ersten Kilo­meter. Dank dieses Urteils können Pendler für die Jahre 2007 bis 2009 im besten Fall über 1 300 Euro mehr Werbungs­kosten absetzen, als von der Bundes­regierung ursprüng­lich vorgesehen.

Schnell fast tausend Euro mehr

Beispiel: Hat ein Berufs­tätiger an 230 Arbeits­tagen zum Beispiel 14 Kilo­meter zum Arbeits­platz zurück­gelegt, kann er bereits 966 Euro in seiner Jahres­abrechnung absetzen: 230 Arbeits­tage x 14 Kilo­meter x 0,30 Euro. Damit ist eine Steuererstattung schon mal sicher, denn er hat 46 Euro (966 Euro – 920 Euro) höhere Werbungs­kosten, als das Finanz­amt ohnehin pauschal anerkennt.
Tipp: Geben Sie Ihre Fahrt­kosten und andere Werbungs­kosten in der Steuererklärung für 2008 an, wenn alle Ausgaben zusammen die Pauschale von 920 Euro über­schreiten. Jeder Euro über der Grenze senkt Ihre Steuerbelastung.
Zu den Werbungs­kosten zählen neben den Kosten für den Arbeitsweg auch Kosten für Berufs­bekleidung, Fort­bildungen, Arbeits­mittel, Gewerk­schafts­beiträge oder einen beruflich bedingten Umzug, siehe Tabelle.

Steuern sparen mit Hand­werkern

Steuertipps für 2009 Meldung

Der nächste Batzen ist in vielen Steuererklärungen die Ausgaben für Dienst­leister im Haushalt – natürlich nur, wenn die Helfer nicht schwarz gearbeitet haben. Für Hand­werk­erarbeiten daheim hat sich der Steuer­abzug sogar verdoppelt. Statt bisher 600 Euro sind seit 2009 bis zu 1 200 Euro Steuer­abzug möglich. Für den Maler, der die Wohnung streicht, zieht das Finanz­amt 20 Prozent der Arbeits- und Fahrt­kosten (maximal 1 200 Euro) von der Steuerschuld ab. Auch für andere Helfer, die kochen, waschen, bügeln, putzen, betreuen, einkaufen, gärtnern oder andere übliche Arbeiten im Haushalt über­nehmen, ist seit 2009 mehr drin. Maximal zieht die Behörde 4 000 Euro von der Steuerschuld ab. Hier erkennt das Finanz­amt ebenfalls immer nur 20 Prozent von maximal 20 000 Euro Lohn- und Fahrt­kosten an, die selbst­ständige oder sozial­versicherungs­pflichti­ge Haus­halts­hilfen im Jahr in Rechnung stellen.
Tipp: Lassen Sie in den Rechnungen Arbeits-, Fahrt- und Maschinen­kosten immer getrennt von den Material­kosten aufführen. Eine Schät­zung ist nicht möglich.

Betreuungs­kosten für die Kinder

Steuertipps für 2009 Meldung

Mütter und Väter, die berufs­tätig sind, rechnen ihre Kinder­betreuungs­kosten in der Steuererklärung ab. Wo die Kinder unterge­bracht sind, spielt keine Rolle. Für jedes Kind können Eltern bis 6 000 Euro Betreuungs­kosten im Jahr als Sonder­ausgaben oder Werbungs­kosten absetzen. Davon berück­sichtigt das Finanz­amt derzeit zwei Drittel, also maximal 4 000 Euro. Gegen die Kappung der Kosten gibt es eine Klage vor dem Bundes­finanzhof, in die sich alle Eltern einklinken können (Az. X R 42/09). Für den Abzug zählen nur die reinen Betreuungs­kosten und keine Kosten für Verpflegung, zum Beispiel im Kinder­garten.

Mutter spart 480 Euro

Beispiel: Eine Mutter geht nach der Baby­pause seit Mai 2009 wieder arbeiten. Sie lässt ihren einjährigen Sohn von einer Tages­mutter betreuen. Dafür bezahlt sie im Monat 300 Euro. Das waren im Jahr 2009 insgesamt 2 400 Euro (8 Monate à 300 Euro). Zwei Drittel von 2 400 Euro erkennt das Finanz­amt an. Die Mutter kann 1 600 Euro wie Werbungs­kosten abziehen. Sie zahlt mit 30 Prozent Steu­ersatz 480 Euro Einkommensteuer weniger. Außerdem sinken ihr Solidaritäts­zuschlag und die Kirchen­steuer. Noch güns­tiger wäre es für sie, wenn ihr Chef einen Teil der Kosten über­nehmen würde.
Tipp: Bezahlen Sie die Betreuungs­kosten niemals bar. Die Zahlung muss immer über ein Konto laufen. Dafür kann das Finanz­amt Rechnungen und Über­weisungs­belege fordern.

Kirchen­steuer und Ausbildungs­kosten

Schnell Steuern sparen können Steuerzahler mit Sonder­ausgaben, weil das Finanz­amt dafür im Steuer­bescheid ohne Nach­weis nur 36 Euro berück­sichtigt. Für Ehepaare, die eine gemein­same Steuererklärung einreichen, setzt es 72 Euro an. Viele können mehr abrechnen, weil sie 2009 gespendet haben, Ausbildungs­kosten hatten, Unterhalt an den Ex gezahlt haben oder der Arbeit­geber Kirchen­steuer vom Lohn einbehalten hat. Besonders belohnt werden Spenden.

Finanztest Spezial Steuern 2010

Steuertipps für 2009 Meldung

Alles, was Sie jetzt für das Ausfüllen Ihrer Steuererklärung wissen müssen, erfahren Sie im neuen Finanztest Sonder­heft Steuern 2010. Darin finden Sie viele weitere Tipps zum Steuern­sparen. Es kostet 7,50 Euro und enthält auch das Programm Elster auf CD-Rom. Sie können das Sonder­heft jetzt schon online bestellen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 150 Nutzer finden das hilfreich.