Die Richter am Bundesfinanzhof haben den Spielraum erweitert, durch Vermietung an Angehörige Steuern zu sparen.

In dem Fall hatten zunächst die Eltern ihr Haus bis 1994 bewohnt. Im Sommer 1994 kaufte der Sohn in derselben Straße auch ein Haus. Nun zogen die Eltern in das Haus des Sohnes und der Sohn in das Haus der Eltern. Der Sohn wohnte unentgeltlich im Haus seiner Eltern. Für sein Haus schloss er mit seinen Eltern einen Mietvertrag. Die Eltern zahlten im Monat 2 500 Mark Miete, die Nebenkosten trugen sie selbst. Der Sohn zog von den Mieteinnahmen 80 000 Mark Werbungskosten wie Kreditzinsen und Instandhaltungskosten ab. Das hatten die Finanzbeamten und die Finanzrichter in erster Instanz als „Gestaltungsmissbrauch“ abgelehnt, weil der Sohn im Haus der Eltern mietfrei wohnt. Zu Unrecht entschied der Bundesfinanzhof (Az. IX R 5/00).

Tipp: Verwandte müssen einen Mietvertrag wie unter Fremden üblich schließen. Vorsicht aber vor gegenseitiger Vermietung von ähnlichen Wohnungen. Das unterstützt auch der BFH nicht. Denn hier gehe es nur um den Vorteil, mit Schuldzinsen Steuern zu sparen, was Selbstnutzer nicht können.

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