Steuersparmodell Meldung

Isabel Dieck lebte mit ihren 24 Lenzen unbekümmert in den Tag hinein. Geldsorgen hatte sie keine, nur 10.000 Mark Kredit für ihr Auto musste sie abzahlen. Da bot ihr ein guter Bekannter eine Eigentumswohnung für 324.000 Mark. Das traf sich gut, denn der Bauherr war zugleich Vertreter der BHW-Bausparkasse und stellte Frau Dieck im Monat 500 Mark Steuervorteil und 900 Mark Mieteinnahmen in Aussicht.

Klang verlockend, doch wie sollte die junge Frau mit 1.900 Mark monatlichem Netto ohne einen Pfennig auf der hohen Kante die Wohnung bezahlen? Kein Problem für den schlauen BHW-Bausparfuchs, hatte er doch eine Fee an der Hand von der Sparda-Bank Mainz in Speyer. Die Sparda finanzierte der jungen Frau den vollen Kaufpreis, obwohl sie kein Konto bei der Sparda-Bank hatte.

Schon bald hattte Isabel Dieck Ärger mit dem Mieter, der nicht zahlte. Auch die Steuersparrechnung ging nicht auf. Im Monat sparte sie statt 500 lediglich 50 Mark Steuern. Zum Leben blieben nach Abzug der Kreditrate nur noch 150 Mark. Frau Dieck musste die Wohnung verkaufen ­ mit 75.000 Mark Verlust. Isabel Dieck drücken die Schulden immer noch. Monat für Monat kassiert die Sparda-Bank einen Tausender von ihr. Allerdings ist die Filiale bereit, der Kundin 10.000 Mark Schulden zu erlassen. Das sei jedoch kein Schuldanerkenntnis, stellt die Filiale klar.

Der Verband der Sparda-Banken meint, von einer Beratungsfehlleistung könne nicht die Rede sein. Doch die Bank fällt nicht zum ersten Mal unangenehm auf. In der Untersuchung "Anlageberatung der Banken" in Finanztest erhielt sie ein "Mangelhaft".

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