Steuerreform für Erben Meldung

Die Steuerreform für Erben verzögert sich mindestens bis Juli. So lange sind noch günstige Steuergeschenke möglich.

Erben. Es kann sich lohnen, wenn künftige Erben Immobilien, Wertpapiere und anderes Privatvermögen vor der Steuerreform geschenkt bekommen. Viele werden von der Reform, die frühestens im Juli kommt, zwar profitieren. Entferntere Verwandte wie Nichten, Neffen, geschiedene Ehepartner, Geschwister, Lebensgefährten, Freunde und Bekannte müssen aber künftig für Schenkungen und Erbschaften oft mehr Steuern als bisher zahlen.

Freibeträge und Steuersätze. Das neue Recht sieht zwar für alle höhere Freibeträge vor. Für Nichten und Neffen sollen sie zum Beispiel von 10 300 Euro auf 20 000 Euro steigen. Für Vermögen, das darüber hinausgeht, sind aber höhere Steuersätze geplant.

Vermögen. Immobilien werden außerdem nicht mehr günstiger als anderes Privatvermögen versteuert. Ein von der Tante geschenktes oder geerbtes Haus schlägt mit dem Verkehrswert von zum Beispiel 250 000 Euro zu Buche. Zurzeit sind es meist nur 150 000 Euro (60 Prozent). Nach Abzug ihres Freibetrags zahlt eine Nichte dafür bisher 23 749 Euro Steuern (150 000 – 10 300 Euro, davon 17 Prozent). Künftig sollen es 69 000 Euro sein (250 000 – 20 000 Euro, davon 30 Prozent). Für 250 000 Euro in Aktien werden die Steuern genauso hoch sein. Zurzeit sind es nur 40 749 Euro (250 000 – 10 300 Euro, davon 17 Prozent).

Frist. Für Erbschaften soll das alte Recht noch bis Jahresende gelten, für Schenkungen nur bis zum Beginn der Steuerreform. Bis dahin müssen Schenkungen, die Erben höhere Steuern ersparen sollen, erledigt sein.

Tipp: Verschenken Sie nur Vermögen, auf das Sie verzichten können. Suchen Sie bei Experten wie Fachanwälten für Erbrecht Rat. Adressen finden Sie bei der Anwaltskammer oder unter www.deutsches-forum-fuer-Erbrecht.de.

Dieser Artikel ist hilfreich. 308 Nutzer finden das hilfreich.