Steuerreform Meldung

Viele Steueränderungen gehen zulasten der Verbraucher.

Das Steuerpaket 2004 bringt einerseits Entlastungen, andererseits Kürzungen bei Zuschüssen und Förderungen.

Steuertarif: Der Eingangssteuersatz sinkt auf 16 Prozent, der Spitzensteuer­satz auf 45 Prozent. Der Grund­freibetrag beträgt 7 664 Euro (Ehepaare: 15 328 Euro). Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren erhalten zusätzlich einen Entlastungsbetrag von 1 308 Euro.

Kindergeld: Der Grenzbetrag für die Einkünfte volljähriger Kinder beträgt 7 680 Euro. Derselbe Wert gilt auch als Unterhaltsfreibetrag.

Pendler: Die Pauschale wurde weniger gekürzt als erwartet. Arbeitnehmer können 30 Cent pro Kilometer für die einfache Wegstrecke absetzen. Das gilt auch für wöchentliche Heimfahrten bei beruflich veranlasstem doppelten Haus­halt.

Fahrtkosten: Zuschüsse des Arbeitgebers für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden steuerpflichtig. Arbeitgeber können Zuschüsse aber pauschal mit 15 Prozent versteuern.

Eigenheim: Die Zulage wird gekürzt. Für Alt- und Neubauten gibt es einheitlich acht Jahre je ein Prozent der Bau- oder Kaufsumme, maximal 1 250 Euro. Das Baukindergeld steigt auf 800 Euro. Die Einkommensgrenze sinkt auf 70 000 Euro (Ehepaare: 140 000 Euro). Dabei werden die Einkommen im Jahr des Baus oder Kaufs sowie des Vorjahrs addiert. Pro Kind erhöht sich die Grenze um 30 000 Euro. Grundlage ist nicht der Gesamtbetrag der Einkünfte, sondern die Summe der positiven Einkünfte.

Wohnungsbauprämie: Sie wurde nicht gestrichen, sondern von 10 auf 8,8 Prozent gesenkt.

Sparerfreibetrag: Er sinkt von 1 550 auf 1 370 Euro (Ehepaare: 2 740 Euro).

Werbungskosten: Die Pauschale wird von 1 044 auf 920 Euro gekürzt.

Abfindungen: Der Freibetrag sinkt auf 7 200 Euro. Für Arbeitnehmer über 50 Jahre liegt er bei 9 000 Euro, für über 55-Jährige bei 11 000 Euro.

Mietrabatt: Bei Vermietung an Angehörige gibt es den vollen Werbungskostenabzug nur, wenn die vereinbarte Miete mindestens 56 Prozent der ortsüblichen Marktmiete beträgt. Bisher waren es 50 Prozent. Die geplante Anhebung auf 75 Prozent ist vom Tisch.

Lebensversicherung: Beiträge werden nur noch bis 88 Prozent als Sonderausgaben anerkannt.

AfA: Neu angeschaffte Wirtschaftsgüter – zum Beispiel ein neuer Computer – müssen monatsgenau abgeschrieben werden. Wurden sie im ersten Halbjahr gekauft, wird nicht mehr die volle Jahres-AfA angesetzt, für im zweiten Halbjahr angeschaffte Güter nicht mehr die halbe Jahres-AfA.

Raucher: Die Tabaksteuer wird zum 1. März um 1,2 Cent pro Zigarette erhöht, ab 1. Dezember 2004 und 1. September 2005 noch einmal um jeweils 1,2 Cent.

Schwarzgeld: Steuersünder, die ihr Geld nach Deutschland zurückbringen, können nicht deklarierte Einnahmen nachversteuern.

Darüber hinaus wurden weitere Änderungen im Sozialrecht beschlossen. Beispiele:

Steuerreform Meldung
  • Das Eintrittsalter in die Rente bei Altersteilzeitregel­un­gen erhöht sich schrittweise von 60 auf 63 Jahre.
  • Der Kündigungsschutz gilt bei Neueinstellungen künftig erst vom elften Mitarbeiter an. Bei den Kriterien für die Sozialauswahl entfallen Merkmale wie Familienstand und Gesundheitszustand.
  • Beim Arbeitslosengeld wird die Bezugsdauer verkürzt: Ab Februar 2006 auf maximal 12 Monate, für über 55-Jährige 18 Monate. Arbeitslose dürfen vom Nebenerwerb nicht mehr 20 Prozent behalten, sondern pauschal 165 Euro. Langzeitarbeitslosen wird jede legale Arbeit zugemutet, auch für weniger als den ortsüblichen oder den Tariflohn.
  • ABM-Kräfte zahlen keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung mehr. Sie verlieren nach der ABM den Anspruch auf Arbeitslosengeld.
  • Die Arbeitnehmersparzulage für Bausparer sinkt auf neun Prozent, der Höchst­betrag auf 470 Euro. Die Prämie für vermögenswirksame Leistungen in Produktivvermögen sinkt auf 18 Prozent (neue Länder: 22 Prozent).

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