So haben wir getestet

Im Test: Wir haben im Januar und Februar 2017 elf markt­bedeutende Steuer­programme untersucht, die als Download oder zur Bearbeitung im Browser verfügbar sind. Bedingung war, dass sie sich für Arbeitnehmer und Rentner eignen. Hat ein Anbieter mehrere Programme, haben wir sowohl das güns­tigste als auch markt­bedeutendste Programm getestet. Fünf Softwares bieten zwei verschiedene Bearbeitungs­wege an. Hier haben wir die Hand­habung beider Varianten getrennt bewertet. Daraus ergeben sich insgesamt 16 Qualitäts­urteile. Der Test der Browsersoftware wurde mit den gängigen Browsern Safari, Firefox und Chrome in den aktuellen Versionen durch­geführt. Die Downloadsoftware wurde auf Rechnern mit Wind­ows 10 und Wind­ows 7 getestet.

Steuerbe­rechnung und Hilfen (50 %)

Steuer­experten haben die Musterfälle 2 und 3 (siehe unten) einge­geben; mit ihrer Unterstüt­zung haben wir geprüft, ob die Programme steuerlich richtig rechnen und Hilfe­stellung bei der Eingabe geben. Wir testeten, ob die Programme mit komplexeren Sach­verhalten wie bei Patchwork­familien zurecht­kommen. Bewertet wurden sowohl die Steuerbe­rechnung als auch die fachliche Richtig­keit und das Vorhandensein von steuerlichen Hinweisen, falls notwendig.

Hand­habung (40 %)

Eine Expertin hat anhand eines stan­dardisierten Fragebogens die Hand­habung der Programme getestet. Dabei kamen Über­sicht­lich­keit, Bedien­barkeit und Verständlich­keit der Programme auf den Prüf­stand. Bewertet haben wir zum Beispiel, ob die Programme Zwischen­stände anzeigen oder ob es pass­genaue Eingabefelder gibt. Auch der Gesamt­eindruck der Expertin floss in das Urteil ein.

Darüber hinaus haben jeweils sechs oder sieben einge­wiesene Test­personen den Steuerfall 1 (siehe unten) einge­geben und im Anschluss die Programme anhand eines Fragebogens in verschiedenen Kategorien bewertet. Auch das floss in unsere Bewertung ein.

Tech­nische Merkmale (10 %)

Wir haben getestet, ob die Programme Daten vom Finanz­amt abrufen können, ob Daten aus vergangenen Steuererklärungen einfließen können und ob die Steuererklärung voll elektronisch an das Finanz­amt über­mittelt werden kann. Zudem haben wir über­prüft, ob Nutzungs­daten erhoben werden.

Daten­sende­verhalten (0 %)

Wir haben das Daten­sende­verhalten der Software bewertet. In verschiedenen Bedienungs­szenarien wie Kauf der Software, Installation bzw. Registrierung, Eingabe von Steuer­daten oder Versand an das Finanz­amt haben wir getestet, ob Daten verschlüsselt über­tragen werden und an wen sie fließen. Dazu haben Experten den Daten­verkehr der Software aufgezeichnet und analysiert. Schließ­lich haben sie die gesendeten Daten mit den Daten­schutz­bedingungen der Anbieter verglichen.

Mängel in den AGB und Daten­schutz­bestimmungen (0 %)

Wir haben die allgemeinen Geschäfts­bedingungen (AGB) und die Daten­schutz­bestimmungen der Anbieter bewertet. Dazu ließen wir die Klauseln auf ihre Wirk­samkeit hin juristisch über­prüfen.

Single, Familie und Rentner: Die Steuerfälle für den Test

1. Sozial­arbeiterin Frau Müller
In unserem einfachen Steuerfall geht es um eine 57-jährige allein­stehende Sozial­arbeiterin, die wir einfach Frau Müller nennen. Sie verdient im Jahr knapp 42 780 Euro brutto als Angestellte. An fünf Tagen in der Woche fährt sie mit dem Bus zur Arbeit. Frau Müller war im gesamten Jahr 2016 nur an fünf Tagen krank. In ihrer kleinen Wohnung hat sie sich ein Arbeits­zimmer einge­richtet, in dem sie ihren täglichen Schreibkram erledigt. Dazu nutzt sie ihr neu angeschafftes Notebook teil­weise beruflich. Ihre Unfall­versicherung möchte sie wenigs­tens hälftig für ihre Tätig­keit angeben. Frau Müller hat keine Kinder und keine zusätzliche private Renten­versicherungen.

Zu erwartende Steuer­erstattung: 511,67 Euro.

Besondere Schwierig­keit: keine.

2. Zähl­kinder und Riester
Unsere Patchwork-Familie hat zwei eigene Kinder und der Ehemann ein weiteres Kind aus erster Ehe. Ehemann Gregor hat als ­Berufs­soldat wechselnde Arbeits­plätze, das Paar vermietet einen Anbau am Eigenheim und unterstützt die allein­stehende Mutter des Ehemanns. Zudem sorgen die beiden für die Pflege des Vaters der Ehefrau. Daneben hatten sie 2016 zahlreiche andere Ausgaben wie das Schulgeld für die Kinder und hohe Zahn­arzt­kosten.

Zu erwartende Steuererstattung: 3 733,13 Euro bei gemein­samer Veranlagung oder 3 955,60 Euro bei Einzel­ver­anlagung.

Besondere Schwierig­keit: Einzel­ver­anlagung ist für das Ehepaar ausnahms­weise güns­tiger als die übliche gemein­same. Die Programme müssen das Kinder­geld für Kinder aus erster und zweiter Ehe korrekt berechnen und die richtige Empfehlung für die Riester-Zulage geben.

3. Rentner mit Abfindung und Kapital­erträgen
Herr Meier ist im Spätsommer in seinen wohl­verdienten Ruhe­stand gegangen. Zu seiner gesetzlichen Rente kommt noch eine hohe Entlassungs­entschädigung. Daneben hat er am Kapitalmarkt ein kleines Vermögen angespart. Insgesamt wird der Rentner beim Fiskus deshalb nach­zahlen müssen. Da möchte er wenigs­tens Kosten für seine angestellte Haus­halts­hilfe abziehen und seine Hand­werk­erkosten angeben.

Zu erwartende Steuer­nach­zahlung: 1 307,17 Euro.

Besondere Schwierig­keit: Die Entlassungs­entschädigung wird ermäßigt besteuert. Die Ersatz­bemessungs­grund­lage für Kapital­erträge von vor 2009 muss korrigiert werden. Hier zählen die richtigen Hinweise und eine korrekte Berechnung.

Jetzt freischalten

TestSteuer­programmeFinanztest 05/2017
1,00 €
Sie erhalten den kompletten Artikel mit Testtabelle (inkl. PDF, 6 Seiten).

Wie möchten Sie bezahlen?

  • Unser Tipp
    test.de-Flatrate

    Freier Zugriff auf alle Testergebnisse und Online-Artikel für 7,00 € pro Monat oder 50,00 € im Jahr. Abonnenten von test oder Finanztest zahlen die Hälfte.

    Flatrate neu erwerben

  • Diesen Artikel per Kreditkarte kaufen
  • Diesen Artikel per PayPal kaufen
  • Diesen Artikel per Handy kaufen
  • Gutschein einlösen
Preise inkl. MwSt.
  • kauft alle Testprodukte anonym im Handel ein,
  • nimmt Dienstleistungen verdeckt in Anspruch,
  • lässt mit wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten testen,
  • ist vollständig anzeigenfrei,
  • erhält nur rund 6 Prozent ihrer Erträge als öffentlichen Zuschuss.

Dieser Artikel ist hilfreich. 64 Nutzer finden das hilfreich.