Steueroptimierte Zinsanlagen Special

Regelmäßige Erträge wie hier in der Salzproduktion sind auch Anlegern wichtig. Wenn sie einen Teil ans Ende der Laufzeit ihrer Geldanlage verschieben, sparen sie Steuern.

Mit niedrigverzinsten Anleihen sparen Anleger Steuern – jetzt und in Zeiten der Abgeltungsteuer. Für die Rendite sorgen steuerfreie Kursgewinne. Das funktioniert auch mit Fonds.

Wenig Zins, wenig Steuer, aber trotzdem eine gute Rendite. Das klingt gut. Aber wie kann das gehen? Handelt es sich am Ende um eines der unseriösen Versprechen dubioser Finanzvermittler?

Nein! Die Rede ist von niedrigverzinsten Bundesanleihen und Pfandbriefen, die Anleger bei jeder Bank kaufen können. Dieses Steuersparmodell ist nicht nur sicher, es ist auch völlig legal.

Es funktioniert so: Anleger kaufen ein festverzinsliches Wertpapier mit einem niedrigen Zinskupon. Als Ausgleich für die niedrigen Zinsen bekommen sie einen günstigen Kaufpreis. Bei Fälligkeit erhalten sie den Nennwert, und der ist höher als der Preis, den sie bezahlt haben. Die Differenz zwischen dem Rückzahlungsbetrag und dem Kaufkurs ist der Kursgewinn.

Der Clou: Die Kursgewinne gibt es steuerfrei, sofern zwischen dem Kauf der Anleihe und der Fälligkeit ein Jahr vergangen ist. Die Zinsen sind steuerpflichtig, aber je weniger Zinsen, desto geringer die Steuerlast.

Besser als so manches Bankangebot

Die Renditen vor Abzug der Steuern sind vergleichbar mit denen der Zinsangebote von Banken. Für Jumbo-Pfandbriefe gibt es derzeit 4,28 bis 4,45 Prozent pro Jahr, je nach Laufzeit. Bundesanleihen bringen zwischen 3,71 und 4,08 Prozent.

Mit den besten mehrjährigen Festzinsangeboten können Anleger derzeit zwar über 5 Prozent pro Jahr Zinsen erzielen (siehe Infodokument Einmalanlagen mit Festzins). Doch viele Banken vor Ort zahlen weniger und das Geld liegt für die vereinbarte Laufzeit fest. Flexiblere Zinsanlagen bringen weniger.

Nach Steuern liegen die niedrigverzinsten Anleihen meist vorne, weil ihr Ertrag zum Teil aus steuerfreien Kursgewinnen besteht, während es für Bankprodukte nur steuerpflichtige Zinsen gibt.

Ein Beispiel: Der Pfandbrief der Berlin Hyp mit Laufzeit bis 3. August 2010 bringt vor Steuern eine Rendite von 4,41 Prozent pro Jahr. Nach Abzug der vom nächsten Jahr an fälligen 25-prozentigen Abgeltungsteuer und des Solidaritätszuschlags bleiben 3,66 Prozent. Um mit einem Bankprodukt die gleiche Nachsteuerrendite zu erzielen, müsste dieses vor Steuern 4,98 Prozent bringen. So viel gibt es derzeit auch mit unkündbaren Zinsanlagen nur selten.

Anders als Sparanlagen gibt es Anleihen aber meist nicht kostenlos: Wertpapiere werden in der Regel über die Börse gekauft. Das kostet Geld (siehe „Bundeswertpapiere und Jumbo-Pfandbriefe“). Aber auch nach Kosten können sich Anleihen für viele Anleger lohnen, besonders für die, die ihre Bankgeschäfte lieber über ihre Hausbank erledigen, statt im Internet auf Zinsschnäppchenjagd zu gehen.

Bundeswertpapiere und Pfandbriefe

Das Steuersparmodell funktioniert für alle Papiere, die Anleger in diesem Jahr noch kaufen. Gleichgültig, wie viele Jahre sie die Anleihen im Bestand halten, es gilt: Die Kursgewinne sind nach einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei, die Zinsen müssen versteuert werden. In diesem Jahr gilt noch der persönliche Einkommensteuersatz, nächstes Jahr die Abgeltungsteuer.

Kaufen die Anleger erst nächstes Jahr, greift die Abgeltungsteuer nicht nur auf Zinserträge, sondern auch auf Kursgewinne zu. Deshalb gilt es jetzt zu handeln.

Erste Wahl sind Bundesanleihen sowie Jumbo-Pfandbriefe. Beide sind sicher und jederzeit handelbar. Pfandbriefe aus kleineren Emissionen sind zwar ebenfalls sicher, werden aber nach der Ausgabe kaum noch gehandelt. Ähnlich verhält es sich bei Bank- oder Unternehmensanleihen.

Gerade Unternehmensanleihen bieten oft höhere Renditen. Wer sich für niedrig- verzinste Unternehmensanleihen interessiert, sollte aber unbedingt auf eine gute Kreditwürdigkeit achten. So sicher wie Bundesanleihen sind diese Papiere nicht.

Einzelpapiere oder Fonds

Zum Steuernsparen eignen sich nicht nur Einzelpapiere, sondern auch Fonds. Die Fondsmanager gehen genauso vor wie private Anleger: Sie versuchen, die Zinserträge niedrig zu halten und die Rendite vor allem durch steuerfreie Kursgewinne zu erzielen.

An den Fondsnamen ist das Konzept aber meist nicht zu erkennen. Anleger müssen danach fragen. Im Fachjargon heißen die Fonds „steueroptimierte Renten- oder Geldmarktfonds“.

Anders als bei Einzelpapieren müssen Fondsanleger sich die Anleihen nicht selbst suchen. Außerdem stehen Fondsmanagern mehrere Methoden zur Verfügung, um steuerfreie Erträge zu erwirtschaften, sie kaufen nicht nur niedrigverzinste Bundesanleihen und Pfandbriefe.

Währungs- und Wandelanleihen

Beliebt bei Fondsmanagern sind auch Fremdwährungsanleihen aus Ländern, in denen die Zinsen niedrig sind. Derzeit ist das zum Beispiel in Japan der Fall. Viele der steueroptimierten Fonds aus unserer jüngsten Untersuchung vom Januar 2007 kaufen zurzeit Yen-Anleihen. Das Währungsrisiko sichern die Fonds ab. Gleichzeitig erzielen sie steuerfreie Kursgewinne.

Die Manager der Fonds UniOptima (Isin LU 005 106 451 6) und UniOptimus -net- (Isin LU 006 189 083 5) von Union Investment haben rund zwei Drittel des Anlegergeldes in Yen-Papiere gesteckt. Der Alpha Fonds von DWS (Isin LU 005 564 085 7) hat derzeit sogar 98,5 Prozent des Fondsvermögens in Anleihen auf Yen investiert.

Eine andere beliebte Anlage sind Wandelanleihen. In diese Papiere investiert je nach Marktlage der Fonds FT Rendite Plus von Frankfurt Trust (Isin LU 006 731 309 7).

Wandelanleihen sind Anleihen, die in Aktien umgewandelt werden können. Auch sie sind meist gering verzinst. Kursgewinne gibt es in der Regel aber nur dann, wenn der Aktienmarkt gut läuft.

Genüsse für Kursgewinne

Mitunter setzen steueroptimierte Rentenfonds auch auf Genussscheine. Das sind Zwitterpapiere zwischen Aktien und Anleihen. Zinsen gibt es nur dann, wenn die Ertragslage stimmt, ähnlich wie Dividenden.

Bei Steuerfüchsen sind die Papiere so beliebt, weil die erwarteten Zinsen den Kurswert des Scheins steigern. Der Trick ist, die Papiere gar nicht bis zur Ausschüttung zu halten, sondern vorher zu veräußern. Dann hat man statt steuerpflichtiger Zinsen einen steuerfreien Kursgewinn.

Der Fonds Adireth von Cominvest (Isin DE 000 976 955 4) hat rund ein Viertel des Anlegergeldes in Genussscheine investiert (siehe Fondsporträt).

Die Rendite der Fonds lässt sich allerdings nicht vorhersehen – anders als bei den Anleihen, deren Rendite für den Tag der Fälligkeit feststeht. Steigende Marktzinsen haben die Fondskurse in den vergangenen Monaten gedrückt. Zu anderen Zeiten könnten sie wieder glänzen.

Auch in Zukunft optimiert

Wie für niedrigverzinste Anleihen gilt auch für Fonds: Anleger, die in diesem Jahr kaufen, profitieren von der Steuerfreiheit der Kursgewinne noch auf Jahrzehnte hinaus. Wer nächstes Jahr erst einsteigt, muss die Abgeltungsteuer dagegen auch für Kursgewinne zahlen.

Trotzdem werden die steueroptimierten Rentenfonds auch künftig nicht vom Markt verschwinden. Die Anleger profitieren in Zukunft von einem Steuerstundungseffekt, weil sie die Kursgewinne erst versteuern müssen, wenn sie den Fonds verkaufen, zum Beispiel erst nach zehn Jahren. Auch für neue Anleger können die Fonds deshalb attraktiv sein.

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