Millionen Rentner müssen rückwirkend eine Steuererklärung abgeben. Das schätzt die Deutsche Steuergewerkschaft (DStG). test.de sagt, wer betroffen ist.

Nachforderungen im nächsten Jahr

Wenn im nächsten Jahr die Rentenversicherer, Versorgungswerke, Pensionskassen, Pensionsfonds und Lebensversicherungsgesellschaften erstmals ihre Daten für die Finanzämter offenlegen müssen, werden rückwirkende Forderungen fällig. Nach Schätzungen der Steuergewerkschaft verlangt das Finanzamt in den meisten Fällen aber nur kleinere Beträge zurück. Das Bundesfinanzministerium rechnet jedoch mit weit weniger als zwei Millionen Steuerschuldnern im Ruhestand.

Keine Strafverfahren

Strafverfahren hätten die Betroffenen aber nicht zu befürchten. Das sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums der ARD-Tagesschau. Von den Rentnern, die ihre Steuer nicht gezahlt haben, würden aber Zinsen und Säumniszuschläge verlangt.

Steuer für Senioren gestaffelt

Ursache der Steuerschuld vieler Senioren ist das 2005 eingeführte Alterseinkünftegesetz. Danach müssen Altrentner 50 Prozent der gesetzlichen Rente beim Finanzamt abrechnen. Für Neurentner steigt der zu versteuernde Teil ihrer Rente seit 2006 mit jedem Jahrgang um zwei Prozent. Wer dieses Jahr erstmals gesetzliche Rente bezieht, muss 56 Prozent versteuern. Freibeträge und Steuervergünstigungen sorgen aber dafür, dass die meisten Rentner keine Steuern zahlen müssen.

Persönlicher Rentenfreibetrag

Beispiel: Erhalten Rentner seit 2005 oder früher eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung und verfügen sie über keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte, dann ist eine Jahresrente von bis zu 18.900 Euro im Jahr (1.575 Euro im Monat) steuerfrei. Bei Verheirateten verdoppeln sich die Beträge sogar. Liegen die Einkünfte aus gesetzlicher Rente in diesem Fall höher oder haben die Ruheständler Zusatzeinnahmen müssen, sie diese versteuern.

Ehepaar klagt gegen hohe Steuer

Bei einem Ehepaar aus Bayern waren vor 2005 nicht einmal 30 Prozent der gesetzlichen Rente steuerpflichtig. Danach muss es auf 50 Prozent Steuern zahlen. Es klagt deshalb vor Gericht. Die Richter sollen prüfen, ob der steuerpflichtige Rententeil zu hoch ist. Die Finanzämter besteuern Alters-, Witwen-, Waisen- und Erwerbsminderungsrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung deshalb nur noch vorläufig.

Tipp: Trotzdem lohnt sich für Sie ein Einspruch gegen den Steuerbescheid. Denn Rentner können nicht sicher sein, ob der Vorläufigkeitsvermerk in ihrem Fall gilt.

Ratgeber Steuererklärung für Rentner

Steuernachzahlung für Rentner Meldung

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