Berufs­tätige loten die geförderte Alters­vorsorge aus

Berufs­tätige, die noch Geld übrig haben, können es in die Alters­vorsorge investieren. So sichern sie sich noch Zulagen und Steuererspar­nisse für das ganze Jahr 2014.

Riester-Verträge

Für Arbeitnehmer bieten sich Riester-Verträge an. Der Staat steuert 154 Euro persönliche Zulage pro Jahr zum Beitrag bei und 200 Euro Extra­zulage, wenn Sparer bei Vertrags­abschluss zu Beginn des Jahres noch keine 25 Jahre alt waren. Für jedes Kind im Haushalt kommen 300 Euro Zulage pro Jahr zum Beitrag dazu, bei Geburt vor 2008 sind es 185 Euro.

Die vollen Zulagen bekommen Arbeitnehmer, die 4 Prozent ihres renten­versicherungs­pflichtigen Brutto­lohns oder ihrer Beamtenbezüge des Jahres 2013 in einen Riester-Vertrag investieren, höchs­tens müssen es inklusive Zulagen 2 100 Euro im Jahr sein. Den Höchst­betrag kann man auch freiwil­lig nutzen. Vor allem Besserverdiener sichern sich so größere Steuer­vorteile.

Das Finanz­amt berück­sichtig den Riester-Beitrag aus Zulagen und eigenen Einzahlungen nämlich als Sonder­ausgaben, wenn Sparer ihren Vertrag in der Steuererklärung angeben. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulagen, wird die Differenz in dem Steuer­bescheid gutgeschrieben.

Beispiel Riester: Einallein­stehender Arbeitnehmer mit fünf­jährigem Kind sichert sich für 2014 noch Zulagen von 454 (154 + 300) Euro, indem er im Dezember einen Riester-Vertrag schließt. Er investiert den Höchst­beitrag von 2 100 Euro. Nachdem die Zulagen berück­sichtigt sind, steuert er selbst noch 1 646 (2 100 – 454) Euro bei.

Nach der Steuererklärung 2014 wird das Finanz­amt den Beitrag von 2 100 Euro als Sonder­ausgaben berück­sichtigen. Statt 60 000 Euro muss der Mann nur 57 900 Euro Einkommen versteuern. Er spart 882 Euro Einkommensteuer. Davon werden im Steuer­bescheid 428 Euro gutgeschrieben (451,54 Euro mit Solidaritäts­zuschlag). Die restlichen 454 Euro zahlt der Staat als Zulagen in den Vertrag ein (Tests und Tipps rund um die Riester-Rente in unserem Riester Special).

Firmenrenten

Arbeitnehmer können auch bis zu 2 856 Euro Lohn für die geförderte betriebliche Alters­vorsorge ausgeben. Wenn sie die Förderung bisher nicht nutzen, dürfen sie den vollen Jahres­beitrag vom Dezember­lohn abzweigen lassen. Sie sparen für das investierte Geld alle Steuern und Sozial­abgaben.

Noch ist Zeit genug für ein Gespräch mit dem Chef. Er muss Mitarbeitern die betriebliche Alters­vorsorge ermöglichen – zum Beispiel mit einer Direkt­versicherung, einem Pensions­fonds oder einer Pensions­kasse.

Rürup-Verträge

Als Alters­vorsorge kommen außerdem Renten­versicherungen mit Rürup-Förderung infrage. Sie gehören bei Arbeitnehmern und Selbst­ständigen steuerlich zur Basis­vorsorge – wie die gesetzliche Renten­versicherung und berufliche Versorgungs­werke. Jeder Versicherte darf Beiträge bis 20 000 Euro abrechnen, Ehepaare und gesetzliche Lebens­partner 40 000 Euro. Das Finanz­amt erkennt 78 Prozent als Sonder­ausgabe an.

Beispiel Selbst­ständiger: Schließt ein Selbst­ständiger jetzt eine Rürup-Renten­versicherung ab, kann er über die Steuererklärung für 2014 als Allein­stehender bis zu 20 000 Euro als Beitrag abrechnen, wenn der Vertrag seine einzige Basis­vorsorge ist. 15 600 Euro erkennt das Finanz­amt als Sonder­ausgaben an, wenn er den Höchst­beitrag investiert. Der Mann spart 6 912 Euro Einkommensteuer und Solidaritäts­zuschlag, wenn sein zu versteuerndes Einkommen ohne die Ausgabe 80 000 Euro beträgt.

Nicht ganz so viel dürfen Arbeitnehmer steuerfrei investieren, weil der gesetzliche Renten­versicherungs­beitrag voll mitzählt.

Beispiel Arbeitnehmer: Verdient eine Allein­stehende brutto 40 000 Euro, beträgt ihr Rentenbeitrag mit Arbeit­geber­anteil 7 560 Euro (18,9 Prozent). So viel geht vom Höchst­betrag von 20 000 Euro für die Basis­vorsorge ab. Es bleiben 12 440 Euro. So viel kann die Frau für einen Rürup-Vertrag ausgeben. Das Finanz­amt erkennt 9 704 (78 Prozent) als Sonder­ausgabe an. Die Steuerersparnis beträgt mit Solidaritäts­zuschlag 3 000 Euro, wenn ohne den Vertrag 30 000 Euro Einkommen zu versteuern wären.

Die Tabelle Alters­vorsorge 2014 zeigt die Höchst­beträge, die Arbeitnehmer 2014 steuer­begüns­tigt in Rürup-Verträge investieren können, wenn sie sonst nur die gesetzliche Renten­versicherung als Basis­absicherung haben.

Tabelle Alters­vorsorge 2014

Brutto­lohn 2014 (Euro)

Höchst­betrag (Euro)

Allein­stehende

20 000

16 220

30 000

14 330

40 000

12 440

50 000

10 550

Ab 60 000 (neue Bundes­länder)

8 660

Ab 71 400 (alte Bundes­länder)

6 506

Ehe-/Lebens­partner1

40 000

32 440

50 000

30 550

60 000

28 660

70 000

26 770

80 000

24 880

90 000

22 990

100 000

21 100

    • 1 Höchst­betrag, wenn kein Partner über der Beitrags­bemessungs­grenze von 71 400 Euro (alte Bundes­länder) oder 60 000 Euro im Jahr (neue Bundes­länder) verdient.

    Auch für Beamte, die zur Pension einen Rürup-Vertrag als einzige Basis­vorsorge abschließen, gelten die Beträge. Ehe- und gesetzliche Lebens­partner dürfen sie allein oder gemein­sam ausgeben. Gute Rürup-Verträge zeigt unser Test Rürup-Rente, Finanztest 12/2014.

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