Anleger kümmern sich um ihre Geld­anlagen

Viel Geld und Bürokratie spart ein Investment­check zum Jahres­ende.

Frei­stellungs­aufträge

Laufen Geld­anlagen im November oder Dezember aus, verlieren Frei­stellungs­aufträge danach ihren Sinn. Anleger über­schlagen in diesem Fall ihre künftigen Zinsen, Dividenden und Wert­papiergewinne und verteilen ihre Frei­stellungs­aufträge neu.

Allein­stehende dürfen Kapital­einnahmen bis zum Sparerpausch­betrag von 801 Euro im Jahr von der Abgeltung­steuer frei­stellen, Ehepartner und gesetzliche Lebens­partner bis zu 1 602 Euro. Mehr darf beim Verteilen neuer Frei­stellungs­aufträge nicht zusammen­kommen.

Die Finanz­ämter erfahren, wie viel Zinsen, Dividenden oder Wert­papiergewinne Anleger steuerfrei erhalten. Die Banken melden die Beträge dem Bundes­zentral­amt für Steuern und dieses leitet die Daten an die Finanz­ämter weiter. Die Erträge für 2014 müssen die Banken dem Zentral­amt bis 1. März 2015 melden. Wer zu viel frei­gestellt hat, muss mit Nach­fragen rechnen.

Wichtig ist in Frei­stellungs­aufträgen die Angabe der Steueridentifikations­nummer. Sie steht zum Beispiel im Steuer­bescheid oder auf der Gehalts­abrechnung.

Ältere Frei­stellungs­aufträge ohne Steueridentifikations­nummer aus der Zeit vor 2011 werden Ende 2015 ungültig. Banken, Versicherungs- und Fonds­gesell­schaften sollten recht­zeitig neue erhalten.

Die Geld­institute können die Identifikations­nummer aber auch bei dem Bundes­zentral­amt für Steuern abrufen. Dann bleiben die alten Frei­stellungs­aufträge gültig. Anleger sollten sich über­legen, was ihnen lieber ist.

Nicht­ver­anlagung beim Finanz­amt

Aufpassen müssen auch alle, die sich – wie viele Rentner – vom Finanz­amt eine Bescheinigung über die Nicht­ver­anlagung (NV) zur Einkommensteuer besorgt haben. Ihr Geld­institut meldet Kapital­einnahmen, die deshalb 2014 steuerfrei bleiben, ebenfalls dem Bundes­zentral­amt für Steuern. Das Gleiche passiert, wenn Kapital­ertrag­steuern erstattet wurden, nachdem die NV- Bescheinigung vorlag.

Das Bundes­zentral­amt für Steuern informiert die Finanz­ämter über alle steuerfreien Zinsen, Dividenden und Wert­papiergewinne aus dem Jahr 2014.

Sind die Einnahmen mitt­lerweile für die NV-Bescheinigung zu hoch, sollten Anleger die Bescheinigung umge­hend bei ihren Geld­instituten zurück­ziehen. Sie geben ihre Kapital­erträge außerdem nächstes Jahr in der Steuererklärung für 2014 an, wenn sie dafür Steuern schuldig geblieben sind.

Kirchen­steuer­abzug

Neu ist ab Januar 2015, dass sämtliche Geld­institute mit der Abgeltung­steuer und dem Solidaritäts­zuschlag die Kirchen­steuer auto­matisch ans Finanz­amt über­weisen. Dafür rufen sie einmal im Jahr die Religions­zugehörig­keit ihrer Kunden beim Bundes­zentral­amt für Steuern ab.

Wollen Anleger die Abfrage nicht und begleichen sie die Kirchen­steuer lieber selbst über die Steuererklärung, müssen sie beim Bundes­zentral­amt für Steuern dem Daten­abruf schriftlich wider­sprechen. Das amtliche Formular gibt es beim Bundes­zentral­amt im Internet (bzst.de).

Wert­papier­verluste

Bank­kunden, die dieses Jahr Wert­papiere mit Verlust verkauft haben, merken sich den 15. Dezember. Wollen sie ihre Verluste über das Finanz­amt mit Kapital­erträgen bei anderen Geld­instituten verrechnen lassen, müssen sie bis dahin eine Verlust­bescheinigung beantragen.

Sie stellen den Antrag bei der Bank, bei der die Verluste angefallen sind. Im Jahr 2015 geben sie den Beleg dann mit der Steuererklärung für 2014 beim Finanz­amt ab, nachdem sie Kapital­erträge und Verluste in der Anlage KAP angegeben haben.

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