Arbeitnehmer prüfen die Ausgaben für den Beruf

Arbeitnehmer sparen Steuern, wenn ihre Werbungs­kosten über dem Pausch­betrag von 1 000 Euro im Jahr liegen. Ist die Grenze nahezu erreicht, bringen weitere Ausgaben für den Beruf Steuererspar­nisse. Oft sind alltägliche Kosten wie Gewerk­schafts­beiträge oder die Entfernungs­pauschale für den Arbeitsweg schon höher als 1 000 Euro.

Beispiel Arbeitsweg: Für jeden Kilo­meter der einfachen Entfernung zwischen der Wohnung und der Arbeit erkennt das Finanz­amt pauschal 30 Cent an. Wer an 230 Tagen 15 Kilo­meter zur Firma unterwegs ist, hat schon Werbungs­kosten von 1 035 Euro.

Fort­bildungs­kosten

Machen Arbeitnehmer ihre geplante Fort­bildung noch im Dezember, steigen ihre Werbungs­kosten weiter über die 1 000-Euro-Grenze. Sie können zum Beispiel Gebühren für Lehr­gänge absetzen und zusätzlich Fahrt-, Über­nachtungs- und Verpflegungs­kosten, wenn sie sich außer­halb fort­bilden.

Beispiel Fort­bildung: Ein Lehr­gang von zwei Tagen mit 556 Euro Teilnehmer­gebühr, 150 Euro Fahrt­kosten, 120 Euro Hotel­kosten und zweimal 12 Euro Verpflegungs­pauschale erhöht die Werbungs­kosten um 850 Euro.

Kauf von Arbeits­mitteln

Auch der vorgezogene Kauf von Arbeits­mitteln bietet sich an. Infrage kommen Aktentaschen, Büromöbel und Computer für die Arbeit oder Fort­bildung. Auch Büromaterial und Fachbücher zählen.

Doch Vorsicht: Nur für Arbeits­mittel, die mit Umsatz­steuer maximal 487,90 Euro kosten, erkennt das Finanz­amt den vollen Preis sofort an.

Für teurere Sachen läuft die Abschreibung vom Monat des Kaufs bis zum Ende der Nutzungs­dauer: für Notebooks drei Jahre, für Büromöbel 13 Jahre.

Beispiel Notebook: Kauft sich ein Angestellter im November noch ein Notebook für 450 Euro, kann er den Preis voll absetzen. Zahlt er 720 Euro, berück­sichtigt das Finanz­amt jähr­lich 24o Euro. Bei Kauf im November sind es 2014 nur noch 40 Euro (240:12 x 2).

Doppelter Haushalt

Arbeitnehmer, die beruflich am Arbeits­ort einen Zweit­haushalt führen müssen, sparen mit ihrer Doppelbelastung Steuern. Sie dürfen Einrichtungs-, Miet-, Betriebs­kosten oder Abschreibungen bis zu 12 000 Euro im Jahr absetzen.

Wer das Limit ausgereizt hat, verschiebt Anschaffungen auf das Jahr 2015. Ist noch Luft, lohnen sich Investitionen vor Silvester.

Bei Mobiliar wie Lampen oder Teppichen kommt es wieder auf den Preis an: Beträgt er mit Umsatz­steuer maximal 487,90 Euro, erkennt das Finanz­amt den vollen Betrag an. Teurere Dinge sind vom Monat des Kaufs bis zum Ende der Nutzungs­dauer abzu­schreiben. Für Möbel beträgt sie 13 Jahre.

Alle beruflichen Posten

Die Steuerersparnis durch alle zusätzlichen Werbungs­kosten für Fort­bildung, Arbeits­mittel und doppelten Haushalt kann ein paar hundert Euro betragen.

Beispiel Werbungs­kosten: Ein Verheirateter schafft den Pausch­betrag von 1 000 Euro schon mit den Kosten für den Weg zur Arbeit. Durch Ausgaben im Dezember kann er für 2014 zusätzlich 2 000 Euro abrechnen:

2 000 Euro Werbungs­kosten

Fort­bildung

850 Euro

Notebook

+ 450 Euro

Tisch doppelter Haushalt

+ 300 Euro

Teppich doppelter Haushalt

+ 400 Euro

Werbungs­kosten

2 000 Euro

Der Mann spart 660 Euro Einkommensteuer und Solidaritäts­zuschlag, wenn er ohne diese Werbungs­kosten 60 000 Euro Einkommen versteuern müsste.

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