Viele Steuerzahler können vor Silvester noch die Steuer für 2014 drücken. Andere bereiten das nächste Jahr vor.

Steuern sparen fängt im Haushalt an – zum Beispiel beim Fens­terputzen oder bei der Wohnungs­renovierung.

Hand­werk­erarbeiten

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Mit diesen Tipps können Sie für 2014 noch kräftig Steuern sparen.

Sollen Hand­werker noch die Küche streichen, das Bad sanieren oder Rollos einbauen? Das Finanz­amt berück­sichtigt 6 000 Euro im Jahr für Arbeits-, Fahrt- und Maschinen­kosten inklusive Umsatz­steuer. 20 Prozent Steuerrabatt gibt es. Wer bisher weniger als 6 000 Euro investiert hat, spart mit weiteren Ausgaben vor Silvester noch Steuern. Ist das Limit ausgeschöpft, kommen Hand­werker besser erst im Januar.

Beispiel Hand­werker: Kostet die Reno­vierung der Wohnung 3 000 Euro Arbeits­lohn, zahlen Mieter oder Eigentümer 600 Euro (20 Prozent) weniger Steuern. Der Solidaritäts­zuschlag sinkt um 33 Euro (5,5 Prozent).

Hilfen im Haushalt

Sind die Fenster schmutzig, lohnt sich vielleicht noch der Fens­terputzer. Ist der Garten nicht winter­fest, kann der Gärtner vorbeikommen. 20 000 Euro beträgt der Höchst­betrag, den das Finanz­amt für Haus­halts­hilfen anerkennt. Maximal 4 000 Euro (20 Prozent) Steuerermäßigung gibt es. Der Spielraum ist so groß, dass sich Aufträge in letzter Minute meist noch lohnen.

Kinder­betreuung

Eltern mit Kindern unter 14 Jahren jonglieren mit Betreuungs­kosten. Haben sie die Wahl, Rechnungen für Kinder­frau, Tages­mutter oder Kinder­garten im Dezember oder im Januar zu begleichen, prüfen sie ihre bisherigen Ausgaben im Jahr 2014.

Für jedes Kind berück­sichtigt das Finanz­amt bis zu 6 000 Euro im Jahr. Zwei Drittel zählen als Sonder­ausgaben. Bleibt Spielraum, lohnt sich die Über­weisung jetzt.

Beispiel Kinder­frau: Von 750 Euro für die Kinder­frau wirken sich 500 Euro (zwei Drittel) aus. Versteuert eine Allein­erziehende 50 000 Euro Einkommen, spart sie nach der Ausgabe mit Solidaritäts­zuschlag 214 Euro.

Ausgaben für die Gesundheit

In vielen Haushalten fallen im Winter Gesund­heits­kosten an – zum Beispiel für selbst­bezahlte ärzt­liche Behand­lungen oder medizi­nische Therapien. Hier klären Steuerzahler, ob ihre zumut­bare Belastung über­schritten ist.

Selbst­beteiligung

Familien­stand

Prozent­satz vom Gesamt­betrag der Einkünfte1

bis 15 340 Euro

bis 51 130 Euro

über 51 130 Euro

Steuerzahler ohne Kinder

Mit Grund­tarif

5

6

7

Mit Splitting­tarif

4

5

6

Steuerzahler mit Kindern2

Bis zwei Kinder

2

3

4

Ab drei Kindern

1

1

2

    • 1 Differenz zwischen Einnahmen und Werbungs­kosten/ Betriebs­ausgaben.
    • 2 Kinder, für die Eltern mindestens einen Monat im Jahr Kinder­geld oder Kinder­frei­beträge bean­spruchen können.

    Beispiel Arzt­kosten: Ein Allein­stehender mit zwei Kindern und Einkünften von 30 000 Euro muss sich jähr­lich 900 Euro (3 Prozent) als zumut­bare Belastung anrechnen lassen. Nur höhere Ausgaben bringen ihm Steuer­vorteile.

    Beträgt ein Arzt­honorar 1 200 Euro, bezahlt der Mann es vor Silvester. Später macht er den Betrag in der Steuererklärung für 2014 geltend und versteuert nach Abzug der zumut­baren Belastung 300 Euro weniger Einkommen.

    Erhält der Arzt höchs­tens 900 Euro, zahlt der Mann die Rechnung besser erst im Januar. Vielleicht sind seine Kosten im Jahr 2015 ja so hoch, dass er die zumut­bare Belastung dann über­schreitet.

    Unterhalt für Angehörige

    Erhalten Expartner, Lebens­gefährten oder Angehörige Unterhalt und ist der Höchst­betrag nicht erreicht? Dann können Steuerzahler dieses Jahr noch Geld über­weisen.

    Von Zahlungen an Angehörige oder Lebens­gefährten erkennt das Finanz­amt bis zu 8 354 Euro als außergewöhnliche Belastung an.

    Sind Exgatten oder gesetzliche Expartner begüns­tigt, zählen bis zu 13 805 Euro als Sonder­ausgaben.

    Beide Grenzen können Steuerzahler noch um die Beiträge erhöhen, die der Empfänger des Unter­halts für seine Kranken- und Pflege­versicherung zahlt.

    Beispiel Unterhalt: Über­weist ein Geschiedener jetzt noch 2 000 Euro, spart er mit Solidaritäts­zuschlag 886 Euro Steuern, wenn er sonst 60 000 Euro Einkommen versteuern müsste.

    Spenden

    Viele Menschen spenden in der Weihnachts­zeit. Geht das Geld an steuer­begüns­tigte Organisationen, zählt ihre Spende als Sonder­ausgabe. Pauschal berück­sichtigt das Finanz­amt bei jedem nur 36 Euro. Höhere Spenden drücken die Steuerlast.

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