Zweit­wohnung am Arbeits­ort: Das gilt fürs Doppelleben

Arbeitnehmer nehmen sich nach einer Versetzung, einem Jobwechsel oder aus anderen beruflichen Gründen oft eine Zweit­wohnung am Arbeits­ort. Bleibt die erste Wohnung Lebens­mittel­punkt, dürfen sie bestimmte Ausgaben für ihr Doppelleben als Werbungs­kosten absetzen. Ab 2014 ändern sich die Regeln.

  • Zweit­wohnung. Das Finanz­amt erkennt künftig von der Miete, den Betriebs­kosten, der Stell­platz- oder Garagen­miete für die Zweit­wohnung maximal 1 000 Euro im Monat an. Für Eigentums­wohnungen zählen Werbungs­kosten wie Schuldzinsen, die Abset­zung für Abnut­zung (AfA) oder Reparatur­kosten bis 1 000 Euro im Monat. Bisher nimmt das Finanz­amt eine 60 Quadrat­meter große Wohnung als Maßstab und berück­sichtigt maximal die Kosten, die Vermieter dafür orts­üblich fordern. Künftig ist Schluss, wenn die Wohnung mehr als 1 000 Euro im Monat kostet.
  • Erst­wohnung. Die erste Wohnung am Heimat­ort geht künftig beim Finanz­amt nicht mehr so leicht als Lebens­mittel­punkt durch. Es reicht nicht, wenn Arbeitnehmer dort wohnen. Sie müssen sich finanziell an der Lebens­führung beteiligen. Eine Wohnung im Haus der Eltern, in der Kinder gratis wohnen, wird nicht mehr anerkannt. Wie weit die finanzielle Beteiligung gehen muss, ist bisher allerdings nicht geregelt.
  • Notwendig­keit. Die Zweit­wohnung muss beruflich notwendig sein. Ab 2014 kann das Finanz­amt dies nach einer neuen Faust­regel prüfen: Die Entfernung zur Tätig­keits­stätte darf nicht halb so lang sein wie die Entfernung von der Erst­wohnung zur Tätig­keits­stätte. Ist die Erst­wohnung 30 Kilo­meter entfernt, darf die Zweit­wohnung maximal 14 Kilo­meter von der ersten Tätig­keits­stätte entfernt liegen.
  • Reise­kosten. Für ihre Verpflegung dürfen Arbeitnehmer in den ersten drei Monaten die ab 2014 gültigen Tages­pauschalen beim Finanz­amt als Werbungs­kosten abrechnen. Unter­brechen sie die doppelte Haus­halts­führung wegen einer Krankheit, einer Urlaubs­reise oder aus einem anderen Grund mindestens vier Wochen, beginnt die Drei­monats­frist neu. Die Abrechnung der Fahrt­kosten während des beruflichen Doppel­lebens ändert sich 2014 dagegen nicht (siehe Finanztest 10/2013, S. 66).

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