Alternative: Eltern­geld Plus

Neben dem Steuerklassen­wechsel vor der Geburt haben Eltern auch nach der Geburt noch Möglich­keiten, die Gesamt­summe des an sie ausgezahlten Eltern­geldes zu beein­flussen. Die grund­legende Reform des Eltern­geldge­setzes Mitte 2015 hat eine neue Variante des Eltern­geldes geschaffen: Das Eltern­geld Plus.

Zwei Varianten Eltern­geld

  • Basis­eltern­geld. Die bisher bekannte Variante gibt Paaren bis zu 14 Monate lang 65 Prozent des Durch­schnitts­einkommens als Eltern­geld. Diese Variante existiert weiter und heißt nun Basis­eltern­geld.
  • Eltern­geld Plus. Wählen Eltern diese Option, können sie jeden Monat Basis­eltern­geld in zwei Monate Eltern­geld Plus umwandeln. Das Eltern­geld Plus bedeutet also eine Verlängerung des Auszahlungs­zeitraums. Entscheidet sich ein Paar, alle ihm zustehenden 14 Monate Basis­eltern­geld umzu­wandeln, erhält es also für 28 Monate Eltern­geld Plus. Wie hoch das monatlich ausgezahlte Eltern­geld Plus ausfällt, hängt davon ab, ob die Eltern während der Eltern­zeit Teil­zeit arbeiten und wie viel sie verdienen.

Eltern­geld Plus – die Details

Eltern, die in den Monaten nach der Geburt ganz im Job pausieren. Macht eine Mutter oder ein Vater nach der Geburt eine Jobpause und wählt das Paar das neue Eltern­geld Plus, verdoppelt sich der Auszahlungs­zeitraum. Als Eltern­geld Plus bekommen sie jeden Monat einen halben Basis­eltern­geld-Betrag ausgezahlt. Diese Eltern haben durch die Reform keinen finanziellen Vorteil.
Beispiel: Eine junge Mutter beantragt nach der Geburt ihres Kindes bei ihrem Arbeit­geber eine dreijäh­rige Pause im Job. Sie hat Anspruch auf zwölf Monate 1 560 Euro Basis­eltern­geld. Sie könnte aber auch das neue Eltern­geld Plus beantragen und 24 Monate lang 780 Euro erhalten. Auch ein Mix von Basis­eltern­geld und Eltern­geld Plus ist möglich. Die Frau könnte zum Beispiel sechs Monate Basis­eltern­geld in Höhe von 1 560 Euro beziehen und anschließend zwölf Monate 780 Euro Eltern­geld Plus.

Eltern, die nach der Geburt ihres Kindes früh wieder Teil­zeit arbeiten. Eltern, die nach der Geburt nicht ganz pausieren, sondern auf Teil­zeit gehen, erhalten als Eltern­geld Plus nicht nur die Hälfte des Basis­eltern­geldes, sondern in vielen Fällen mehr. Sogar eine Verdopp­lung der staatlichen Unterstüt­zung ist möglich.
Beispiel: Ein junger Vater reduziert mit der Geburt seines Kindes seine Arbeits­zeit auf 25 Wochen­stunden. Er über­legt, ob er bei der Eltern­geld­stelle zwei Monate Basis­eltern­geld oder vier Monate Eltern­geld Plus beantragt. Finanziell attraktiver ist das Eltern­geld Plus: Angenommen der Vater verdient in der Teil­zeitphase 1 625 Euro netto monatlich: Dann könnte er zwei Monate jeweils 633,75 Euro Basis­eltern­geld bekommen. Oder vier Monate 633,75 Euro Eltern­geld Plus. Wählt der Vater das Eltern­geld Plus, verdoppelt er also die Gesamt­summe seiner Unterstüt­zung.

Für Berufs­tätige: Vier Monate Part­nerschafts­bonus zusätzlich

Neu ist auch der „Part­nerschafts­bonus“: Paare, die sich in vier aufeinander­folgenden Lebens­monaten ihres Kindes die Baby­betreuung teilen und zusammen Teil­zeit arbeiten, erhalten zusätzlich vier Monate Eltern­geld Plus. Es gelten allerdings strenge Vorgaben für die Arbeits­zeit in der Teil­zeitphase. Den Part­nerschafts­bonus erhält ein Paar nur, wenn die beiden Beteiligten in den vier Lebens­monaten des Kindes in ihren Jobs nicht weniger als 25 und nicht mehr als 30 Stunden pro Woche arbeiten. Dieser Zeitkorridor ist streng einzuhalten. Arbeitet nur ein Partner zu viel oder zu wenig, müssen beide den an sie ausgezahlten Bonus zurück­zahlen. Ebenfalls neu: Eltern können zwei von ihren drei Jahren Eltern­zeit auf die Phase nach dem dritten Geburts­tag des Kindes verschieben.

Tipp: Weitere Rechenbei­spiele und Tipps zum recht komplizierten Eltern­geld Plus und zum Antrag auf Eltern­zeit beim Arbeit­geber finden Sie im Artikel Ein Gewinn für Eltern. Hilf­reich ist auch das Internet­angebot des Bundes­familien­ministeriums unter www.elterngeld-plus.de.

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