Steuerklasse Meldung

Mehr Elterngeld heißt auch mehr Geld für das Baby.

Werdende Mütter und Väter dürfen vor der Geburt ihres Kindes die Steuerklassen wechseln und so ihr Elterngeld erhöhen. Das hat zum ersten Mal ein Landessozialgericht entschieden – das Gericht in Nordrhein-Westfalen (Az. L 13 EG 40/08 und 51/08). Das letzte Wort hat aber das Bundessozialgericht.

Eine Beamtin und eine Bankangestellte hatten von Steuerklasse IV in Steuerklasse III gewechselt, um so bis zu 1 000 Euro mehr Elterngeld zu erhalten. Die Männer hatten im Gegenzug die Steuerklasse V genommen.

Die Elterngeldstelle machte den Wechsel nicht mit, weil die Väter danach zu hohe Lohnsteuerabzüge hatten. Das nahmen beide Paare in Kauf, denn zu viel gezahlte Lohnsteuern können sie über die Steuererklärung zurückholen. Elterngeld, das sie durch eine ungünstige Steuerklasse verlieren, ist dagegen ­endgültig weg.

Tipp: Macht die Elterngeldstelle den Wechsel von Steuerklasse IV zur Steuerklasse III oder von Steuerklasse V zur Steuerklasse III nicht mit, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen und auf die Aktenzeichen beim Bundessozialgericht B 10 EG 4/08 R und B 10 EG 3/08 R verweisen.

Beim Wechsel von Klasse V in Klasse III sind Widersprüche aber riskant. Siegen am Ende die Elterngeldstellen, wird das Elterngeld nach Steuerklasse V berechnet. Wer das nicht riskieren will, nimmt vor der Geburt die zweitbeste Steuerklasse IV, die ebenfalls günstiger als die V ist. Das segnet die Elterngeldstelle immer ab.

Weitere Details:
Steuerklasse III für mehr Elterngeld:Kein Rechtsmissbrauch
Vorgeschichte und ausführliche Tipps:

Zweifelhafte Einschränkung:Steuerklasse III nur für Besserverdiener

Dieser Artikel ist hilfreich. 362 Nutzer finden das hilfreich.