Steuer­hinterziehung Meldung

Steuer­hinterziehung muss lückenlos offengelegt werden.

Seit Jahres­anfang gelten neue Spiel­regeln für eine Selbst­anzeige. Die Voraus­setzungen haben sich mit dem Gesetz zur Änderung der Abgaben­ordnung deutlich verschärft. Es ist jetzt teurer und schwieriger, strafbefreiend eine Steuer­hinterziehung selbst anzu­zeigen. Strafrecht­lich relevant sind die vergangenen fünf Jahre. Straf­zuschläge können auch Normal­verdiener treffen.

Straf­zuschlag steigt

Bis Ende 2014 kassierte der Staat einen Straf­zuschlag von 5 Prozent ab 50 000 Euro hinterzogener Steuern. Diese Grenze liegt jetzt bei 25 000 Euro – und es werden bereits 10 Prozent Zuschlag fällig. Ab einem Betrag von mehr als 100 000 Euro Hinterziehungs­summe liegt der Zuschlag sogar bei 15 Prozent, ab einer Million Euro bei 20 Prozent.

Auch Normal­verdiener betroffen

Die nied­rigeren Grenz­beträge sorgen auch dafür, dass viel mehr Steuer­pflichtige den Zuschlag zahlen müssen. Gerade wer Unternehmer ist und seine Umsatz­steuer-Voranmeldung zu spät abgibt, sollte aufpassen. Auch Geschäfte im Internet können riskant sein. Hier fahndet der Fiskus mit einer speziellen Software auf Internetportalen wie Myhammer, Ebay oder Amazon nach Steuersündern, die gewerb­lich handeln, aber keine Steuern zahlen (Special Steuerfallen für Ebay-Händler, Finanztest 2/2015).

Zehn Jahre offenlegen

Auch wenn nur die letzten fünf Jahre strafrecht­lich relevant sind, müssen reumütige Steuersünder für die vergangenen zehn Jahre die Karten auf den Tisch legen. Nur dann bleiben sie straffrei.

Selbst­anzeige nur mit Beratung

Straffrei geht nur aus, wer alle Formalien einhält. Das bedeutet auch, dass die Straftat vom Finanz­amt noch nicht entdeckt worden ist. Außerdem müssen die Vergehen lückenlos offengelegt und die Nach­zahlung umge­hend an das Finanz­amt über­wiesen werden. Eine Beratung durch einen Steuer­anwalt ist daher ratsam.

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