Das Finanzministerium hat im Steuerskandal rund um Ex-Postchef Klaus Zumwinkel zur Selbstanzeige aufgerufen und Straffreiheit in Aussicht gestellt. test.de erklärt, in welchen Fällen sich eine Selbstanzeige lohnt und welche Risiken sie birgt.

Ab Entdeckung kein Pardon mehr

Steuerhinterzieher sind etwas ganz Besonderes: Anders als alle anderen Kriminellen haben sie auch nach vollendeter Tat noch die Möglichkeit, sich Straffreiheit zu sichern. Wer falsche Angabe dem Finanzamt gegenüber korrigiert und verkürzte Steuern samt Säumniszuschlägen zügig nachzahlt, bleibt straffrei. Voraussetzung allerdings: Es läuft noch kein Ermittlungsverfahren, und die Steuerhinterziehung ist noch nicht entdeckt.

Munition für die Fahnder

Den aktuell in den Skandal rund um Ex-Postchef Klaus Zumwinkel verwickelten Steuersündern, alle offenbar Kunden der Liechtensteiner LGT-Bank, wird eine Selbstanzeige daher wahrscheinlich nichts mehr nützen. Wenn die Behörden sie schon konkret im Verdacht haben, kommt die Selbstanzeige zu spät. Achtung: Wer dennoch eine solche abgibt, läuft Gefahr, den Staatsanwälten die Arbeit zu erleichtern und ihnen Informationen zu liefern, an die die Fahnder sonst nicht herankommen würden.

Beratung sinnvoll

Damit die Selbstanzeige wirklich zur Straffreiheit führt, muss sie richtig und vollständig sein und rechtzeitig abgegeben werden. Im Detail wirds kompliziert. Wer die Gefahr sieht, wegen Steuerhinterziehung ins Visier der Fahnder zu geraten, sollte sich daher unbedingt sofort von einem Fachanwalt für Steuerrecht beraten lassen. Er kann am ehesten abschätzen, ob eine Selbstanzeige Sinn macht und weiß, was alles zu beachten ist, um sich nicht statt Straffreiheit einen besonders unangenehmen kurzen Prozess einzuhandeln. Auf Steuerhinterziehung stehen bis zu fünf Jahre Haft; in besonders schweren Fällen kann das Gericht sogar bis zu zehn Jahre verhängen.

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