Steuerfreie Extras Special

Zahlt der Chef den Yogakurs, profitiert nicht nur der Arbeitnehmer.

Mehr Brutto, ein Bonus oder eine Sonderzahlung – Steuern und Sozial­abgaben fressen die schönen Belohnungen vom Chef gleich wieder auf. Der Blick auf die Gehalts­abrechnung zeigt: Netto bleibt im Monat der Auszahlung oft nicht einmal die Hälfte. Spendiert der Chef Handy, Jobti­cket oder Yoga, bringt das oft mehr.

Von der Brutto­erhöhung bleibt netto oft nur die Hälfte

Verdient etwa ein gesetzlich versicherter Single in Steuerklasse I brutto monatlich 3 500 Euro und erhält er eine einmalige Prämie von 1 500 Euro, steigt sein Netto lediglich um rund 745 Euro. Von der Brutto­erhöhung bekommt er gerade mal knapp 50 Prozent ausgezahlt.

Bei steuerfreien Extras haben Chef und Arbeitnehmer beide was davon

Natürlich ist das zusätzliche Geld besser als nichts, es gibt aber finanziell attrakti­vere Lösungen: Handeln Arbeitnehmer mit ihrem Vorgesetzten statt­dessen Jobti­cket, Yogakurs oder Kitabeiträge aus, profitieren sie wirt­schaftlich mehr. Diese und viele andere Gehalts­extras erhalten Mitarbeiter nämlich steuer- und sozial­abgabenfrei. Davon profitieren das eigene Bank­konto und der Chef: Er zahlt auf die meisten dieser Extras keine Sozial­abgaben und weniger Steuern.

Unser Rat

Verhand­lungs­sache. Ein neuer Job lockt oder eine Gehalts­runde steht an? Sie erwarten eine Sonderzahlung oder Lohn­erhöhung? Handeln Sie statt einer Brutto­erhöhung steuerfreie Extras mit Ihrem Chef aus, etwa eine Bahncard, ein Jobti­cket, einen Yogakurs oder ein Handy. Er kann sogar Kitabeiträge für Ihre Kinder bezahlen und eine kurz­fristige Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen im Notfall, wenn Sie arbeiten müssen. Ein Anrecht auf die Extras haben Sie aber nicht.

Sach­prämie lohnt sich mehr als Geld­prämie

Hat etwa der Single aus dem Beispiel mit seinem Chef vereinbart,dass dieser ihm ein neues Notebook für 1 300 Euro kauft und zur privaten Nutzung über­lässt, bekommt er das steuerfrei zusätzlich zu seinem Lohn. Auch wenn der Wert 200 Euro unter der Geld­prämie liegt, ist das für ihn immer noch ein gutes Geschäft. Vor allem, wenn er sich ohnehin ein neues Gerät zulegen wollte. Am Ende hat er netto mehr, als wenn er sich für die Geld­prämie entschieden hätte.

Geringere Lohn­neben­kosten für den Arbeit­geber

Auch für seinen Arbeit­geber geht die Rechnung auf: Er muss das Notebook zwar pauschal mit 25 Prozent versteuern (325 Euro), zahlt darauf aber keine Sozial­abgaben. Viele Personal­abtei­lungen schließen solche Vereinbarungen gern, weil die Firma so weniger Lohn­neben­kosten hat. Worauf Arbeit­geber dabei achten müssen, erfahren sie mit einer Anrufungs­auskunft beim Finanz­amt. Die Liste der steuer­begüns­tigten Extras reicht von Sachbezügen in Form von Benzin- oder Essen­gutscheinen über Smartphones, Jobti­ckets und Fitness­kurse bis zu Vermögens­beteiligungen.

Auch Elektromobilität wird so gefördert

Seit Anfang 2017 dürfen Unternehmen sogar Strom zum Aufladen von Elektro­autos abgabenfrei bereit­stellen (siehe auch 16 steuerfreie Extras).

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