Steuerfreie Extras Jobti­cket vom Chef geschenkt

24.01.2019
Steuerfreie Extras - Jobti­cket vom Chef geschenkt
Etwa 4,8 Millionen Berufs­tätige pendeln täglich mit der Bahn zur Arbeit. © picture alliance / dpa

Monats- und Jahres­fahr­karten für den öffent­lichen Nahverkehr dürfen Unternehmen jetzt komplett steuerfrei zum Gehalt an ihre Mitarbeiter weitergeben – auch zur privaten Nutzung. Arbeitnehmer müssen das Ticket weder versteuern noch Sozial­abgaben darauf zahlen. Die Steuerfreiheit gilt sowohl für die komplette Kosten­über­nahme als auch für Zuschüsse zu Fahr­karten für öffent­liche Verkehrs­mittel. Bisher mussten Arbeit­geber Zuschüsse pauschal versteuern.

Gutscheine zusätzlich möglich

Viele Arbeit­geber haben bislang für einen anteiligen Zuschuss zum Jobti­cket die Frei­grenze von 44 Euro für Sachbezüge genutzt. Solche Sachbezüge wie Tank­karten oder Essens­gutscheine können Firmen steuerfrei zusätzlich zum Gehalt an ihre Angestellten verteilen. Waren die 44 Euro jedoch für ein Jobti­cket bereits verbraucht, war die Steuerfreiheit aufgebraucht. Jetzt können Gutscheine zusätzlich zum Jobti­cket steuerfrei ausgegeben werden.

Unter Umständen ist sogar die Bahncard 100 steuerfrei

Die Steuerfreiheit gilt nur für den öffent­lichen Nahverkehr. Trotzdem kann sogar eine Bahncard steuerfrei von Beschäftigten genutzt werden. Selbst eine Bahncard 100 kann steuerfrei bleiben, wenn sie privat oder für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeits­ort genutzt wird: Prognostiziert der Arbeit­geber beim Kauf der Bahncard 100 für seinen Mitarbeiter, dass seine Kosten für berufliche Einzel­fahrten mit der Bahn die Kosten für den Kauf der Bahncard über­steigen, wird diese aus über­wiegend eigen­betrieblichem Interesse erworben. Sollte sich nach­träglich heraus­stellen, dass die Prognose falsch war, ändert das an der Steuerfreiheit für den Mitarbeiter nichts mehr.

Steuerfreie Extras sind Verhand­lungs­sache

Solche steuerfreien Extras, die der Arbeit­geber zusätzlich zum Gehalt zahlt, sind freiwil­lig. Mitarbeiter haben keinen Anspruch, es sei denn er ist in Betriebs­ver­einbarungen, Haus­tarifen oder Tarif­verträgen verbrieft. Ansonsten sind Extras Verhand­lungs­sache. Mehr zum Thema in unserem Special Steuerfreie Extras: Mehr Gehalt? Lieber Handy, Jobticket oder Yoga!

24.01.2019
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