Steuererstattung Meldung

Es kann sich lohnen, für eine Solar­anlage extra einen Schuppen, eine Scheune oder einen Carport zu bauen oder zu modernisieren. Sind bestimmte Bedingungen erfüllt, erstattet das Finanz­amt anteilig die Umsatz­steuer für die Baukosten. Das entschied jetzt der Bundes­finanzhof (BFH) zugunsten von drei Bauherren (Az. XI R 29/09, XI R 21/10, XI R 29/10).

Betreiber einer Solar­anlage gelten grund­sätzlich steuerlich als Unternehmer, wenn sie den Strom ins Netz der Energieversorger einspeisen und dafür eine Vergütung erhalten. Deshalb erkannte der BFH die Umsatz­steuer an – allerdings nur anteilig für den unternehmerisch genutzten Teil des Gebäudes.

Rechnung für die anteilige Nutzung

Ein Mann errichtet 2011 auf seinem Grund­stück einen Schuppen für 8 330 Euro, die Umsatz­steuer beträgt 1 330 Euro. Die Umsatz­steuer für die Solar­anlage für 11 000 Euro beträgt 1 756 Euro.

Fiktive Miet­einnahmen für die Vermietung des Schuppens: 200 Euro
Fiktive Miet­einnahme für Vermietung des Daches für Solarmodule: +   200 Euro

Summe: = 400 Euro

Anteil fiktiver Miete für Solardach: 50 Prozent
Anteil der anerkannten Umsatz­steuer: 50 % von 1 330 Euro: 665 Euro
Umsatz­steuer für Solar­anlage: + 1 756 Euro

Erstattung vom Finanz­amt: = 2 421 Euro

Das Finanz­amt muss 665 Euro Umsatz­steuer für den Schuppen erstatten, weil der Mann das Gebäude zu 50 Prozent unternehmerisch nutzt. Weniger als 10 Prozent dürfen es aber nicht sein.

Tipp: Damit das Finanz­amt die Umsatz­steuer erstattet, müssen Sie sich als Betreiber einer Solar­anlage zur Umsatz­steuer verpflichten. Das lohnt sich, auch wenn Sie als Klein­unternehmer mit weniger als 17 500 Euro Einnahmen im Jahr davon befreit sind. Die Umsatz­steuer, die Sie für Ihren ins Netz einge­speisten Strom zahlen müssen, können Sie dem Netz­betreiber in Rechnung stellen und leiten sie dann ans Finanz­amt weiter.

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