Die Steuerlast Schritt für Schritt berechnen

Viele Ruheständler leben nicht nur von der gesetzlichen Rente. Für ihre zusätzlichen Einkünfte gelten andere Regeln.

Gesetzliche Rente:
Welcher Anteil der gesetzlichen Rente steuerpflichtig ist, hängt davon ab, wann die Rente erstmals gezahlt wurde. Das gilt nicht nur für die Altersrente, sondern auch für gesetzliche Erwerbsminderungs- und Witwenrenten sowie für Leistungen aus einem berufsständischen Versorgungswerk oder von der landwirtschaftlichen Alterskasse:

Rentenbeginn / Steuerpflichtiger Teil
Vor 2006 / 50 Prozent
2006 / 52 Prozent
2007 / 54 Prozent
2008 / 56 Prozent

Der andere Teil der Rente bleibt steuerfrei. Bekommt ein Rentner ab 2006 jeden Monat 1 000 Euro, gilt für ihn jedes Jahr wieder der Freibetrag von 5 760 Euro (48 Prozent von 12 000 Euro). Dieser Freibetrag bleibt während des gesamten Rentenalters gleich. Er ändert sich nur, wenn die Rente neu berechnet wird.

Unfallrente:
Leistungen einer gesetzlichen Unfallversicherung sind steuerfrei.

Leistungen privater Versicherungen:
Kapitalauszahlungen aus einer privaten Renten- oder Kapitallebensversicherung sind steuerfrei, wenn der Vertrag vor 2005 mit einer Laufzeit von mindestens zwölf Jahren abgeschlossen wurde.

Von einer unbefristeten Rente aus einer privaten Rentenversicherung versteuert der Versicherte den Ertragsanteil. Dessen Höhe hängt vom Rentenbeginn ab:

Rentenbeginn mit / Steuerpflichtiger Teil
60 und 61 Jahren / 22 Prozent
62 Jahren / 21 Prozent
63 Jahren / 20 Prozent
64 Jahren / 19 Prozent
65 Jahren / 18 Prozent

Firmenrente:

  • Renten und Kapitalzahlungen aus Pensionskassen und Direktversicherungen werden wie Leistungen privater Rentenversicherungen abgerechnet, wenn die Verträge vor 2005 geschlossen und die Beiträge versteuert wurden.
  • Voll steuerpflichtig sind Zahlungen aus Pensionskassen, Pensionsfonds und Direktversicherungen, in die Lohn und Betriebskapital steuerfrei eingezahlt wurden. Für die Einkünfte kann der Ruheständler in der Steuererklärung aber einen Altersentlastungsbetrag geltend machen. Er bekommt ihn, wenn er am 1. Januar mindestens 64 Jahre alt war.

Entlastet wird der Rentner zum Beispiel auch für Zins- und Mieteinkünfte. Der Entlastungsbetrag wird für die Summe der Nebeneinkünfte berücksichtigt. So viel ist davon steuerfrei:

64 Jahre Anfang / Steuerfrei (Prozent) / Höchstbetrag / (Euro)
2005 / 40 ,0 / 1 900
2006 / 38,4 / 1 824
2007 / 36,8 / 1 748
2008 / 35,2 / 1 672

Pensionen:
Beamtenpensionen sind im Alter voll steuerpflichtig. Das Gleiche gilt für Pensionen und Kapitalleistungen aus Unterstützungskassen oder Pensionszusagen, wenn steuerfreie Beiträge gezahlt wurden. Doch die Pensionäre können in der Regel ab dem 63. Lebensjahr Freibeträge geltend machen. Von den Einnahmen werden ein Versorgungsfreibetrag sowie ein zusätzlicher Freibetrag abgezogen. Die Höhe des Anteils und der maximale Versorgungsfreibetrag richten sich nach dem Beginn der Pensionszahlung.

Beginn im Jahr / Steuerfrei (Prozent) / Max. Versorgungsfreibetrag (Euro) /  Zusätzl. Freibetrag (Euro)
Vor 2006 / 40,0 / 3 000 / 900
2006 / 38,4 / 2 880 / 864
2007 / 36,8 / 2 760 / 828
2008 / 35,2 / 2 640 / 792

Riester-Rente:
Rentenzahlungen sind im Alter komplett steuerpflichtig.

Nebenjob:
Rentner können bis zu 400 Euro im ­Monat in einem pauschal versteuerten Nebenjob steuerfrei verdienen. Sind sie unter 65 Jahre wird jedoch bei Einkünften über 350 Euro die Rente gekürzt. Lohn über 400 Euro müssen alle Rentner abrechnen. Ab dem 64. Lebensjahr können sie dafür den Altersentlastungsbetrag geltend machen (siehe Firmenrente).

Kapital- und Mieteinnahme:
Zinsen und andere Kapitaleinkünfte oberhalb des Sparerfreibetrags sind steuerpflichtig. Für 2006 liegt der Sparerfreibetrag bei 1 370/2 740 Euro (Alleinstehende/Ehepaare). Ab 2007 beträgt er nur noch 750/1 500 Euro. Außerdem können Rentner Werbungskosten von 51/102 Euro abrechnen. Für Kapital- und Vermietungseinkünfte können sie zudem den Altersentlastungsbetrag (siehe Firmenrenten) berücksichtigen.

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