Steuererklärung Special

Am 31. Mai endete die Abgabe­frist für die Steuererklärung 2015. Finanztest zeigt, wann säumige Steuerzahler mit Zuschlägen, Zins­forderungen, Zwangs­geld oder einer Steuerschät­zung rechnen müssen.

Schon­frist: 1. Juni

Frist­verlängerung beantragen

  • Am 1. Juni ist die Frist zwar abge­laufen, Sie haben aber immer noch die Möglich­keit, eine Verlängerung zu beantragen − per Telefon oder Post. Das geht auch rück­wirkend.

Kontakt zum Steuerhelfer aufnehmen

  • Der 31. Mai gilt nicht für Sie, wenn Sie Hilfe vom Steuerberater oder Lohn­steuer­hilfe­ver­ein bekommen. Ihr Steuerhelfer kann eine Frist­verlängerung bis zum 31. Dezember beantragen. Sie müssen nur Kontakt zu ihm aufnehmen, eine Beratung kann später statt­finden.

Sanktionslos nach­holen

  • In den ersten Wochen nach dem 31. Mai regt sich das Finanz­amt meist nicht. In dieser Zeit können Sie Ihre Steuererklärung nach­holen, ohne dass Sie Sanktionen befürchten müssen. Schi­cken Sie Ihre Unterlagen einfach ab, ohne die Verspätung zu begründen. Ein Verspätungs­zuschlag ist unwahr­scheinlich, wenn die Frist nur ein paar Tage über­schritten wurde.

Letzte Warnung: 15. Juli

Schriftliche Erinnerung

  • Sechs bis acht Wochen nach Frist­ab­lauf schickt das Finanz­amt Ihnen eine Erinnerung. Darin setzt es Ihnen eine Frist von vier bis sechs Wochen für die Abgabe. Das ist aber keine Frist­verlängerung. Das Amt sieht lediglich bis zum angegebenen Zeit­punkt von Sanktionen ab, weist jetzt aber bereits auf Konsequenzen (Zwangs­geld, Schät­zung) hin, wenn Sie weiter nicht abgeben.

Zu spät: 1. September

Verspätungs­zuschlag

  • Wenn Sie Ihre Erklärung stark verspätet abgeben, kann das Amt rück­wirkend einen Verspätungs­zuschlag verlangen. Ob er anfällt und wie hoch er ist, entscheidet Ihr Sach­bearbeiter. Der Zuschlag beträgt derzeit bis zu 10 Prozent der fest­gesetzten Steuer, maximal 25 000 Euro. Er kann sogar fällig werden, wenn Sie eine Erstattung bekommen.

Zins­forderung

  • Zusätzlich zum Verspätungs­zuschlag kann das Finanz­amt Zinsen verlangen. Ab dem 16. Monat nach Ende des zu erklärenden Zeitraums darf die Behörde 0,5 Prozent Zinsen pro vollen Monat verlangen.

Steuerschät­zung

  • Wer nicht reagiert, kann geschätzt werden. Dabei über­schlägt der Sach­bearbeiter Ihre Einkünfte und orientiert sich am Vorjahr. Auf die vermuteten Einkünfte wird eine vorläufige Steuer erhoben. Sie fällt in der Regel höher aus als die tatsäch­liche. Das soll Steuerzahler anhalten, ihre Steuererklärung abzu­geben. Achtung: Ihre Abgabe­pflicht bleibt trotz Schät­zung bestehen.

Bezahlen ohne Erklärung

  • Wenn Sie Ihre Steuerlast zahlen, die sich aus einer Schät­zung ergeben hat, und weiter keine Steuererklärung abgeben, holen Sie sich Ärger ins Haus (gilt ab 50 000 Euro): Die Steuerbehörde geht dann davon aus, dass die geschätzte Steuerlast nied­riger war als Ihre tatsäch­liche. Im schlimmsten Fall kann die Einleitung eines Straf- oder Bußgeld­verfahrens drohen.

Androhung Zwangs­geld

  • Geben Sie auch nach der Erinnerung nicht ab, wird Ihnen das Finanz­amt ein Zwangs­geld androhen. Gleich­zeitig wird die Behörde eine angemessene Frist (mehrere Wochen) zur Abgabe setzen.

Fest­setzung Zwangs­geld

  • Reagieren Sie nach der Zwangs­geldan­drohung immer noch nicht, wird ein Zwangs­geld fest­gesetzt. Das Zwangs­geld kann bis zu 25 000 Euro betragen.

Neu ab 2019

  • Fristen länger. Steuerzahler soll ab 2019 zwei Monate länger Zeit haben. Sie müssen ihre Steuererklärung für 2018 erst am 31. Juli abgeben. Bei Beratung durch Lohn­steuer­hilfe­ver­eine oder Steuerberater soll sich die Frist bis zum letzten Februartag des zweiten Folge­jahres verlänger.
  • Verspätung teurer. Wer zu spät abgibt und nach­zahlen muss, hat künftig mit mindestens 25 Euro Verspätungs­zuschlag pro Monat zu rechnen.

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