Steuererklärung Meldung

Wer in der Steuererklärung Fehler gemacht hat, weil er das Steuerchinesisch nicht verstand, kann später noch nachbessern. Das billigte das Finanzgericht Köln jedenfalls dem Käufer einer Eigentumswohnung zu.

Dieser hatte nicht erkannt, dass er vor dem Einzug Erhaltungsaufwand bis 22.500 Mark und eine Pauschale von 3.500 Mark geltend machen durfte. Ein Steuerprofi wies ihn erst ein Jahr später darauf hin. Die Richter verpflichteten die Finanzverwaltung dazu, den Vorkostenabzug nachträglich anzuerkennen (Finanzgericht Köln, Az: 8 K 9148/98).

Das Finanzamt hatte eine nachträgliche Anerkennung abgelehnt und dem Wohnungskäufer grobes Verschulden vorgeworfen, weil er erforderliche Angaben im Rahmen der Steuererklärung nicht gemacht habe.

Doch die Kölner Richter urteilten, Begriffe wie "nach dem Eigenheimzulagegesetz begünstigte Wohnung" oder "Vorkostenabzug", die in den Formularen auftauchen, seien steuerlichen Laien nicht geläufig. Daraus lasse sich kein grobes Verschulden ableiten.

TiPP: Nachweisliche Unklarheit der Formulare, Irrtum oder Unkenntnis steuerlicher Sachverhalte seitens der Bürger machen im Einzelfall die Änderung bereits bestandskräftiger Steuerbescheide möglich.

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