Alle Steuer­änderungen im Zoll­kodex-Anpassungs­gesetz haben den Bundes­rat passiert. Auch die Verschärfungen für Steuersünder, die sich straffrei selbst anzeigen wollen, sind in trockenen Tüchern. Damit gelten ab Januar 2015 schärfere Regeln für die Selbst­anzeige, größere Vorteile für die Alters­vorsorge und andere Änderungen.

Regeln zur Selbst­anzeige werden härter

Straffrei davon kommt ab Januar 2015 nur noch, wer seine nicht erklärten Steuern zehn Jahre zurück angibt. Bisher reichten bei leicht­fertiger und einfacher vorsätzlicher Steuer­verkürzung fünf Jahre. Für die Steuerschuld sind wie bisher Zinsen fällig. Sie steigen jetzt schon um Straf­zuschläge, wenn mehr als 25 000 Euro Steuern offen sind. Bisher lag die Grenze bei 50 000 Euro. Der Zuschlag beträgt mindestens 10 Prozent, bei mehr als 100 000 Euro Steuerschuld sind es 15 Prozent und bei mehr als einer Million Euro sind es 20 Prozent. Wer nicht zahlt, wird bestraft.

Mehr Steuer­vorteile bei der Alters­vorsorge

Weitere Änderungen: Berufs­tätige können 2015 mehr für die gesetzliche Renten­versicherung, für Versorgungs­werke und Rürup-Verträge als Sonder­ausgaben absetzen. Der Höchst­betrag für jeden beträgt 22 172 Euro. Bisher waren es 20 000 Euro im Jahr. 80 Prozent erkennt das Finanz­amt dann an. Bisher waren es 78 Prozent.

Ausführ­liche Informationen zu diesen und vielen weiteren Steuer­änderungen für 2015 im großen Special Was für Arbeitnehmer, Anleger und Rentner wichtig wird

Bessere Bedingungen für Arbeit­geber­leistungen

Neu ist ein steuerfreier Zuschuss des Arbeit­gebers. Oft sind Arbeitnehmer aus zwingenden beruflichen Gründen verhindert, Kinder oder pflegebedürftige Angehörige selbst zu betreuen. Machen sie zum Beispiel eine berufliche Fort­bildung, darf der Chef ihnen jetzt Betreuungs- oder Pflege­kosten bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei ersetzen.

Schärfere Regeln bei den Ausbildungs­kosten

Verschärft haben sich die Bedingungen für Auszubildende, die für eine Zweit­ausbildung ohne Arbeits­verhältnis unbe­grenzt Werbungs­kosten absetzen wollen. Das Finanz­amt erkennt ihre erste Ausbildung nur an, wenn diese mindestens 12 Monate gedauert hat. Andernfalls sind Ausbildungs­kosten jetzt Sonder­ausgaben.

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