Viele sollten bis 2. Juni ihre Steuer erledigen. Das geht am besten am PC. Nachbessern können sie später noch.

Steuererklärung Special

Keine Frage, kaum jemand macht seine Steuererklärung gerne. Doch vielen bringt sie Geld zurück: Arbeitnehmer bekommen im Schnitt knapp 900 Euro.

Wir zeigen an einem einfachen Musterfall, wie sie ihre steuersenkenden Ausgaben geltend machen. Unser Mann rechnet 3 030 Euro Jobkosten und viele weitere typische Kosten beim Finanz­amt ab. Am Ende erhält er rund 2 500 Euro zurück (siehe Grafik)

Gleichloslegen kann jeder, der sich bereits beim Elster­Online-Portal der Finanz­verwaltung unter www.elster.de registriert hat. Selbst wenn noch einzelne Unterlagen fehlen, kann er die Steuererklärung erst mal online abschi­cken. Fehlende Posten darf er noch nach Erhalt des Steuer­bescheids in der einmonatigen Einspruchs­frist nach­reichen.

Onlineerklärung noch bequemer

Nutzer des Onlineportals können neuerdings gleich Daten für ihre Steuererklärung über­nehmen, die Arbeit­geber und Versicherer an das Finanz­amt melden mussten. Ist das ElsterFormular auf dem PC installiert, geht es los unter Datei/Neu – „Einkommensteuererklärung für 2013 neu erstellen“.

Unter dem Menü­punkt „Beleg­abruf“ können sie durch das Programm auto­matisch vom Finanz­amt abge­rufene Zahlen wie Lohn, Kranken-, Pflege- und Renten­versicherungs­beiträge, Renten, Riester- und Rürup-Beiträge eintragen lassen. Dafür ist ein Abrufkode nötig, den beim Elster-Portal Registrierte per Post erhalten oder noch unter „Beleg­abruf“ beantragen können.

Tipp: Prüfen Sie, ob die Beträge stimmen und in der richtigen Zeile stehen. Mit Ihrer Unter­schrift unter der Erklärung – elektronisch oder hand­schriftlich – bestätigen Sie das. Das Amt haftet nicht für Richtig­keit.

Diese Posten bringen viel Geld

Besonders wichtig sind für Arbeitnehmer die oft hohen Jobkosten. Damit senken sie ihre Steuern, sobald die Ausgaben die 1 000-Euro-Pauschale über­steigen.

Um ihre Kosten für Arbeits­wege, Arbeits­mittel und andere Werbungs­kosten einzutragen, wählen sie die „Anlage N“ am linken Bild­schirmrand in ElsterFormular aus. Alternativ führt der „Interviewmodus“ (unter „Eingabemodus“) durch die Erklärung. Sind mehr Zeilen zum Eintragen nötig, lassen sich meist welche mit dem Schalter „Hinzufügen“ — graues Feld unter der hell­gelben Vordruck­zeile — erzeugen.

Tipp: Vergessen Sie nicht, im Mantelbogen Ihre Ausgaben für Hilfen im Haushalt anzu­geben, auch solche für den Haushalt in Ihrer selbst­genutzten Ferien­wohnung. Absetzen können Sie auch Ihre anteiligen Kosten als Mieter — etwa für die Reinigung des Treppen­hauses. Weitere wichtige Posten im Mantelbogen sind Spenden und Kirchen­steuer. Betragen sie mehr als 36 Euro (Ehepaare 72 Euro), senken sie Ihre Steuerschuld.

Getrennte oder gemein­same Erklärung

Für Ehe- und gesetzliche Lebens­partner kann es güns­tiger sein, wenn jeder seine Erklärung macht. In der Einzel­ver­anlagung kann jeder Partner seine eigenen Sonder­ausgaben, außergewöhnlichen Lasten und Ausgaben für Dienst­leister im Haushalt absetzen. Alternativ können die Partner beantragen, dass die Behörde ihre gemein­samen Ausgaben halbiert (Mantelbogen, Zeile 95).

Die meisten Paare schneiden jedoch mit der gemein­samen Veranlagung am besten ab, vor allem wenn ein Partner wesentlich mehr als der andere verdient.

Tipp: Auf Knopf­druck können Sie die beiden Varianten mit den meisten kommerziellen PC-Steuer­programmen vergleichen.

Immer weniger Belege

Belege sind nur nötig, wenn sie Pflicht sind wie für Spenden oder wenn sich 2013 etwas geändert hat, was die Steuer beein­flusst – etwa ein neu einge­richtetes Arbeits­zimmer.

Tipp: Heben Sie alle Belege bis zur Bestands­kraft des Steuer­bescheids auf. Das Finanz­amt kann sie später noch anfordern.

Dieser Artikel ist hilfreich. 15 Nutzer finden das hilfreich.