Steuererklärung Special

Bis 1. Juni müssen viele ihre Steuererklärung für 2014 erledigen. Das ist oft schneller getan als gedacht. Wer nicht alle Unterlagen da hat, kann Belege nach­reichen.

Die Steuererklärung für 2014 brennt unter den Nägeln? Viele müssen sie bis zum 1. Juni beim Finanz­amt einreichen. Doch auch wer nicht dazu verpflichtet ist, sollte nicht warten, damit nichts in Vergessenheit gerät. Die Steuererstattung ist oft höher als gedacht. Im Schnitt bekamen Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren jähr­lich 900 Euro zurück.

In unserem Musterfall hat eine Familie inklusive Solidaritäts­zuschlag sogar fast 2 000 Euro zu viel Steuern gezahlt (siehe PDF). Dabei ergibt sich ihre Erstattung nicht einmal aus dem Splitting­tarif, den Ehepaare und gesetzliche Lebens­partner bei gemein­samer Veranlagung erhalten (Zeile 24 im Mantelbogen ankreuzen). Die Eheleute bekommen – wie viele Arbeitnehmer – Geld zurück, weil sie erst über die Jahres­abrechnung beim Finanz­amt ihre Ausgaben geltend machen.

Die Chefs der beiden haben im vergangenen Jahr beim Steuer­abzug jeweils nur diese Pauschalen berück­sichtigt: 1 000 Euro für Jobkosten, 36 Euro für Sonder­ausgaben wie Spenden und eine Vorsorgepauschale für Renten-, Kranken- und Pflege­versicherung.

Jetzt hohe Jobkosten abrechnen

Doch das Paar hatte 2014 wie die meisten Arbeitnehmer viel höhere Ausgaben, die steuerlich zählen. Für Jobkosten wurden in der Lohn­steuer­rechnung für jeden 1 000 Euro berück­sichtigt. Alle Jobkosten über der Grenze bringen Ersparnis.

Davon profitiert unsere Musterfrau. Sie kann für ihren Arbeitsweg 1 320 Euro Pend­lerpauschale absetzen: 30 Cent x 220 Arbeits­tage x 20 Entfernungs­kilometer (einfache Wegstrecke). Das sind schon 320 Euro über der Grenze. Dazu kommen für Bewerbungs­gespräche 219 Euro Reise­kosten. Auch die 150 Euro für professionelle Bewerbungs­unterlagen zählen mit. Nebenbei macht die Frau ein Fern­studium und kann deshalb ihre Arbeits­zimmerkosten (1 250 Euro) abziehen. Die 2 939 Euro Jobkosten bringen rund 617 Euro Steuererstattung.

Auch private Ausgaben zählen

Dazu kommen private Ausgaben. Das sind bei dem Paar 250 Euro für Spenden, 1 800 Euro Betreuungs­kosten für die Tochter und 2 400 Euro Schulgeld. Außerdem machen die beiden 1 250 Euro für Zahn­ersatz des Mannes und 1 800 Euro für das Pfle­geheim der Mutter der Ehefrau geltend. Das bringt 800 Euro zurück.

Direkt von der Steuer zieht die Behörde 20 Prozent der Lohn­kosten für Hand­werker und Pflege­kosten im Haushalt ab. Das bringt noch mal rund 517 Euro.

Insgesamt hat das Muster­paar 1 940 Euro zu viel Lohn­steuer und Solidaritäts­zuschlag bezahlt. So viel muss das Finanz­amt nach dem Steuer­bescheid erstatten.

Gemein­sam oder getrennt

Statt der gemein­samen Steuererklärung könnten die beiden auch jeder seine eigene machen. Das gilt auch für gesetzliche Lebens­partner. Sie verzichten zwar dann auf den Splitting­tarif. Das kann dennoch güns­tiger sein, etwa weil auf diese Weise ein Partner seine Krank­heits­kosten absetzen kann, da sie nun über der zumut­baren Belastung liegen (siehe PDF Tabelle S. 62 unten rechts).

Die Einzel­ver­anlagung kann auch güns­tiger sein, wenn ein Partner 2014 ...

  • längere Zeit Eltern-, Kurz­arbeiter-, Arbeits­losen- oder Krankengeld erhalten hat,
  • mehr Versicherungs­beiträge absetzen kann, weil einer gesetzlich versichert ist, der andere privat und relativ nied­rige Beiträge gezahlt hat,
  • nicht mehr berufs­tätig ist oder weitere Einkünfte hat.

Tipp: Vergleichen Sie mit einem PC-Steuer­programm, was güns­tiger ist. Meist bringt die gemein­same Veranlagung Vorteile. Dies gilt besonders, wenn ein Partner viel mehr verdient hat als der andere. Haben Sie sich für eine Veranlagungs­art entschieden, dürfen Sie zur anderen Art noch wechseln, solange Ihr Bescheid nicht bestands­kräftig ist.

Für unsere Muster­eheleute wäre die Einzel­ver­anlagung etwas güns­tiger. Sie erhielten rund 25 Euro mehr Steuern zurück.

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