Arbeitnehmer, die freiwillig eine Steuererklärung abgeben können, haben womöglich ­sieben Jahre Zeit, ihre zu viel gezahlte Steuer zurückzufordern. Derzeit müssen sie ihre Erklärung innerhalb von zwei Jahren beim Finanzamt einreichen – zum Beispiel für 2004 bis zum 31. Dezember 2006 – sonst geht nichts mehr.

Das hält der Bundesfinanzhof (BFH) für verfassungswidrig, weil alle anderen, die zur Steuererklärung verpflichtet sind, nämlich auch noch nach Ablauf der Zweijahresfrist eine Steuererstattung erreichen können (Az. VI R 46/05, Az. VI R 49/04). Das letzte Wort hat nun das Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvL 55/06, Az. 2 BvL 56/06).

Tipp: Lehnt das Finanzamt wegen der verstrichenen Zweijahresfrist ab, legen Sie Einspruch ein und verweisen auf die Verfahren beim Bundesverfassungsgericht. Unabhängig davon muss das Finanzamt aber Ihre Steuererklärungen für 2003 gleich bearbeiten, wenn Sie aus Unwissenheit die Abgabefrist versäumt haben und die Erklärung bis Ende des Jahres vorliegt (BFH, Az. VI R 51/04).

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