Kranken­versicherung: Finanz­amt kassiert mit

Kunden werden oft mit Prämien, Boni und Beitrags­rück­gewähr gelockt. Das Dumme ist: Das Finanz­amt kassiert mit.

Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse Atlas BKK Ahlmann erhalten dieses Jahr 120 Euro Prämie. Andere Kunden kassieren Boni für die Gesund­heits­vorsorge: 100 Euro bietet zum Beispiel die Techniker Krankenkasse jedem, der zur Krebs­früh­erkennung geht und mindestens fünf weitere Angebote nutzt. Kranken­versicherte, die Tarife mit Beitrags­rück­zahlung haben, bekommen bis zu einen Monats­beitrag erstattet, wenn sie – außer Vorsorgeunter­suchungen – keine Leistungen bean­spruchen.

Solche Rück­zahlungen vom Beitrag für die Kranken- und Pflege­versicherung gibt es für gesetzlich und privat Versicherte. Für beide gilt: Sie müssen Geld, das sie für die Basis­absicherung zurück­erhalten, in der Steuererklärung angeben. Auch die Versicherer melden dem Finanz­amt die Erstattung.

Von 120 Euro Prämie bleiben 76 Euro

Die Finanz­beamten ziehen den Betrag vom Beitrag für die Basis­absicherung in der Kranken- und Pflege­versicherung ab und erkennen nur den Rest als Sonder­ausgabe an.

Beispiel: Gab es 120 Euro Prämie für die Mitgliedschaft, zieht das Finanz­amt so viel vom Versicherungs­beitrag ab. Ein Kassen­mitglied mit 35 Prozent Grenz­steu­ersatz zahlt deshalb 44 Euro mehr Einkommensteuer und Solidaritäts­zuschlag. Von der Prämie bleiben nur 76 Euro übrig.

Die Erstattung von Kosten mindert nicht die Versicherungs­beiträge. Bekommen gesetzlich Versicherte zum Beispiel Ausgaben für alternative Arznei­mittel, Osteo­pathie und Gesund­heits­kurse ersetzt, gehen diese das Finanz­amt nichts an.

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