Ein pauschal versteuerter Minijob kann für viele Steuerzahler unattraktiver werden. Bisher spielte eine solche geringfügige Beschäftigung für die Steuererklärung keine Rolle, doch das soll sich nach Angaben der Finanzbehörden ändern.

Minijobber, die eine Steuererklärung abgeben – etwa weil sie zusätzlich einen Vollzeitjob haben oder weil sie mit ihrem Ehepartner gemeinsam veranlagt werden –, sollen künftig in der Jahresabrechnung Auskunft über ihre geringfügige Beschäftigung geben. Der Haken: Dadurch kann die Steuerlast für die Minijobber und ihre Partner steigen, weil sie womöglich weniger Sonderausgaben absetzen können. Denn die Versicherungsbeiträge, die der Arbeitgeber für den Minijob leistet, sollen bei den Sonderausgaben künftig mitzählen.

Für Steuerpflichtige mit mittlerem bis hohem Einkommen kann sich so die Steuerlast erhöhen. Das zeigt folgendes Beispiel: Ein Ehemann ist angestellt beschäftigt, seine Frau hat einen Minijob. Für 2007 berücksichtigt das Finanzamt 64 Prozent der Rentenversicherungsbeiträge, die sie und ihre Arbeitgeber geleistet haben, wenn es die Sonderausgaben berechnet. Wird der Minijob berücksichtigt, kommt das Paar auf 259 Euro weniger Sonderausgaben:

Abziehbare Sonderausgaben ohne Minijob
Bruttojahreseinkommen Ehemann: 45 000 Euro
Rentenversicherungsbeitrag gesamt
(RV-Beitrag, 19,9 Prozent): 8 955 Euro
vom Finanzamt anerkannt: 64 % (2007): 5 731 Euro
- Arbeitgeberbeitrag (8 955 : 2): 4 477 Euro
Sonderausgaben für RV-Beiträge: 1 254 Euro

Abziehbare Sonderausgaben mit Minijob
gesamter RV-Beitrag Job Mann: 8 955 Euro
+ RV-Beitrag Arbeitgeber für den Minijob der Frau
(15 % von 4 800 Euro): 720 Euro
RV-Beiträge für Jobs von Mann und Frau: 9 675 Euro
vom Finanzamt anerkannt: 64 % (2007): 6 192 Euro
- Arbeitgeberbeitrag (Job Mann): 4 477 Euro
- Arbeitgeberbeitrag (Minijob Frau): 720 Euro
Sonderausgaben für RV-Beiträge: 995 Euro

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