Steuererklärung Meldung

Belege sortieren lohnt sich. Im Schnitt gibt es bei der Steuererklärung 900 Euro zurück.

Von wegen Wonnemonat. Viele Menschen verbinden zumindest mit dem 31. Mai ein mulmiges Gefühl. Grund: An diesem Tag muss die Steuererklärung für das Vorjahr beim Finanz­amt sein. Und das bedeutet: Belege zusammen­suchen, Rechnungen abheften und Formulare ausfüllen. Kleiner Trost: Im laufenden Jahr verlängert sich die Frist bis zum 2. Juni, weil der 31. Mai auf einen Samstag fällt. Dann aber wird es Ernst. Wer jetzt besonders fix sein sollte.

Pflicht zur recht­zeitigen Abgabe

Der 2. Juni ist Stichtag für alle, die eine Steuererklärung abgeben müssen, im Wesentlichen also Steuer­pflichtige, deren Gesamt­betrag der Einkünfte 2013 über dem Grund­frei­betrag von 8 130 Euro lag. Für Arbeitnehmer gelten ein paar Sonder­regeln. Sie müssen ober­halb des Grund­frei­betrags nicht stets eine Erklärung einreichen. In der Pflicht sind sie aber, wenn sie etwa

  • neben Lohn, Gehalt oder Amts­bezügen weitere steuer­pflichtige Einkünfte oder Lohn­ersatz­leistungen von jeweils mehr als 410 Euro bezogen haben,
  • im Jahres­verlauf die Steuerklassen­kombination III/V, das Faktorverfahren oder die Steuerklasse VI genutzt haben,
  • mit einge­tragenen Frei­beträgen den laufenden Lohn­steuer­abzug verringert haben.

Antrag auf Verlängerung

Gute Nach­richt für alle, die mehr Zeit benötigen: Der Abgabe­termin Anfang Juni ist nicht in Stein gemeißelt. Wer die Erklärung mithilfe eines Steuerberaters oder Lohn­steuer­hilfe­ver­eins anfertigt, hat meist bis Silvester 2014 Zeit. Auch ohne Profihilfe gibt es Spielraum: Jeder kann beim Finanz­amt eine Frist­verlängerung für einige Monate beantragen. Ein kurzer schriftlicher Antrag mit Begründung und neuem Termin­vorschlag genügt in der Regel.

Tipp: Formulieren Sie so, dass der Beamte ohne zusätzlichen Aufwand zustimmen kann („… wenn von Ihnen keine Reaktion kommt, gehe ich davon aus, dass Sie meinen Vorschlag akzeptiert haben“).

Komfortable Fristen für Freiwil­lige

Wer nicht zu einer Erklärung verpflichtet ist, kann freiwil­lig eine abgeben. Eine solche „Antrags­ver­anlagung“ für das Jahr 2013 ist bis Ende 2017 möglich. Der Aufwand lohnt sich in der Regel, da der Fiskus vielen Bürgern im Jahres­verlauf systembe­dingt mehr abnimmt, als ihm zusteht. Die Rück­zahlungen belaufen sich auf rund 10 Milliarden Euro jähr­lich – im Schnitt knapp 900 Euro pro Erstattungs­fall bei Arbeitnehmern. Gute Chancen haben Arbeitnehmer,

  • die Werbungs­kosten ober­halb des Arbeitnehmerpausch­betrags von 1 000 Euro geltend machen können,
  • die Sonder­ausgaben ober­halb der Pauschale von 36 Euro pro Jahr und höhere außergewöhnliche Belastungen hatten,
  • die nicht das ganze Kalender­jahr über angestellt waren,
  • deren private Lebens­umstände sich in steuerlicher Hinsicht verbessert haben, etwa durch eine Heirat.

Vereinfachtes Verfahren

Wer freiwil­lig eine Steuererklärung erstellt, profitiert oft von einem vereinfachten Verfahren. So können viele Arbeitnehmer, Beamte und Pensionäre statt des vierseitigen Haupt­bogens und der dreiseitigen Anlage N die zweiseitige „Vereinfachte Steuererklärung für Arbeitnehmer“ nutzen. Sie funk­tioniert bei relativ einfachen Fällen, und das sind nicht wenige. Wer indes Zusatz­einkünfte etwa aus Renten oder Gewerbe­betrieb erzielt, kann das Formular nicht nutzen. Gleiches gilt bei ein paar komplexeren Ausgaben, etwa für Unter­halts­zahlungen, eine doppelte Haus­halts­führung oder ein häusliches Arbeits­zimmer.

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