Bildungs­kosten So setzen Sie Aus- und Fort­bildung ab

Bildungs­kosten - So setzen Sie Aus- und Fort­bildung ab
Wer direkt nach dem Abi studiert, kann seine Studien­kosten nur als Sonder­ausgaben absetzen. © mauritius images / Cultura / Phil Boorman

Während Berufs­tätige ihre Ausgaben für Fort­bildungen unbe­grenzt als Werbungs­kosten absetzen können, gelten die Kosten für eine Erst­ausbildung nur als Sonder­ausgaben.

Bildungs­kosten absetzen – das Wichtigste in Kürze

Arbeitnehmer.
Liegt ein beruflicher Zusammen­hang vor, können Arbeitnehmer Ausgaben für ihre Fort- oder Weiterbildung als Werbungs­kosten absetzen. Das gilt aber nur für Aufwendungen, die nicht vom Arbeit­geber über­nommen werden. Erst wenn die Weiterbildungs­kosten zusammen mit anderen Werbungs­kosten über 1 000 Euro liegen, lohnt sich eine detaillierte Auflistung. Denn das Finanz­amt berück­sichtigt bei Arbeitnehmern auto­matisch eine Werbungs­kostenpauschale von 1 000 Euro.
Kinder auf Privatschulen.
Eltern können 30 Prozent des Schulgeldes für ihre Kinder in ihrer Steuererklärung als Sonder­ausgaben absetzen. Pro Kind sind aber maximal 5 000 Euro erlaubt. Kosten für Verpflegung und Unterbringung, etwa in einem Internat, zählen nicht.
Studierende.
Wer ein Erst­studium oder eine Erst­ausbildung absol­viert, kann seine Ausgaben für Bücher, Studien­gebühren oder tägliche Fahrten nur als Sonder­ausgaben bis zu einem Höchst­betrag von 6 000 Euro pro Jahr absetzen. Sonder­ausgaben dürfen nur in dem Jahr, in dem die Kosten angefallen sind, geltend gemacht werden. Wer keine Einkünfte in dieser Zeit hat, spart damit auch keine Steuern. Verlust­vorträge auf spätere Jahre, etwa den ersten Job mit Einkommen, sind nicht möglich.
Ausbildung, Duales Studium, Zweitstudium.
Anders sieht es steuerlich aus, wenn in einem Ausbildungs­verhältnis gleich­zeitig gelernt und gearbeitet wird, etwa in einer Lehre oder einem dualem Studium, oder wenn ein Zweitstudium wie ein Master absol­viert wird. Dann können die Kosten für die Ausbildung als Werbungs­kosten mit dem Finanz­amt abge­rechnet werden. Vorteil: Ausgaben sind unbe­grenzt absetz­bar und es kann ein Verlust­vortrag für spätere Jahre beantragt werden, in denen höhere Einkünfte zu erwarten sind und damit auch eine höhere Steuerersparnis.
Alle Details zur Steuererklärung.
Bildungs­kosten sind nicht alles. Im Ratgeber Steuern von Finanztest lesen Sie alle Details zur Steuererklärung. Hier zeigen wir Ihnen auch, wie Sie Kosten korrekt in die Erklärung eintragen.

Studierende haben hohe Ausgaben

Für Berufs­tätige, die auf eigene Kosten zur beruflichen Weiterbildung ein Drei­tages­seminar besucht haben, ist die Sache klar: Sie dürfen die Ausgaben in der Steuererklärung unbe­grenzt als Werbungs­kosten geltend machen. Doch was gilt für Studierende? Mit Fahrten zur Uni, Nach­hilfe­stunden, Lehr­gangs- und Prüfungs­gebühren, Lern­mitteln wie Computer, Laptop oder Bücher und Semesterbeitrag kommt einiges zusammen. Zählen Studien­kosten als Werbungs­kosten, lassen sie sich in spätere Jahre vortragen. Dann können Studierende noch nach dem Studium von ihren Ausgaben profitieren und damit in den ersten Berufs­jahren Steuern sparen.

Wer direkt studiert, hat steuerliche Nachteile

Doch vielen jungen Erwachsenen macht die Rechts­lage einen Strich durch die Rechnung: Sind sie direkt nach dem Abitur an die Hoch­schule gegangen oder absol­vieren sie eine schu­lische Erst­ausbildung, dürfen sie ihre Bildungs­kosten nur bis zu einer Höhe von 6 000 Euro als Sonder­ausgaben absetzen. Der Haken: Mit Sonder­ausgaben kann man nur Steuern sparen, wenn man im selben Jahr auch Einkünfte etwa Lohn, Gehalt oder Miet- oder Kapital­erträge versteuern muss. Denn Sonder­ausgaben wirken sich nur im Jahr der Ausgaben aus. Ohne Einnahmen verpuffen sie. Das Finanz­amt stellt insoweit keinen Verlust für Folge­jahre fest, der dann später mit Einnahmen verrechnet werden könnte. Da viele Studenten während der Unizeit noch nichts zum Verrechnen haben, gehen sie steuerlich mit ihren Bildungs­kosten leer aus (siehe Grafik am Ende dieses Beitrags).

Steuer­vorteile bei dualer Ausbildung oder Zweit­ausbildung

Ein Abzug als Werbungs­kosten ist dagegen möglich, wenn die Ausbildung inner­halb eines Arbeits­verhält­nisses statt­findet. Beispiele hierfür sind Berufs­ausbildungen, aber auch ein duales Studium zählt hier.

Finden schu­lische Ausbildung oder Studium nach einer bereits abge­schlossenen Berufs­ausbildung statt, ist ebenfalls ein Abzug als Werbungs­kosten erlaubt. Die Erst­ausbildung muss allerdings mindestens zwölf Monate dauern – bei mindestens 20 Stunden wöchentlich. Das Studium nach einem Taxifahrer­schein oder der Ausbildung zum Rettungs­sanitäter zählt also nicht als Zweit­ausbildung, ein Master­studium schon (siehe Grafik am Ende dieses Beitrags).

Studium und Steuer: Wichtige Entscheidung gefallen

Die steuerliche Unterscheidung von Kosten des Erst­studiums und Ausgaben für ein Zweitstudium hat das Bundes­verfassungs­gericht als verfassungs­konform bestätigt (BVerfG, Az. 2 BvL 23/14 und Az. 2 BvL 24/14). Laut Gericht vermitteln Erst­ausbildung oder Erst­studium unmittel­bar nach dem Schul­abschluss nicht nur Berufs­wissen. Sie dienen der allgemeinen Persönlich­keits­entwick­lung und fördern Begabungen und Kompetenzen, die nicht zwangs­läufig für einen konkreten Beruf notwendig sind. Deshalb dürfe der Gesetz­geber Kosten dafür als privat veranlasst werten und sie den Sonder­ausgaben zuordnen. Es bleibt also alles beim Alten, auch für Studierende, deren Steuerfälle in dem Punkt in den vergangenen Jahren offen­gehalten wurden.

Bildungs­kosten auch rück­wirkend absetz­bar

Wenn Ihre Ausgaben als Werbungs­kosten zählen, können Sie noch in späteren Jahren Ihre Steuerlast senken, sobald Sie steuer­pflichtige Einkünfte haben. Das funk­tioniert so: Auch ohne Einkommen rechnen Sie Ihre Bildungs­kosten als Werbungs­kosten in der Anlage N ab und beantragen im Mantelbogen die Fest­stellung des verbleibenden Verlustvortrags. Das Finanz­amt stellt diesen Verlust fest, der mit künftigen Einkünften verrechnet wird. Der Antrag auf Verlust­fest­stellung ist sogar rück­wirkend möglich. Das Finanz­amt muss ihn 2020 noch für die Jahre bis 2013 annehmen, wenn für das jeweilige Jahr noch keine Steuererklärung einge­reicht wurde. Die Verjährungs­frist läuft erst nach sieben Jahren ab (BFH, Az. IX R 22/14).

Wenn Sie Ausgaben für Ihr Erst­studium noch nicht abge­rechnet haben, reichen Sie Steuererklärungen nach. Die Formulare für frühere Jahre finden Sie beim Bundesfinanzministerium. Wählen Sie auf der Ministeriums­seite „Formularcenter“ und dann unter „Formulare A-Z“ die „Einkommensteuer“ mit der jeweiligen Jahres­zahl.

Eltern nutzen Ausbildungs­frei­betrag

Für Eltern gilt: Wenn das Kind für Ausbildung oder Studium nicht mehr zu Hause wohnt und sie es finanziell unterstützen, können Eltern in ihrer Steuererklärung den Ausbildungs­frei­betrag von 924 Euro nutzen. Zusätzlichen Abzug bringt nur Schulgeld für eine Berufs­ausbildung, aber nicht für ein Studium. Alle anderen Kosten können die Kinder nur selbst in ihrer Steuererklärung geltend machen.

Tipp: Die Steuer­experten der Stiftung Warentest erklären Ihnen, wie Sie auch für Ihr voll­jähriges Kind weiterhin Kindergeld bekommen können.

Diese Kosten lassen sich absetzen

Auszubildende und Studierende müssen Folgendes beachten: In Verträgen etwa für die Miet­wohnung oder das Bildungs­darlehen müssen sie selbst als Vertrags­partner auftauchen – läuft der Vertrag über die Eltern, können Kinder die Kosten nicht angeben.

Voll abzugs­fähig sind unter dieser Bedingung sämtliche Ausbildungs­gebühren, aber auch Nach­hilfe­stunden. Lern­mittel wie Kopien, Fachbücher, Laptop, Tablet oder Bücher­regal zählen ebenfalls. Sind einzelne Dinge inklusive Mehr­wert­steuer teurer als 952 Euro (bis 2017 noch 487,90 Euro), werden sie über mehrere Jahre abge­schrieben. Wurde für die Ausbildung ein Darlehen aufgenommen, zählen auch Zinsen und Gebühren, die Rück­zahlungen aber nicht.

Fahrt­kosten und zweiter Haushalt

Absetzen lassen sich auch Fahrt­kosten zur Bildungs­einrichtung. Bei einem Voll­zeitstudium oder einer rein schu­lischen Ausbildung zählen allerdings nicht die tatsäch­lichen Kosten. Zur Anwendung kommt die Entfernungs­pauschale von 30 Cent je Kilo­meter zwischen Wohnung und Bildungs­stätte.

Leben junge Erwachsene sowohl in einer Unterkunft am Ausbildungs­ort als auch zu Hause bei ihren Eltern, können sie Kosten für eine doppelte Haus­halts­führung angeben. Bedingung ist allerdings, dass sie zu mehr als 10 Prozent an den Haus­halts­kosten der Eltern beteiligt sind. Ist dies erfüllt, können sie von ihren Miet- und Neben­kosten für den Haushalt am Bildungs­ort bis zu 1 000 Euro monatlich absetzen.

Tipp: Grund­legende Informationen zu Fahrt­kosten finden Sie im Special Arbeitsweg und Entfernungspauschale.

Fort­bildung: Steuern sparen, wenn der Chef nicht zahlt

Wer mitten im Berufs­leben steht, hat noch lange nicht ausgelernt. In vielen Berufen ist eine regel­mäßige Weiterbildung unumgäng­lich. Über­nimmt der Arbeit­geber die Kosten nicht oder nur zum Teil, sind sie steuerlich absetz­bar. Arbeitnehmer und auch Selbst­ständige können Fort­bildungs­kosten als Werbungs­kosten oder Betriebs­ausgaben in der Steuererklärung geltend machen (siehe Grafik am Ende des Beitrages).

Sollten Sie gerade nicht arbeiten, sondern eine Eltern­zeit oder eine Arbeits­losig­keit für einen Lehr­gang nutzen, dürfen auch Sie Ihre Bildungs­kosten trotzdem unbe­grenzt als Werbungs­kosten abrechnen.

Sprach­kurs für den Urlaub zählt nicht

Wichtig ist, dass es sich um eine berufliche Fort­bildung handelt. Ein Sprach­kurs in der Abend­schule zählt nur, wenn der Teilnehmer die erlernte Sprache für seinen Job benötigt. Lernt er hingegen für den nächsten Urlaub im Ausland, ist kein Abzug möglich. Gleiches gilt für Fort­bildungen im Ehren­amt. Kosten, die der Arbeit­geber über­nimmt, lassen sich ebenfalls nicht absetzen.

Für Arbeitnehmer gilt eine Pauschale

Alle Ausgaben rund um den Job werden für Arbeitnehmer mit einer Pauschale von 1 000 Euro abge­golten. Dazu zählen auch die Fort­bildungs­kosten. Kommen Arbeitnehmer durch ihre Aufwendungen für Weiterbildungen über diese Grenze, zählen die tatsäch­lichen Ausgaben. Für Selbst­ständige gibt es die Pauschale nicht. Für sie lohnt es sich auch unter­halb der Grenze von 1 000 Euro, die Kosten anzu­geben.

Hin- und Rückweg sind absetz­bar

Neben den Gebühren für Fort­bildung oder Prüfung geben Teilnehmer die Fahrt­kosten zur Bildungs­einrichtung an. Anders als beim Arbeitsweg zählt nicht nur die Entfernungs­pauschale. Für eine Fahrt mit dem Pkw sind also 30 Cent pro Kilo­meter für Hin- und Rück­fahrt möglich. Bei der Fahrt mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln gelten die tatsäch­lichen Kosten für das Ticket.

Steuer­abzug auch für Verpflegung

In den ersten drei Monaten einer beruflichen Fort­bildung nutzen Steuerzahler außerdem die Verpflegungs­pauschalen. Diese sind ab 2020 gestiegen. Für Tage, an denen sie länger als acht Stunden von zu Hause weg sind, geben sie 14 Euro an. Findet eine Fort­bildung mit Über­nachtung statt, sind es sogar 28 Euro pro Tag. Für An- und Abreis­etage kommen für die Verpflegung jeweils 14 Euro hinzu.

Kosten für Über­nachtungen sind zusätzlich nach Rechnungs­betrag absetz­bar. Ist ein Anteil für Verpflegung – etwa Frühstück oder Mittag­essen – enthalten, wird er abge­zogen.

Wird die Bildungs­stätte weniger als drei Tage pro Woche besucht, entfällt die Befristung auf drei Monate.

Lehr­bücher und Software absetzen

Genauso wie Arbeits­mittel sind auch Lern­mittel für berufliche Weiterbildungen wie Lehr­bücher, Kopien und Lernsoftware abzugs­fähig. Bis zu einem Preis von 952 Euro (bis 2017 waren es noch 487,90 Euro) inklusive Mehr­wert­steuer lassen sich Lern­mit­tel sofort abschreiben. Sind einzelne Dinge teurer, werden sie über mehrere Jahre abge­schrieben.

Kredit­kosten für teure Fort­bildung

Handelt es sich um eine kost­spielige Fort­bildung, für die der Teilnehmer einen Kredit aufnimmt, kann er die Zinsen als Werbungs­kosten geltend machen. Für Gebühren gilt das Gleiche. Die Kreditrück­zahlung selbst bringt aber keine Vergüns­tigung.

Bildungs­kosten - So setzen Sie Aus- und Fort­bildung ab
© Stiftung Warentest

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29 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 10.01.2022 um 12:21 Uhr
Verlustvortrag / Folgejahr

@PordSaid: Nein, man kann sich nicht aussuchen, in welchem zukünftigen Veranlagungsjahr die Verrechnung der Verluste stattfindet.
Nach § 10 d EstG findet für negative Einkünfte, die bei der Ermittlung des Gesamtbetrags der Einkünfte nicht ausgeglichen werden (bis zu einem Betrag von 1 000 000 Euro), vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen ein Verlustrücktrag statt. Auf Antrag des Steuerpflichtigen findest anstelle dessen ein Verlustvortrag auf den folgenden Veranlagungszeitraum statt.
Die vorgetragenen negativen Einkünfte sind in den folgenden Veranlagungszeiträumen unbeschränkt (bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1 Million Euro) vom Gesamtbetrags der Einkünfte (vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen) abzuziehen. Die Verlustverrechnung findest auch in solchen Veranlagungszeiträumen statt, in denen der Steuerpflichtige nur ein Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags hat (BFH-Urteil vom 26.7.2005, XI B 93/03). Bleibt bei hohen Verlustvorträgen nach der Verrechnung noch etwas übrig, wird dieser Überhang weiter vorgetragen.
Ein Verlustvortrag kann im Gegensatz zum Verlustrücktrag von nicht begrenzt werden.

PortSaid am 08.01.2022 um 22:59 Uhr
In welches Jahr mein Verlust vorgetragen wird?

Habe ich die Wahl, in welches Jahr genau mein Verlust vorgetragen werden soll? oder berücksichtigt das Finanzamt meinen Verlustvortrag automatisch UNBEDINGT im nächsten Steuerbescheid?

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.08.2021 um 16:57 Uhr
Erste Tätigkeitsstätte oder Auswärtstätigkeit

@Jonas_Maria: Dies ist nicht der Ort für den Erhalt einer individuellen Steuerrechtsberatung. Diese erhalten Sie beim Lohnsteuerhilfeverein oder in der Steuerberatungskanzlei. Fragen, die sich konkret auf Ihre steuerliche Situation beziehen, beantworten wir an dieser Stelle nicht. Hier erläutern wir nur unsere Berichterstattung, soweit dazu Fragen aufkommen. Daher beschränken sich unsere Ausführungen auf allgemeine Hinweise.

Profilbild Stiftung_Warentest am 18.08.2021 um 16:56 Uhr
Zweitausbildung in Vollzeit

1. Auch wenn die zweite Ausbildung auf die Erstausbildung aufbaut können die damit verbundenen Kosten als Werbungskosten abgesetzt werden.
2. Fahrt- und Verpflegungskosten der Zweitausbildung, gehören in die Anlage N.
3. Handelt es sich bei der Zweitausbildung um eine bezahlte Tätigkeit im Angestelltenverhältnis, ist zwischen den Fahrtkosten zur ersten Tätigkeitsstätte und zur zweiten Tätigkeitsstelle zu differenzieren. Eine Krankenpflegehelferin, die z-B. die Krankenpflegeausbildung in Vollzeit im Krankenhaus absolviert, setzt alle ihr entstehenden Kosten wie jede andere Arbeitnehmerin ab.
4. Nur bei der nebenberuflichen Fortbildung kommen die gesamten Fahrt- und Verpflegungskosten in die Zeile 45 der Anlage N.
5. Wer an verschiedenen Orten arbeitet, bittet die Chefin, eine erste Tätigkeitsstätte zu bestimmen. Das kann der Firmensitz, aber auch ein anderer Standort sein. Es muss nicht der Standort sein, am dem am häufigsten gearbeitet wird.

Jonas_Maria am 14.08.2021 um 22:23 Uhr
5. Erste Tätigkeitsstätte oder Auswärtstätigkeit?

5. Wenn die Zweitausbildung nicht als Fortbildung gewertet wird, sondern reguläre Werbungskosten in Anlage N einzutragen sind:
Können /müssen die Tage, an denen meine Frau zum Unterricht an die Bildungsakademie gefahren ist steuerlich anders geltend gemacht werden, als die Tage, an denen sie im Praxiseinsatz am gleichen Klinikstandort war, obwohl der Fahrtweg der selbe und es eigentlich ja keine Auswärtstätigkeit war?
Ich habe bisher in keinem Forum eine eindeutige Erklärung für diese Konstellationen gefunden. Ich hoffe, hier ein paar Antworten zu finden, bedanke mich dafür im Voraus und entschuldige mich für den langen Text, der hoffentlich nachvollziehbar formuliert ist und sich auf 5 einzelne Fragen verteilt.