Erfolgreich geklagt hat ein Ehepaar, das trotz Steuerberater Rentenbeiträge in der Steuererklärung vergessen hatte. Als das auffiel, war der Steuerbescheid längst bestandskräftig. Finanzamt und Finanzgericht wollten ihn nicht ändern. Jetzt hat der Bundesfinanzhof (BFH) das Urteil aufgehoben (Az. X R 53/09).

Die Frau war 2005 als Selbstständige freiwillig in der Rentenversicherung. Die Beiträge von rund 760 Euro hatte das Ehepaar seinem Steuerberater nicht angegeben.

Als der Fehler 2008 auffiel, beantragte der Berater die Änderung des Steuerbescheids wegen neuer Tatsachen mit dem Argument: Die Eheleute treffe kein grobes Verschulden. Beiden sei unbekannt gewesen, dass sie durch das Alterseinkünftegesetz für das Jahr 2005 höhere Rentenbeiträge absetzen konnten. Auch die Beitragsbescheinigung der Deutschen Rentenversicherung Bund habe darauf nicht hingewiesen.

Der BFH hat den Fall an das Finanzgericht zurückgegeben, damit die Richter den Vorwurf des groben Verschuldens neu prüfen. Die Steuererklärung 2005 habe nicht nach den Pflichtbeiträgen von Selbstständigen zur Rentenversicherung gefragt. Eventuell habe auch der Berater seine Pflicht verletzt, über das Alterseinkünftegesetz zu informieren.

Tipp: Ihr Steuerberater haftet für Fehler. Er muss eine Haftpflichtversicherung haben, die finanzielle Schäden ersetzt.

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