Steuererklärung 2018 Special

Eine Steuererklärung abzu­geben lohnt sich für die meisten.

Jetzt schnell alle Ausgaben rund um Haushalt, Job und Familie abrechnen. Im Schnitt gibt es vom Finanz­amt 974 Euro zurück. Von Arbeitsweg über Hand­werk­erkosten und Kinder­betreuung bis Spenden: Die Steuer­experten der Stiftung Warentest nennen die 20 wichtigsten Posten und sagen, wo im Formular die Kosten einzutragen sind.

Viele Steuerzahler können mit einer Erstattung vom Finanz­amt rechnen

Nachdem im Januar Versicherungen und Vereine Jahres­beiträge abge­bucht und so Löcher ins Giro­konto gerissen haben, tut jetzt ein Extraplus gut. Viele Steuerzahler können mit einer Erstattung vom Finanz­amt rechnen. Anfang März starten die Ämter mit der Bearbeitung für 2018. Bis dahin über­mitteln Arbeit­geber und Versicherungen die Daten. Wer schon früher alles zusammenhat, sollte gleich loslegen. Dann ist es vom Tisch und früh abge­gebene Steuererklärungen liegen auf dem virtuellen Stapel ganz oben und werden als Erstes bearbeitet. Übrigens: Belege müssen nicht mehr einge­reicht werden, sollten aber bis zu einem Jahr nach Erhalt des Steuer­bescheids aufgehoben werden.

Unser Rat

Mehr Zeit. Sie machen Ihre Steuererklärung für 2018 selbst? Dann müssen Sie jetzt erst am 31. Juli 2019 abgeben. Hilft Ihnen ein Lohn­steuer­hilfe­ver­ein oder Steuerberater, ist bis 2. März 2020 Zeit. Eine freiwil­lige Erklärung ist bis 2. Januar 2023 möglich.

Keine Belege. Sie brauchen keine Rechnungen, Quittungen oder Belege mehr mit Ihrer Erklärung einzureichen. Allerdings sollten Sie diese bis zu einem Jahr nach Erhalt des Steuer­bescheids aufheben. Das Finanz­amt kann Belege bei Nach­fragen anfordern.

Nichts vergessen. Haben Sie 2018 rund um Ihren Job mehr als 1 000 Euro ausgegeben (lohnt erst ab dieser Höhe!), etwa für Fahrt­kosten, beruflich genutzten PC oder Bildungs­urlaub? Haben Sie Hand­werker und Helfer im Haushalt beschäftigt oder Ihre Kinder betreuen lassen? Haben Sie Geld für einen guten Zweck gespendet? Dann holen Sie sich jetzt Ihren Steuerbonus und zu viel gezahlte Steuern zurück.

Hilfe holen. Ist Ihr Steuerfall komplizierter, etwa weil Sie eine Immobilie vermieten oder Kapital­erträge haben? Lassen Sie sich von einem Steuerberater (bstbk.de; dstv.de) oder Lohn­steuer­hilfe­ver­ein (bvl-verband.de) beraten. Weitere Tipps für Ihre Steuererklärung lesen Sie auch im Finanztest Spezial „Steuern 2019“. Das Heft bietet Hilfe bei Steuer­themen von A bis Z und ist für 9,80 Euro im Handel und im test.de/shop erhältlich.

Wer eine Steuererklärung abgeben muss

Viele müssen jähr­lich mit dem Finanz­amt abrechnen. Abgeben müssen:

  • Arbeitnehmer und lohn­steuer­pflichtige Pensionäre, die die Lohn­steuerklassen III/V oder IV + Faktor oder VI oder einen Extra-Frei­betrag hatten oder die neben Gehalt oder Pension mehr als 410 Euro Einkünfte oder Lohn­ersatz wie Eltern-, Kranken- oder Kurz­arbeitergeld erhalten haben.
  • Ehepaare, die Einzel­ver­anlagung wählen.
  • Rentner, deren Einnahmen nach Abzug von Frei-, Pausch- und Entlastungs­beträgen über 9 000 Euro (Ehepaare 18 000 Euro) liegen.
  • Kapital­anleger, die noch Erträge versteuern und darauf Kirchen­steuer zahlen müssen.
  • Beamte, deren Vorsorgepauschale höher war als ihre Versicherungs­beiträge.
Steuererklärung 2018 Special

974 Euro bekommen Steuerzahler im Schnitt vom Finanz­amt wieder. Quelle: Statistisches Bundes­amt

Finanz­amt räumt jetzt mehr Zeit für Abgabe ein

Wer abgeben muss, hat jetzt zwei Monate länger Zeit für seine Steuererklärung. Sie muss spätestens am 31. Juli 2019 beim Finanz­amt sein. Hilft ein Steuerberater oder Lohn­steuer­hilfe­ver­ein, ist sogar Zeit bis zum 2. März 2020. Wer freiwil­lig abgeben will, kann seine Erklärung inner­halb von vier Jahren einreichen. Für die Steuererklärung 2018 läuft die Abgabe­frist dann bis zum 2. Januar 2023.

Für Nach­zügler wirds teuer

Künftig heißt es: besser pünkt­lich abgeben. Das Finanz­amt kann jetzt einen Verspätungs­zuschlag verlangen. Pro verspätetem Monat beträgt dieser 0,25 Prozent der fest­gesetzten Steuer – mindestens 25 Euro pro Monat. Wer es nicht schafft, seine Erklärung bis zum 31. Juli 2019 abzu­geben, sollte recht­zeitig mit einer triftigen Begründung, etwa einer schweren, lang­wierigen Krankheit, schriftlich Frist­verlängerung beantragen.

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