Unterhalt für nahe Angehörige und Flücht­linge zählt mit

Steuererklärung 2017 Special

Haben Sie 2017 Ihr erwachsenes Kind finanziell unterstützt, für das Sie kein Kinder­geld mehr bekommen? Dann können Sie 168 Euro mehr Unterhalt als 2016 als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Der Höchst­betrag stieg auf 8 820 (2018: 9 000) Euro. Zusätzlich zählen auch die Beiträge zur Kranken- und Pflege­versicherung für den Unter­halts­empfänger (eintragen in Anlage Unterhalt).

Genauso setzen Sie Unter­halts­kosten ab, wenn Sie andere nahe Angehörige, den Lebens­gefährten oder Flücht­linge mit Aufenthalts­erlaubnis unterstützt haben, die in Ihrem Haushalt leben. Eine zumut­bare Belastung gibt es hier nicht. Aber die Einkünfte und Bezüge des Empfängers, die über 624 Euro im Jahr (minus 180 Euro Kostenpauschale) liegen, gehen vom Höchst­betrag ab.

Beispiel: Anne Kraus unterstützte 2017 ihre 26-jährige Tochter mit 8 820 Euro. Die Tochter studiert noch und hatte selbst 3 000 Euro lohn­steuer­pflichtig verdient. Die Mutter kommt auf 7 444 Euro außergewöhnliche Belastungen: 8 820 Euro – 2 000 Euro (3 000–1 000 Euro Werbungs­kostenpauschale) + 624 Euro. Somit zahlt sie bei 30 000 Euro sonst zu versteuerndem Einkommen rund 2 322 Euro weniger Steuern.

Die Tochter sollte, wenn sie Steuern gezahlt hat, eine Steuererklärung machen. Dann bekommt sie komplett die gezahlte Lohn­steuer auf ihre 3 000 Euro Lohn zurück, weil ihr Einkommen unter dem Grund­frei­betrag von 8 820 Euro im vergangenen Jahr liegt.

Tipp: Ob von den Einkünften des Unter­halts­empfängers auch die Pflicht­beiträge zur Renten- und Kranken­versicherung abgehen müssen, prüft das Bundes­verfassungs­gericht (Az. 2 BvR 1853/15). In der Frage muss der Steuer­bescheid von Anne Kraus noch offen bleiben. Entscheiden die Verfassungs­hüter zugunsten der Steuerzahler, muss das Finanz­amt die zuviel gezahlte Steuer erstatten.

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