Holen Sie 20 Prozent für Helfer und Hand­werker zurück

Steuererklärung 2017 Special

Bis 5 710 Euro Steuer­nach­lass ist drin, wenn Sie die Höchst­beträge für Helfer im Haushalt im letzten Jahr ausgeschöpft haben – etwa für Putz­hilfe, Gärtner, Baby- oder Tier­betreuer oder Hand­werker. Begüns­tigt sind:

  • für Minijobber bis zu 2 550 Euro (eintragen in Mantelbogen, Zeile 71),
  • für selbst­ständige Haus­halts­hilfen und für Voll­zeit­angestellte bis zu 20 000 Euro (eintragen in Mantelbogen, Zeile 72) und
  • für Hand­werker bis zu 6 000 Euro (eintragen in Mantelbogen, Zeile 73).

Alle Kosten rund um den Haushalt

Von den Ausgaben gehen im Steuer­bescheid bis zu den Höchst­beträgen 20 Prozent direkt von der Steuerschuld plus Soli­zuschlag und Kirchen­steuer ab. Deshalb wirken sich auch kleine Beträge aus – und zwar unabhängig vom persönlichen Steu­ersatz. Für die Abrechnung addieren Sie sämtliche Lohn­kosten inklusive Steuern und Abgaben – bei Hand­werkern auch Fahrt- und Maschinen­kosten. Material­kosten zählen nicht. Deshalb sollten diese immer in der Hand­werk­errechnung separat aufgeführt sein. Sie müssen zwar die Rechnungen nicht mit der Steuererklärung einreichen, doch auf jeden Fall aufbewahren, falls das Finanz­amt nach­fragt. Wichtig ist, dass Sie die Helfer per Über­weisung bezahlt haben. Nur ausnahms­weise, wenn Sie Minijobber im Haushalt über das Haus­halts­scheck­verfahren abge­rechnet haben, erkennt das Finanz­amt Barzahlung an.

Betriebs­kosten zählen

Wert­voll ist auch die jähr­liche Betriebs­kosten­abrechnung für Ihre Wohnung, in der Sie leben. Außerdem zählen die Betriebs­kosten für Ihre selbst genutzte Ferien­wohnung auf Mallorca oder andern­orts in Europa mit. Dazu gehören zum Beispiel die anteiligen Kosten für:

  • Garten­arbeit, Hausmeister, Flur­reinigung,
  • Wartungs­kosten etwa für Fahr­stuhl, Heizung, Lüftungs­anlagen, Feuerlöscher,
  • Schnee­räumung, Schorn­steinfeger,
  • Lohn­kosten für Instandhaltungs- und Modernisierungs­arbeiten,
  • Sperr­müllentsorgung, nicht aber für normale Müll­abfuhr.

Beispiel: Eine Familie hat für 2 000 Euro ihre Wohnung reno­vieren lassen. Zudem kann sie 1 200 Euro haus­halts­nahe Dienst­leistungen aus der Neben­kosten­abrechnung ihres Vermieters absetzen. Dadurch sinkt ihre Einkommensteuer inklusive Soli um rund 675 Euro und die Kirchen­steuer um rund 58 Euro.

Tipp: Haben Sie die Neben­kosten­abrechnung für 2016 erst nach der Steuer­abrechnung 2016 bekommen, machen Sie die Ausgaben in der Steuererklärung für 2017 geltend.

Streit um Service außer Haus

Die Beamten prüfen sehr penibel, ob die Arbeiten tatsäch­lich „im Haushalt“ erledigt wurden. Kosten für die Reparatur von Elektrogeräten in der Werk­statt des Hand­werkers, lassen sie zum Beispiel unter den Tisch fallen – genauso wie das Reinigen von Teppichen und Kleidung in einer Wäscherei oder „Essen auf Rädern“.

Tipp: Machen Sie auch Reparaturen geltend, die der Hand­werker nicht nur bei Ihnen zu Hause erledigt hat. Das Finanzge­richt München hat Rechnungen für eine Haustürreno­vierung anerkannt, obgleich der Hand­werker sie nur ausbaute und in seiner Schreinerei reno­vierte (Az. 7 K 1242/13).

Anders das Finanzge­richt Nürn­berg: Es lehnte im ähnlichen Fall die Kosten ab (Az. 4 K 16/17). Will das Amt Ihre Rechnung nicht anerkennen, legen Sie Einspruch ein und berufen sich auf das positive Urteil aus München. Das Finanz­amt muss sie nicht anerkennen, aber einen Versuch ist es wert.

Noch einige Abzüge ungeklärt

Fraglich ist die Anerkennung von Wartungs­kosten für eine Smart-Home-Anlage, wenn intelligente Haus­technik per Fern­zugriff elektronisch gewartet wird – nicht im Haushalt. Probleme kann es zudem geben, wenn die Hand­werker in ihrer Rechnung die Lohn­kosten nicht extra ausgewiesen haben. Ob dann eine Schät­zung zulässig ist, muss der Bundes­finanzhof entscheiden. In dem Verfahren geht es auch um die Frage, ob von der öffent­lichen Hand erhobene Baukosten­zuschüsse für den Anschluss eines Haus­halts an die Abwasser­entsorgungs­anlagen sich steuerlich absetzen lassen (Az. VI R 18/16).

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