Neun Tipps für private Ausgaben

Steuererklärung 2017 Special

1. Gesund­heits­kosten

Privatrechnungen für Behand­lungen, Arznei oder etwa eine Brille können Sie in Ihrer Erklärung geltend machen. Von der Gesamt­summe Ihrer außergewöhnlichen Belastungen erkennt das Finanz­amt aber nur den Teil an, der Ihren individuellen Eigen­anteil über­steigt. Wie hoch Ihre zumut­bare Belastung ist, ermitteln Sie etwa mit dem Rechner auf der Internetseite des nieder­sächsischen Landes­amts für Steuern.

2. Sparerpausch­betrag

Sie haben einen zu geringen Frei­stellungs­auftrag bei der Bank gestellt? Lassen Sie den Steuer­abzug für Kapital­erträge über die Erklärung vom Finanz­amt prüfen. Bleiben Sie mit Ihren Kapital­erträgen unter dem Sparerpausch­betrag von 801 Euro, fällt darauf gar keine Steuer an; zu viel gezahlte gibt es zurück.

3. Kirchen­steuer

Geben Sie Ihre Kirchen­steuer oder Ihr Kirchgeld an. Berück­sichtigen Sie die Beträge als Sonder­ausgaben. Arbeitnehmer können besonders sparen, da bei der Lohn­abrechnung zunächst nur ein Frei­betrag von 36 Euro im Jahr berück­sichtigt wird.

4. Hand­werker und Haus­halts­hilfen

Für Hand­werker und Dienst­leistungen im Haushalt akzeptiert das Finanz­amt 20 Prozent Ihrer angegebenen Kosten – und zieht den Betrag direkt von Ihrer zu zahlenden Steuer ab. Sie sparen also mit jedem investierten Euro. Bei Arbeiten wie Babysitting, Fens­terputzen oder Haustier­betreuung, die ein Minijobber ausführt, lassen sich bis zu 2 550 Euro abrechnen. Erledigt diese Aufgaben eine sozial­versicherte Kraft, können Sie bis zu 20 000 Euro eintragen. Für Hand­werk­erarbeiten teilen Sie bis zu 6 000 Euro mit. Reizen Sie alle Investitions­möglich­keiten voll aus, ermäßigt sich Ihre Steuer um bis zu 5 710 Euro im Jahr.

5. Spenden

In Höhe von bis zu 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte können Sie Spenden als Sonder­ausgaben geltend machen. Haben Sie an Parteien gespendet oder Mitglieds­beiträge gezahlt, geht die Hälfte Ihrer Ausgaben, maximal aber 825 Euro, direkt von Ihrer Steuer ab. Den Rest berück­sichtigen Sie als Sonder­ausgabe, hier bis zu 1 650 Euro. Heben Sie Spendenbelege für Rück­fragen auf.

6. Kinder­frei­beträge

Für Ihre minderjäh­rigen Spröss­linge erhalten Sie Kinder­geld, unter bestimmten Voraus­setzungen auch für Voll­jährige bis zum voll­endeten 25. Lebens­jahr. Mit der Steuererklärung können Sie aber prüfen lassen, ob der Kinder­frei­betrag in Kombination mit dem Frei­betrag für Betreuung, Ausbildung und Erziehung Ihnen eine größere Steuerersparnis bringt. Meist profitieren erst Gutverdienende ab einem Einkommen von 63 995 Euro. Für studierende Kinder zwischen 18 und 25 Jahren, die auswärts unterge­bracht sind, können Sie zusätzlich den Ausbildungs­frei­betrag in Höhe von 924 Euro beantragen.

7. Pausch­beträge

Gewisse finanzielle Mehr­belastungen federt das Finanz­amt mit Pausch­beträgen ab: Pflegen Sie einen hilfs­bedürftigen Angehörigen, bekommen Sie zum Beispiel pauschal 924 Euro. Sind Sie selbst durch eine Behin­derung einge­schränkt, erhalten Sie je nach Grad der Behin­derung einen Pausch­betrag zwischen 310 und 3 700 Euro. Über­stiegen die Kosten für Ihre Versorgung diesen, rechnen Sie statt­dessen Ihre tatsäch­lichen Ausgaben ab – beides zusammen geht nicht. Hinterbliebene, die etwa eine Rente aus einer gesetzlichen Unfall­versicherung beziehen, haben Anspruch auf einen Pausch­betrag von 370 Euro.

8. Schulgeld

Ihr Kind, für das Sie Anspruch auf Kinder­geld oder -frei­betrag haben, besucht eine Privatschule oder eine Schule in freier Trägerschaft? Setzen Sie bis zu 30 Prozent des Schulgelds als Sonder­ausgabe ab, maximal 5 000 Euro im Jahr. Für Kinder unter 14 können Sie auch zwei Drittel der Betreuungs­kosten in Hort oder Kita geltend machen, bis zu 4 000 Euro.

9. Studien­kosten

Geben Sie Ausgaben für ein Erst­studium bis zu einer Höhe von 6 000 Euro als Sonder­ausgabe an. Sie sparen damit jedoch nur Steuern, wenn Sie im selben Jahr Einkünfte hatten. Güns­tiger wäre ein Abzug als Werbungs­kosten. Ob das geht, will das Bundes­verfassungs­gericht noch in diesem Jahr prüfen. Fällt das Urteil positiv für Steuerzahler aus, ändert Ihr Finanz­amt Ihren Bescheid auto­matisch.

Dieser Artikel ist hilfreich. 9 Nutzer finden das hilfreich.