Steuererklärung 2017 Special

Bis Ende Mai muss die Steuererklärung beim Finanz­amt sein.

Wer eine Erklärung abgeben muss, sollte sich sputen. Am 31. Mai endet in den meisten Bundes­ländern die Frist. Zuspät­kommer müssen jetzt um Aufschub bitten. Die Steuer­experten von Finanztest sagen, wer eine Steuererklärung abgeben muss, und wie Steuer­pflichtige mit beruflichen und privaten Kosten Steuern sparen – auch noch “last minute“.

Wann endet die Frist – am 31. Mai oder 31. Juli?

Jeden Mai der gleiche Schreck: Bis zum Monats­ende muss die Steuererklärung beim Finanz­amt sein – zumindest von denen, die das Gesetz dazu verdonnert. Nächstes Jahr können sich Steuerzahler entspannen: Eine Gesetzes­änderung verschiebt die Frist für die Erklärung 2018 für alle, die abgeben müssen, zwei Monate nach hinten. Für die Erklärung 2017 bleibt in den meisten Teilen Deutsch­lands alles beim Alten. Sechs Bundes­länder preschen aber vor und gewähren Zeit bis 31. Juli (siehe Grafik). Alle anderen können auf mehreren Wegen ihre Pflicht noch recht­zeitig erledigen – etwa indem sie erst einmal nur das Nötigste einreichen. Im Artikel Bloß kein Geld verschenken erklären wir, welche beruflichen und privaten Kosten Steuerzahler absetzen und so auch kurz vor knapp Geld zurück­holen können.

Wann die Steuererklärung beim Amt sein muss

Am 31. Mai 2018 endet um 23:59 Uhr die Frist für alle, die eine Erklärung abgeben müssen. In einigen Bundes­ländern ist dies ein Feiertag (Fronleichnam), dort verschiebt sich das Fristende auf den 1. Juni. Helfen Steuerberater oder Lohn­steuer­hilfe­ver­ein, bleibt Zeit bis 31. Dezember 2018.

Aufschub. Baden-Württem­berg, Bayern, Hessen, Nord­rhein-West­falen und Sachsen verlängern für Elster-Nutzer die Frist bis zum 31. Juli. Rhein­land-Pfalz gewährt ohne diese Bedingung zwei Monate mehr.

Warte­zeit. Wann gibts Rück­meldung? Berliner warteten im Schnitt 35 Tage auf ihren Bescheid für 2016, so der Bund der Steuerzahler. Das Bundes­land bearbeitete Arbeitnehmerfälle damit in Deutsch­land am schnellsten.

Steuererklärung 2017 Special

Mit wenigen Klicks zur Erstattung

Wer sich jetzt dransetzt, erledigt seine Jahres­abrechnung noch ganz gelassen. Die notwendigen Formulare für die Steuererklärung 2017 stehen im Internet unter formulare-bfinv.de zum Download bereit und liegen im Finanz­amt aus. Am einfachsten erledigen Steuerzahler aber ihre Steuererklärung am PC und schi­cken sie darüber ohne vorherigen Ausdruck an das Finanz­amt. Die Finanz­verwaltung bietet dafür mit Elster einen kostenlosen Online­dienst. Wer mehr Service wünscht, nutzt eine Steuersoftware wie Smart­steuer oder Wiso. Solche Programme besitzen in der Regel eine Elster-Schnitt­stelle.

Unser Rat

Online gehen. Mit Elster, dem Programm der Finanz­verwaltung, oder einer Steuersoftware mit Elster-Schnitt­stelle über­mitteln Sie Ihre Erklärung online. Nehmen Sie am Beleg­abruf teil, können Sie gemeldete Daten wie Lohn und Versicherungs­beiträge abrufen und über­nehmen. Die voraus­gefüllte Erklärung vervoll­ständigen Sie nur noch. Die Elster-Registrierung dauert zirka zwei Wochen, da Sie die Zugangs­daten per Post erhalten. Schneller geht es mit der Online­funk­tion des Personal­ausweises und Lesegerät.

Nach­reichen. Drängt die Zeit, reichen Sie nur eine abge­speckte Version Ihrer Erklärung ein: Machen Sie zunächst nur die wichtigsten Angaben. Fehlende Posten reichen Sie spätestens mit einem Einspruch inner­halb eines Monats nach Erhalt des Steuer­bescheids nach.

Vertagen. Kurz vor knapp können Sie um Aufschub bitten, telefo­nisch oder per Brief (siehe unten). Die Frist­verlängerung sollten Sie gut begründen und einen alternativen Abgabe­termin vorschlagen.

Angaben nur ergänzen

Großer Vorteil der elektronischen Steuererklärung: Sie erledigt sich teil­weise von selbst. Bei der voraus­gefüllten Steuererklärung stehen auch den Steuerzah­lern die Daten zur Verfügung, die etwa Arbeit­geber, Versicherungen und Banken an die Finanz­verwaltung über­mitteln. Die Daten lassen sich mit einem Klick abrufen und in die eigene Erklärung über­nehmen. Umständliches Zusammen­suchen vieler Posten erübrigt sich; die voraus­gefüllte Erklärung muss nur noch um andere wichtige Posten vervoll­ständigt werden, etwa mit Werbungs­kosten und Kosten für haus­halts­nahe Dienst­leistungen.

In letzter Minute abgeben

Die Steuererklärung kann online auch noch eine Minute vor Fristende um 23:59 Uhr ans Finanz­amt über­tragen werden. Ein Zertifikat zur Authentifizierung, das bei der erst­maligen Elster-Registrierung herunter­geladen und auf dem PC abge­speichert wird, ersetzt später die Unter­schrift im Mantelbogen. Der Steuerzahler bestätigt damit, dass er alle notwendigen Felder nach bestem Wissen ausgefüllt hat.

Zeit für Registrierung beachten

Doch eine Stol­perfalle gibt es: Kurz vor Fristende ist die elektronische Abgabe nur für diejenigen möglich, die bereits ihr Nutzer­konto bei Elster voll­ständig einge­richtet haben. Das kann bis zu zwei Wochen dauern. Denn die Zugangs­daten für Elster und das Pass­wort für den Beleg­abruf kommen nach der Registrierung teils per E-Mail und teils per Post. Schneller geht es mit einem Personal­ausweis, bei dem die Online­funk­tion frei­geschaltet ist, und einem Lesegerät: Die Registrierung dauert wenige Minuten, auf Unterlagen müssen Steuerzahler nicht warten.

Minimalistisch die Frist wahren

Ob online oder auf Papier – Eilige können sich zunächst auf das Nötigste beschränken. Zu den wichtigsten Unterlagen gehören der Mantelbogen und die Formulare zu den Einkünften: Arbeitnehmer wählen die Anlage N, Vermieter die Anlage V. Eltern legen für jeden Spröss­ling eine eigene Anlage Kind bei. Fehlende Posten kann man später nach­reichen. Liegt jedoch der Steuer­bescheid bereits im Brief­kasten, bleibt nur einen Monat lang Zeit für einen Einspruch, in dem Ausgaben geltend gemacht werden können. Auch die minimalistische Erklärung muss bis zum Ende der Abgabe­frist im Amt vorliegen. Dauert der Postweg für eine Erklärung auf Papier zu lange, können Steuerzahler ihre Erklärung in den Brief­kasten des Finanz­amts werfen oder sie faxen. Alle Seiten müssen bis Mitter­nacht über­tragen sein, sonst gilt die Erklärung als verspätet.

Frist­verlängerung beantragen

Weitere Möglich­keit für Kurz­entschlossene: Sie können beim Finanz­amt – telefo­nisch, per E-Mail oder Brief – um Aufschub bitten. Am besten mit einem guten Grund für die Verspätung, etwa längerer Krankheit, Dienst­reise oder Umzug. Fehlende Unterlagen sind dagegen keine ausreichende Entschuldigung. Bitten Steuerzahler um Frist­verlängerung, sollten sie direkt einen alternativen Abgabe­termin vorschlagen. Das Amt stimmt in der Regel still­schweigend zu. Steuerzahler kümmern sich am besten noch vor Ende der Abgabe­frist darum. Zuspät­kommer sollten sich auf jeden Fall Anfang Juni um Frist­verlängerung bemühen.

Muster­brief Frist­verlängerung

Anschrift Finanz­amt

Ihre Anschrift

Steuer­nummer …

Antrag auf Frist­verlängerung für die Einkommensteuererklärung 2017

Sehr geehrte Damen und Herren, aufgrund lang­wieriger Krankheit schaffe ich es nicht, meine Steuererklärung frist­gerecht abzu­geben. Ich bitte um still­schweigende Frist­verlängerung bis 31. Juli 2018.

Mit freundlichen Grüßen

Ab jetzt ohne Belege

Große Erleichterung für alle: Die Jahres­abrechnung 2017 ist die erste, für die niemand mehr Belege mitschi­cken muss. Das befreit die Verwaltung von einer Papierflut, so- dass sie Fälle schneller erledigen kann, nämlich über­wiegend maschinell. Steuererklärungen sollen nur noch in Ausnahme­fällen auf dem Tisch eines Sach­bearbeiters landen, beispiels­weise wenn dem Computer­system Ungereimtheiten, Abweichungen von Referenz­werten oder unleserliche Eintragungen auffallen. Hält anschließend auch der Finanz­beamte nach einer personellen Prüfung etwas für erläuterungs­würdig, wird er um Belege bitten. Aufbewahren sollte man Unterlagen deshalb weiterhin.

Ausnahme Kapital­anleger

In wenigen Fällen empfiehlt die Finanz­verwaltung aber weiterhin, Belege mitzusenden. Wann das der Fall ist, geht aus den Ausfüll­hilfen zu den Erklärungs­vordrucken hervor. Das Amt bittet etwa Kapital­anleger um Bescheinigungen über wieder­angelegte Erträge ausländischer thesaurierender Fonds. Auf unserer Themenseite Steuern und Recht lesen Sie viele Artikel rund um die Steuererklärung, etwa wie Sie Werbungs­kosten angeben oder was Rentner beachten müssen. Auch den jüngsten Test von Steuer­programmen aus dem Jahr 2017 finden Sie in unserem Test Steuerprogramme, Finanztest 5/2017.

Spezial Steuern 2018

Steuererklärung 2017 Special

Ob Neuling oder Steuer­profi, unser ‧Finanztest Spezial Steuern 2018 hält praktische Spartipps für alle Steuerzahler parat. So gelingt Ihre Steuererklärung 2017 ­ohne Stress. Wo und wie Sie das meiste rausholen, lesen Sie ausführ­lich unter unseren Steuer­stich­worten von A bis Z. Ausfüll­hilfen lotsen Sie durch die Erklärungs­vordrucke und die Extra-Anlagen helfen, alle nötigen Unterlagen aufzulisten und für Rück­fragen zu sortieren. Das Heft ist für 9,80 Euro im Handel und im test.de/shop erhältlich.

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