Tipp 1: Von einem Arbeits­zimmer doppelt profitieren

Steuererklärung 2016 Special

Viele Menschen haben die Möglich­keit, ihr Arbeits­zimmer daheim steuerlich abzu­rechnen. Wer keinen anderen Schreibtisch hat, darf anteilig Miete, Strom, Reinigung und andere Kosten für sein Home­office bis zu einem Höchst­betrag von 1 250 Euro pro Jahr absetzen.

Zweimal absetzen. Aber was, wenn ein Ehepaar das Arbeits­zimmer gemein­sam nutzt? Darf es dann zweimal abrechnen? Ja, sagt jetzt der Bundes­finanzhof: Beide dürfen jeweils den Höchst­betrag von 1 250 Euro als Werbungs­kosten beziehungs­weise Betriebs­ausgaben für dasselbe Zimmer geltend machen. Das haben die höchsten Finanz­richter gleich mit zwei Urteilen klar­gestellt (BFH, Az. VI R 53/12 und Az. VI R 86/13).

Geänderte Recht­sprechung. Bislang gingen die Richter von einem objektbezogenen Kosten­abzug aus: Ein Arbeits­zimmer – nur einmal Steuer­vorteil. Es spielte dabei keine Rolle, wie viele Menschen das Zimmer tatsäch­lich nutzen. Bis zum Höchst­betrag kann jetzt jeder Steuerzahler, der den Arbeits­raum nutzt, seine Aufwendungen geltend machen.

Der Fall. Geklagt hatte ein Lehrer­paar, das ein etwa 26 Quadrat­meter großes Arbeits­zimmer in seinem Einfamilien­haus gemein­sam nutzt. Das Haus gehört beiden je zur Hälfte. Die Frau war im Anschluss an die Geburt ihres Sohnes erst in Mutter­schutz, dann in Eltern­zeit. Das Finanz­amt berück­sichtigte die Kosten für das Arbeits­zimmer nur einmal in Höhe des Maximal­betrags von 1 250 Euro und ordnete diesen Betrag beiden je zur Hälfte zu. Diese Praxis hat der Bundes­finanzhof nun gestoppt.

Tipp: Mit dem Macht­wort des Bundes­finanzhofs ist zwar dieser Streit­punkt geklärt. Sicher­heits­halber sollten Sie trotzdem Einspruch einlegen und auf die Urteile verweisen, für den Fall, dass die Finanz­ämter diese noch nicht anwenden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 10 Nutzer finden das hilfreich.