Mit den richtigen Tipps wird die Steuererklärung zum Kinder­spiel. Finanztest hat die wichtigsten Spar­posten recherchiert.

Etwa 43,8 Millionen Bürger waren Ende 2016 erwerbs­tätig und damit steuer­pflichtig. Die gute Nach­richt: Viele können auf eine Erstattung vom Finanz­amt hoffen, wenn sie ihre Ausgaben etwa für Job, Hand­werker oder Dienst­wagen abrechnen. Dabei helfen unsere acht Tipps. Gute Aussichten auf eine Gutschrift vom Finanz­amt haben:

  • Ehepaare mit ungüns­tigen Steuerklassen,
  • Allein­erziehende, die noch den Entlastungs­betrag erhalten,
  • Arbeitnehmer, die eine Sonderzahlung oder Abfindung erhalten haben,
  • Menschen, die nahe Angehörige finanziell unterstützt haben.

2016 zahlten alle ohnehin ein biss­chen weniger Steuern, weil der Grund­frei­betrag um 180 Euro auf 8 652 Euro, für Ehepaare und gesetzliche Lebens­partner auf 17 304 Euro ange­hoben wurde. Einkommen über dem Grund­frei­betrag wird besteuert. Für den ersten Euro kassiert das Finanz­amt 14 Prozent.

Noch zählt die alte Abgabe­frist

Ab 2019 haben Steuerzahler für ihre Steuererklärung zwei Monate länger Zeit – bis es soweit ist, gilt aber noch der 31. Mai. Wer zur Abgabe verpflichtet ist (siehe Abgabepflicht) und seine Erklärung selbst macht, muss bis dahin mit dem Finanz­amt abge­rechnet haben. Hilft ein Lohn­steuer­hilfe­ver­ein oder Steuerberater, ist Zeit bis zum Jahres­ende. Wer nicht abrechnen muss, kann das freiwil­lig tun. Das geht in der Regel noch vier Jahre lang – für 2016 bis zum 31. Dezember 2020. Die Mühe lohnt sich: Arbeitnehmer bekamen zuletzt durch­schnitt­lich 900 Euro zurück.

Tipp: Sie schaffen Ihre Steuererklärung nicht pünkt­lich? Beantragen Sie recht­zeitig beim Finanz­amt eine Frist­verlängerung. Damit vermeiden Sie teure Zuschläge.

Berufs­tätige punkten mit Jobkosten

Arbeitnehmer holen mit ihren Ausgaben für den Job Steuern zurück. Viele knacken bereits mit der Pend­lerpauschale von 30 Cent pro Kilo­meter für den Weg zwischen daheim und dem Job die 1 000-Euro-Pauschale (Tipp 8). Von neuen Urteilen profitieren Paare, die daheim ein Arbeits­zimmer gemein­sam nutzen (Tipp 1) und alle, die für ihren Dienst­wagen Benzin und Versicherung selbst bezahlen (Tipp 3). Auch Bildungs­urlaub (Tipp 2) und der neue Drucker für den Job zählen (Tipp 8).

Hilfen im Haushalt senken Steuerlast

Lohn­kosten für Hand­werker und Haus­halts­hilfen werden direkt von der Steuerlast abge­zogen. 2016 zählen sogar noch mehr Ausgaben, etwa für die Betreuung und Versorgung von Haustieren im Haushalt, für Notrufsysteme im Rahmen des betreuten Wohnens sowie für Tüv-Kontrollen bei Fahrs­tühlen.

Paare können mit Kosten jonglieren

Paare entscheiden, ob sie den Splitting­tarif nutzen oder es sich mehr lohnt, wenn beide die Einzel­ver­anlagung wählen. Das kann güns­tiger sein, wenn ein Partner Auslands­einkünfte, Einnahmen aus Vermietung oder Lohn­ersatz­leistungen hatte.

Ohne Belege geht es noch nicht

Auch wenn das Bundes­finanz­ministerium bereits jetzt mit der papierlosen Steuererklärung wirbt, für die 2016er-Erklärung sind Belege wie Bank­bescheinigungen oder Spenden­nach­weise noch Pflicht.

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