Steuererklärung 2016 Spielend Steuern sparen

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Ein Arbeits­zimmer zweimal absetzen, mit Jobkosten die 1000-Euro-Grenze knacken oder selbst getragene Ausgaben für den Dienst­wagen zurück­holen – mit unseren Tipps wird die Steuererklärung kinder­leicht. Gute Aussichten: Viele können auf eine Erstattung vom Finanz­amt hoffen, wenn sie ihre Ausgaben für Hand­werker, Alters­vorsorge, Unterhalt oder Bildung abrechnen. Finanztest sagt, wer bis zum 31. Mai mit dem Finanz­amt abge­rechnet haben muss und zeigt die wichtigsten acht Spartipps für 2016.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: Steuererklärung 2017.

Inhalt

Abgabe­pflicht: Wer bis zum 31. Mai mit dem Finanz­amt abrechnen muss

Arbeitnehmer oder Pensionär:

  • Wenn Lohn oder Pension nach Steuerklasse V oder IV+Faktor oder VI besteuert wurden
  • oder das Finanz­amt Ihnen einen Lohn­steuerfrei­betrag gewährte, ausgenommen davon sind Pausch­beträge für Behinderte, Hinterbliebene und Frei­beträge für Kinder1),
  • oder Sie Neben­einkünfte2)3) wie aus Mieten oder selbst­ständiger Arbeit hatten, die höher als 410 Euro im Jahr waren,
  • oder Sie Lohn­ersatz wie Eltern- oder Arbeits­losengeld über 410 Euro im Jahr erhalten haben.

Unternehmer:

  • Wenn Sie Unternehmer sind und Einkünfte aus Land- und Forst­wirt­schaft oder aus einem Gewerbe­betrieb oder aus freiberuflicher Tätig­keit haben.

Anleger:

  • Wenn Sie für Ihre Kapital­einkünfte noch Kirchen­steuer zahlen müssen
  • oder das Finanz­amt 2016 zu wenig Abgeltung­steuer erhalten hat
  • oder Sie noch ausländische Erträge versteuern müssen.

Beamte:

  • Wenn die Vorsorgepauschale für Ihr Beamten­gehalt höher als Ihre anzu­erkennenden Versicherungs­beiträge war – etwa wegen einer Beitrags­erstattung. Keine Pflicht zur Steuererklärung, wenn Lohn oder Pension 2016 maximal 11 000 Euro (Ehepaare und gesetzliche Lebens­partner 20 900 Euro) betragen.

Paare:

  • Wenn ein Ehe- oder gesetzlicher Lebens­partner die Einzel­ver­anlagung für 2016 beantragt.

Rentner:

  • Wenn Sie mehr als 8 652 Euro (17 304 Euro Ehe- und gesetzliche Lebens­partner) Einkünfte3) im Jahr hatten. Dazu zählen Miet­einkünfte, gesetzliche Rente, Rürup-Rente, Riester-Rente, Rente aus Direkt­versicherung, Pensions­fonds oder -kasse (auch VBL-Rente), Rente aus privaten Renten­versicherungen oder einem beruflichen Versorgungs­werk.

Legende:

1) Keine Pflicht zur Steuererklärung, wenn der Lohn oder die Pension 2016 maximal 11 000 Euro (Ehepaare/gesetzliche Lebens­partner 20 900 Euro) beträgt.

2) Einkünfte aus pauschal versteuerten Minijobs spielen keine Rolle.

3) Einkünfte nach Abzug von Werbungs­kosten, Betriebs­ausgaben und Frei-, Pausch- und Entlastungs­beträgen von den Einnahmen.

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Profilbild Stiftung_Warentest am 04.05.2017 um 10:28 Uhr
BFH R VI R 18/17, neues Musterverfahren

@Deppi: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Mittlerweile ist das Verfahren am BFH anhänig, sodass Verbraucher sich in ihren Einsprüchen auf das Verfahren berufen können, wenn die Finanzverwaltung die Kosten für Einrichtungsgegenstände nicht gelten lässt, weil die 1000-Euro-Grenze überschritten ist. (maa)

Deppi am 18.04.2017 um 12:10 Uhr
Fehler im Tip 8 - 1000 € Höchstbetrag Doppelte HHF

Gemäss einem Urteil des FG Düsseldorf vom 14.3.2017 - Aktenzeichen 13 K 1216/16E können die Einrichtungsgegenstände unbeschränkt abzugsfähig gemacht werden und werden nicht vom Höchstbetrag (1.000,00 €) erfasst. Das ist wichtig, denn damit können die Möbel für die Zweitwohnung der Doppelten Haushaltsführung und andere Einrichtungsgegenstände auch über die 1.000 € Grenze hinweg geltend gemacht werden. Allerdings ist eine Revision BFH wegen der grundsätzlichen Bedeutung dieses Urteils zugelassen.