Steuererklärung 2013: Gewinn ab 1 000 Euro

Angestellte, die mehr als 1 000 Euro für den Beruf ausgeben, holen mit Werbungs­kosten Geld beim Finanz­amt heraus.

Steuern sparen beginnt auf dem Weg zur Arbeit. Für jeden Kilo­meter der einfachen Entfernung dürfen Berufs­tätige pauschal 30 Cent absetzen. Waren sie 2013 an 230 Arbeits­tagen 15 Kilo­meter von der Wohnung zur Firma unterwegs, kommen 1 035 Euro zusammen. Damit ist der Arbeitnehmerpausch­betrag von 1 000 Euro geschafft. Nur so viel rechnet das Finanz­amt jedem ohne Nach­weis für Werbungs­kosten an. Alles, was dazu kommt, bringt Geld.

Wer die Firma 2013 mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln erreicht hat, kann statt der Entfernungs­pauschale die Ticket­kosten abrechnen, wenn das mehr bringt. Dafür will das Finanz­amt Belege wie Fahr­scheine, Bahncards oder Ausdrucke von Online-tickets sehen. Entscheiden sich Arbeitnehmer für die Entfernungs­pauschale, müssen sie bis zur Höhe von 4 500 Euro im Jahr nichts belegen. Nur wenn sie mehr absetzen wollen, sind Belege über die Kilo­meter­leistung nötig – Tank­quittungen, Inspektions­bücher oder Tacho­stände.

Dienst­lich unterwegs

Viele Arbeitnehmer waren 2013 auch im Außen­dienst oder an verschiedenen Arbeits­plätzen beschäftigt, sie haben Geschäfts­termine wahr­genommen oder Kongresse und Fort­bildungen besucht. Ausgaben, die der Arbeit­geber nicht über­nommen hat, sind ebenfalls Werbungs­kosten.

Fahrt­kosten. Ihre Fahrt­kosten zählen so:

  • Für jeden mit dem eigenen Auto gefahrenen Kilo­meter gibt es eine Pauschale von 30 Cent. Alternativ kommt der tatsäch­liche Kilo­meter­satz infrage, der sich aus der Fahr­leistung und den Fahr­zeug­kosten des Jahres ermitteln lässt.
  • Für Fahrten mit öffent­lichen Verkehrs­mitteln gehören die Ticket­kosten in die Steuererklärung.
  • Das Finanz­amt berück­sichtigt außerdem Neben­kosten wie Ausgaben für Park- und Maut­gebühren, Garagen­mieten und Gepäck­kosten.

Verpflegung. Für die Verpflegung gibt es 2013 je nach Abwesenheit von der eigenen Wohnung oder vom Arbeits­platz Tages­pauschalen von

  • 6 Euro ab 8 Stunden Abwesenheit,
  • 12 Euro ab 14 Stunden Abwesenheit und
  • 24 Euro bei 24 Stunden Abwesenheit.

Über­nachtung. Sind Über­nachtungs­kosten angefallen, werden diese vom Finanz­amt in voller Höhe anerkannt, wenn es dafür Belege gibt.

Beispiel. Ein Arbeitnehmer besuchte vergangenes Jahr zwölf Tage lang eine 300 Kilo­meter entfernte Fort­bildung. Er hat am Schulungs­ort elfmal für 80 Euro über­nachtet. Am An- und Abreisetag war er acht Stunden von zuhause abwesend. Das sind die Werbungs­kosten, die er in der Einkommensteuererklärung für 2013 angibt.

Unfall auf dem Arbeitsweg

Passiert auf einer beruflichen Fahrt mit dem eigenen Wagen ein Unfall, sind Ausgaben für nicht ersetzte Schäden Werbungs­kosten. Lohnt sich die Reparatur des eigenen Autos nicht, zählt der Rest­wert, wenn der Wagen keine acht Jahre alt ist: Das Finanz­amt berück­sichtigt die Differenz zwischen steuerlichem Buch­wert vor dem Unfall und Verkaufs­erlös nach dem Unfall.

Zweite Wohnung am Arbeits­ort

Hat jemand aus beruflichen Gründen einen Zweit­haushalt am Arbeits­ort, geht die Steuerersparnis weiter.

Ausgaben wie Miet-, Betriebs- und Garagen­kosten sind bis zu der Höhe Werbungs­kosten, wie sie für eine 60 Quadrat­meter große Wohnung üblich sind. Kostet der Zweit­haushalt am Arbeits­ort zum Beispiel 600 Euro Miete im Monat, kommen schon Werbungs­kosten von 7 200 Euro im Jahr zusammen. Für Eigentums­wohnungen zählen Posten wie Schuldzinsen, Abschreibungen und Reparatur­kosten.

Zusätzlich dürfen Arbeitnehmer Einrichtungs­kosten absetzen. Für Anschaffungen, die mit Mehr­wert­steuer maximal 487,90 Euro gekostet haben, zählt der volle Preis. Kosten für teurere Teile werden vom Monat des Kaufs an über die Nutzungs­dauer verteilt, für Möbel zum Beispiel über 13 Jahre.

In den ersten drei Monaten eines doppelten Haus­halts erkennt das Finanz­amt außerdem Verpflegungs­pauschalen von 6, 12 oder 24 Euro am Tag an – so wie vorne im Abschnitt „Dienst­lich unterwegs“.

Auch die Kosten für Heim­fahrten sind Werbungs­kosten. Entweder rechnen Arbeitnehmer für die einfache Entfernung 30 Cent je Kilo­meter ab oder sie geben ihre Kosten für öffent­liche Verkehrs­mittel an, wenn das für sie güns­tiger ist.

Eine Heim­fahrt pro Woche ist möglich. Wer mehr abrechnen will, darf keine Unter­kunfts­kosten und Verpflegungs­pauschalen abrechnen.

Arbeit in der Privatwohnung

Oft arbeiten Arbeitnehmer auch zuhause. Sie müssen zum Beispiel Unter­richt vorbereiten, Präsentationen entwerfen oder für Fort­bildungen lernen.

Arbeits­zimmer. Gibt es für die zuhause erledigte Arbeit woanders keinen Arbeits­platz, zählen Kosten für ein häusliches Arbeits­zimmer bis zur Höhe von 1 250 Euro im Jahr. Mieter können die Miete und Eigentümer Abschreibungen und Kreditzinsen absetzen. Auch Posten wie Reinigungs- und Versicherungs­kosten zählen.

Gerechnet wird mit dem Anteil, den die Fläche des Arbeits­zimmers an der gesamten Wohn­fläche hat. Kostet zum Beispiel eine Wohnung von 120 Quadrat­metern 1 000 Euro Miete im Monat, sind für das 24 Quadrat­meter große Arbeits­zimmer 200 Euro (20 Prozent) fällig. Das sind 2 400 Euro im Jahr, von denen 1 250 Euro zählen.

Arbeits­mittel. Auch ohne Arbeits­zimmer darf jeder Kosten für Büromöbel und Arbeits­utensilien in der Steuererklärung angeben. Das können Ausgaben für Schreibtisch, Bücher­regal, Computer oder Handy sein, aber auch solche für Büromaterialien und Fachbücher.

Für Arbeits­mittel, die mit Mehr­wert­steuer maximal 487,90 Euro gekostet haben, erkennt das Finanz­amt den vollen Preis an. Für teurere Sachen beginnt die Abschreibung mit dem Kauf und läuft danach bis zum Ende der Nutzungs­dauer, bei Notebooks zum Beispiel drei Jahre lang.

Funk­tionieren Arbeits­mittel nur miteinander, zählt alles zusammen. Für einen Computer mit Drucker und Scanner, der im Juli 3 000 Euro gekostet hat, beträgt die erste Abschreibungs­rate zum Beispiel.

Nutzung. Arbeits­mittel müssen zu mindestens 90 Prozent beruflich einge­setzt werden, wenn das Finanz­amt die Kosten voll anerkennen soll. Für Geräte wie Computer dürfen Arbeitnehmer aber auch pauschal 50 Prozent der Kosten absetzen, wenn sie die berufliche Nutzung schlüssig begründen. Wollen sie mehr abrechnen, klappt das zum Beispiel mit einer Art Fahrten­buch, in dem sie notieren, wann, wie lange und warum sie am Computer gesessen haben – am besten mit Datum und Uhrzeit. Wer solche Belege für 2013 nicht hat, sieht zu, dass sie nächstes Mal vorliegen.

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