Steuererklärung 2013

Steuererklärung 2013: Die besten Tipps für alle

11.02.2014
Steuererklärung 2013 - Die besten Tipps für alle

Alles angeben, sogar strittige Posten! Das ist in der Steuererklärung für 2013 wichtiger denn je. Es geht um mehrere hundert Euro für jeden.

Inhalt

Außergewöhnliche Belastungen - Grenzen ignorieren

Auf gar keinen Fall in der Jahres­erklärung weglassen sollten Steuerzahler außergewöhnliche Belastungen wie Arzt­kosten und Unterhalt.

Unterhalt. Zahlen Steuer­pflichtige Unterhalt an Lebens­gefährten, mit denen sie nicht verheiratet sind oder an Angehörige wie Eltern, können sie bis zu 8 130 Euro absetzen. Das sind 126 Euro mehr als 2012. Wer mehr als den Höchst­betrag aufbringt, kann zusätzlich Unterhalt in Höhe der Basisbeiträge abrechnen, die für die Kranken- und Pflege­versicherung fällig sind.

Pflege. 924 Euro Pflegepausch­betrag dürfen alle beantragen, die Angehörige mit Pfle­gestufe III pflegen. Das gilt jetzt für die Pflege in allen EU-Staaten, Liechten­stein, Norwegen und Island.

Krankheit. Kosten für Ärzte, Medikamente, Kuren oder Pflege­leistungen erkennt das Finanz­amt zurzeit nur an, wenn sie über die zumut­bare Belastung hinaus­gehen siehe Tabelle. Das könnte sich allerdings ändern, denn es gibt einen Muster­prozess. Der Bundes­finanzhof (BFH) soll klären, ob zwangs­läufige Krank­heits- und Pflege­kosten ohne Abzug der zumut­baren Belastung zählen müssen. Jeder sollte deshalb unbe­dingt alle außergewöhnlichen Belastungen in der Einkommensteuererklärung nach­weisen. Das Finanz­amt rechnet die Ausgaben im Steuer­bescheid nur noch vorläufig ab. Sollte die zumut­bare Belastung kippen, könnten auch Menschen mit geringeren Ausgaben profitieren.

Angabe. Alle außergewöhnlichen Belastungen gehören auf die Seite drei des Mantelbogens zur Einkommensteuererklärung.

Versicherungen - Mehr angeben als erlaubt

Versicherte machen möglichst viele Vorsorgeaufwendungen als Sonder­ausgaben geltend – auch wenn das Finanz­amt einige nicht berück­sichtigt.

Alters­vorsorge. Garan­tiert absetzen kann jeder Beiträge für die gesetzliche Renten­versicherung, für Versorgungs­werke, Rürup- und Riester-Verträge.

Kranken­versicherung. Auch für die gesetzliche und private Kranken- und Pflege­versicherung berück­sichtigt das Finanz­amt immer Ausgaben.

Weitere Vorsorge. Für viele Policen erhalten bisher vor allem Rentner und Pensionäre eine Steuerersparnis, aber das könnte der Bundes­finanzhof ändern, deshalb sollten alle Steuerzahler folgende Versicherungen abrechnen:

  • Haft­pflicht­versicherungen,
  • Arbeits­losen-, Erwerbs- und Berufs­unfähigkeits­versicherungen,
  • Zusatz­versicherungen für Chef­arzt­behand­lungen, Zahn­ersatz und Brillen,
  • Auslands­reise- und andere zusätzliche Kranken­versicherungen,
  • Kranken­tagegeld-, Kranken­haus­tagegeld-, Kurkosten­versicherungen,
  • Private Zusatz­pflege­versicherungen. Aufführen sollten Versicherte außerdem ihre Beiträge für die Versicherungen, um die beim Bundes­finanzhof gestritten wird, für
  • Risiko­lebens-, Unfall­policen und
  • Kapital­lebens­versicherungen mit Beginn vor dem Jahr 2005. Solche Vorsorgeaufwendungen bleiben in allen Einkommensteuer­bescheiden bis zur juristischen Klärung offen. Viele müssen vielleicht rück­wirkend anerkannt werden, wenn die Kläger den Muster­prozess gewinnen.

Angaben. Versicherte geben alle Vorsorgeaufwendungen auf der Anlage Vorsorgeaufwand an. Nur Angaben zu ihren Riester-Verträgen machen sie auf der Anlage AV.

Sonder­ausgaben - Aus dem Vollen schöpfen

Besonders viel bringen Angaben zu Sonder­ausgaben wie Spenden, Unterhalt an Expartner und Kirchen­steuern. Ohne Nach­weis berück­sichtigt das Finanz­amt bei jedem nur 36 Euro.

Kirchen­steuer. Die Kirchen­steuer, die viele gezahlt haben, ist meist schon höher als 36 Euro.

Spenden. Spenden, zum Beispiel für die Katastrophen­opfer auf den Philippinen, senken die Steuerlast. Auch Spenden an Parteien bringen Geld zurück. Von Beträgen bis 1 650 (Ehepaare 3 300) Euro geht die Hälfte direkt von der Steuerschuld ab. Das bringt bis zu 825 Euro (Ehepaare 1 650 Euro). Von höheren Zuwendungen zählen weitere 1 650 (Ehepaare 3 300) Euro als Sonder­ausgaben. Parteimitglieder sollten auch ihre Mitglieds­beiträge mit in der Steuererklärung angeben.

Unterhalt. Steuer­pflichtige, die nach der Trennung oder Scheidung an Expartner Unterhalt zahlen, dürfen bis zu 13 805 Euro absetzen. Bei 35 Prozent Grenz­steu­ersatz sparen sie damit 4 832 Euro Steuern. Über den Höchst­betrag hinaus erkennt das Finanz­amt Unterhalt bis zu den Basisbeiträgen für die Kranken- und Pflege­versicherung des früheren Part­ners an.

Angaben. Sonder­ausgaben wie Kirchen­steuern, Spenden und Unterhalt haben auf Seite zwei des Mantelbogens zur Steuererklärung ihren Platz. Beim Unterhalt muss der Expartner sich außerdem auf der Anlage U bereit­erklären, das Geld zu versteuern.

Haushalt - Steuerrabatt einlösen

Viel Steuern sparen Eigenheim­besitzer und Mieter, die Kosten für Helfer im Haushalt oder Garten abrechnen.

Dienst­leister. Wie viel das Finanz­amt anerkennt, ist unterschiedlich:

  • Ausgaben für Hand­werker zählen bis zur Höhe von 6 000 Euro.
  • Für Haus­halts­hilfen liegt der Höchst­betrag bei 20 000 Euro und
  • für Minijobber bei 2 550 Euro.

Steuerermäßigung. In allen Fällen zählen Arbeits-, Fahrt- und Maschinen­kosten. 20 Prozent zieht das Finanz­amt von der Einkommensteuer ab. Wer Hand­werkern 5 000 Euro zahlt, erhält 1 000 Euro zurück.

Winter­dienst. Jeder sollte auch die vollen Kosten für den Winter­dienst angeben. Zurzeit wird zwar nur das Räumen auf Privatgrund­stücken akzeptiert, nicht auf öffent­lichen Gehwegen. Doch darüber muss der Bundes­finanzhof entscheiden (Az. VI R 55/12). Lehnt das Finanz­amt ab, lohnt sich ein Einspruch.

Angaben. Angaben zu Helfern im Haushalt und Garten macht jeder auf Seite 3 des Mantelbogens.

11.02.2014
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