Steuererklärung 2013 Special

Alles angeben, sogar strittige Posten! Das ist in der Steuererklärung für 2013 wichtiger denn je. Es geht um mehrere hundert Euro für jeden.

Außergewöhnliche Belastungen - Grenzen ignorieren

Auf gar keinen Fall in der Jahres­erklärung weglassen sollten Steuerzahler außergewöhnliche Belastungen wie Arzt­kosten und Unterhalt.

Unterhalt. Zahlen Steuer­pflichtige Unterhalt an Lebens­gefährten, mit denen sie nicht verheiratet sind oder an Angehörige wie Eltern, können sie bis zu 8 130 Euro absetzen. Das sind 126 Euro mehr als 2012. Wer mehr als den Höchst­betrag aufbringt, kann zusätzlich Unterhalt in Höhe der Basisbeiträge abrechnen, die für die Kranken- und Pflege­versicherung fällig sind.

Pflege. 924 Euro Pflegepausch­betrag dürfen alle beantragen, die Angehörige mit Pfle­gestufe III pflegen. Das gilt jetzt für die Pflege in allen EU-Staaten, Liechten­stein, Norwegen und Island.

Krankheit. Kosten für Ärzte, Medikamente, Kuren oder Pflege­leistungen erkennt das Finanz­amt zurzeit nur an, wenn sie über die zumut­bare Belastung hinaus­gehen siehe Tabelle. Das könnte sich allerdings ändern, denn es gibt einen Muster­prozess. Der Bundes­finanzhof (BFH) soll klären, ob zwangs­läufige Krank­heits- und Pflege­kosten ohne Abzug der zumut­baren Belastung zählen müssen. Jeder sollte deshalb unbe­dingt alle außergewöhnlichen Belastungen in der Einkommensteuererklärung nach­weisen. Das Finanz­amt rechnet die Ausgaben im Steuer­bescheid nur noch vorläufig ab. Sollte die zumut­bare Belastung kippen, könnten auch Menschen mit geringeren Ausgaben profitieren.

Angabe. Alle außergewöhnlichen Belastungen gehören auf die Seite drei des Mantelbogens zur Einkommensteuererklärung.

Versicherungen - Mehr angeben als erlaubt

Versicherte machen möglichst viele Vorsorgeaufwendungen als Sonder­ausgaben geltend – auch wenn das Finanz­amt einige nicht berück­sichtigt.

Alters­vorsorge. Garan­tiert absetzen kann jeder Beiträge für die gesetzliche Renten­versicherung, für Versorgungs­werke, Rürup- und Riester-Verträge.

Kranken­versicherung. Auch für die gesetzliche und private Kranken- und Pflege­versicherung berück­sichtigt das Finanz­amt immer Ausgaben.

Weitere Vorsorge. Für viele Policen erhalten bisher vor allem Rentner und Pensionäre eine Steuerersparnis, aber das könnte der Bundes­finanzhof ändern, deshalb sollten alle Steuerzahler folgende Versicherungen abrechnen:

  • Haft­pflicht­versicherungen,
  • Arbeits­losen-, Erwerbs- und Berufs­unfähigkeits­versicherungen,
  • Zusatz­versicherungen für Chef­arzt­behand­lungen, Zahn­ersatz und Brillen,
  • Auslands­reise- und andere zusätzliche Kranken­versicherungen,
  • Kranken­tagegeld-, Kranken­haus­tagegeld-, Kurkosten­versicherungen,
  • Private Zusatz­pflege­versicherungen. Aufführen sollten Versicherte außerdem ihre Beiträge für die Versicherungen, um die beim Bundes­finanzhof gestritten wird, für
  • Risiko­lebens-, Unfall­policen und
  • Kapital­lebens­versicherungen mit Beginn vor dem Jahr 2005. Solche Vorsorgeaufwendungen bleiben in allen Einkommensteuer­bescheiden bis zur juristischen Klärung offen. Viele müssen vielleicht rück­wirkend anerkannt werden, wenn die Kläger den Muster­prozess gewinnen.

Angaben. Versicherte geben alle Vorsorgeaufwendungen auf der Anlage Vorsorgeaufwand an. Nur Angaben zu ihren Riester-Verträgen machen sie auf der Anlage AV.

Sonder­ausgaben - Aus dem Vollen schöpfen

Besonders viel bringen Angaben zu Sonder­ausgaben wie Spenden, Unterhalt an Expartner und Kirchen­steuern. Ohne Nach­weis berück­sichtigt das Finanz­amt bei jedem nur 36 Euro.

Kirchen­steuer. Die Kirchen­steuer, die viele gezahlt haben, ist meist schon höher als 36 Euro.

Spenden. Spenden, zum Beispiel für die Katastrophen­opfer auf den Philippinen, senken die Steuerlast. Auch Spenden an Parteien bringen Geld zurück. Von Beträgen bis 1 650 (Ehepaare 3 300) Euro geht die Hälfte direkt von der Steuerschuld ab. Das bringt bis zu 825 Euro (Ehepaare 1 650 Euro). Von höheren Zuwendungen zählen weitere 1 650 (Ehepaare 3 300) Euro als Sonder­ausgaben. Parteimitglieder sollten auch ihre Mitglieds­beiträge mit in der Steuererklärung angeben.

Unterhalt. Steuer­pflichtige, die nach der Trennung oder Scheidung an Expartner Unterhalt zahlen, dürfen bis zu 13 805 Euro absetzen. Bei 35 Prozent Grenz­steu­ersatz sparen sie damit 4 832 Euro Steuern. Über den Höchst­betrag hinaus erkennt das Finanz­amt Unterhalt bis zu den Basisbeiträgen für die Kranken- und Pflege­versicherung des früheren Part­ners an.

Angaben. Sonder­ausgaben wie Kirchen­steuern, Spenden und Unterhalt haben auf Seite zwei des Mantelbogens zur Steuererklärung ihren Platz. Beim Unterhalt muss der Expartner sich außerdem auf der Anlage U bereit­erklären, das Geld zu versteuern.

Haushalt - Steuerrabatt einlösen

Viel Steuern sparen Eigenheim­besitzer und Mieter, die Kosten für Helfer im Haushalt oder Garten abrechnen.

Dienst­leister. Wie viel das Finanz­amt anerkennt, ist unterschiedlich:

  • Ausgaben für Hand­werker zählen bis zur Höhe von 6 000 Euro.
  • Für Haus­halts­hilfen liegt der Höchst­betrag bei 20 000 Euro und
  • für Minijobber bei 2 550 Euro.

Steuerermäßigung. In allen Fällen zählen Arbeits-, Fahrt- und Maschinen­kosten. 20 Prozent zieht das Finanz­amt von der Einkommensteuer ab. Wer Hand­werkern 5 000 Euro zahlt, erhält 1 000 Euro zurück.

Winter­dienst. Jeder sollte auch die vollen Kosten für den Winter­dienst angeben. Zurzeit wird zwar nur das Räumen auf Privatgrund­stücken akzeptiert, nicht auf öffent­lichen Gehwegen. Doch darüber muss der Bundes­finanzhof entscheiden (Az. VI R 55/12). Lehnt das Finanz­amt ab, lohnt sich ein Einspruch.

Angaben. Angaben zu Helfern im Haushalt und Garten macht jeder auf Seite 3 des Mantelbogens.

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