Mantelbogen: Sparzeilen für alle

Auch private Ausgaben erkennt das Finanz­amt an. Krank­heits­kosten, Spenden oder Ausgaben für Helfer im Haushalt bringen Steuer­abzug.

Jeder kann zumindest einen Steuer­abzug geltend machen: Ausgaben für Dienst­leister im Haushalt und auf dem Haus­grund­stück. Wer damit alle Höchst­beiträge ausschöpft, hat schon mal 5 710 Euro Steuererstattung sicher. Es lohnt sich, dafür alle Rechnungen raus­zusuchen.

Anerkannt sind sogar die Ausgaben für einen Betreuer, der den Hund oder andere Haustiere daheim versorgt. Wer sie mit Rechnungen belegen kann, hat für 20 Prozent der Lohn­kosten einen Steuer­abzug sicher. Maximal zählen 20 000 Euro Lohn­kosten für haus­halts­nahe Dienste etwa für Putzen, Waschen, Garten­pflege, Pflege einschließ­lich für Arzt- und Botengänge.

Auch Neben­kosten zählen

So setzen Sie Ihre privaten Ausgaben im Mantelbogen ab.

Selbst Ausgaben, die Wohnungs­nutzer anteilig in ihrer Neben­kosten­abrechnung bezahlen müssen – zum Beispiel für den Hauswart oder die Haus­reinigung, zählen mit.

Ist der Hand­werker ins Haus gekommen, berück­sichtigt das Finanz­amt für 2012 maximal 6 000 Euro Lohn-, Fahrt- und Maschinen­kosten – zum Beispiel für das Reno­vieren und das Modernisieren von Bad und Küche oder das Reparieren und Warten der Heizung oder von Geräten im Haushalt. Auch der Möbel­einbau ist begüns­tigt. 20 Prozent dieser Kosten zählen. Maximal sind 1 200 Euro Steuer­abzug drin.

Tipp: Rechnen Sie auch Ausgaben für Arbeiten auf dem angrenzenden Grund­stück ab – etwa wenn Sie Ihren Wasser­anschluss erneuerten. Ob sie zählen, muss der Bundes­finanzhof noch klären (Az. VI R 56/12).

Falle bei den Krank­heits­kosten

So setzen Sie Beiträge in der Anlage Vorsorgeaufwand ab.

Für Menschen, die Geld für einen Pflege­dienst oder andere Pflege­kosten im letzten Jahr für sich, den Ehepartner oder ihre Kinder gezahlt haben, kann jedoch ein anderer Steuer­abzug güns­tiger sein.

Statt ihre Kosten nur bei den haus­halts­nahen Diensten abzu­rechnen, sollten sie ihre Ausgaben vorrangig als außergewöhnliche Belastung absetzen. Zwar müssen sie dann eine zumut­bare Belastung allein tragen. Doch für den Eigen­anteil bekommen sie einen zusätzlichen Steuer­abzug als haus­halts­nahe Dienst­leistung.

Beispiel: Das Ehepaar Krause gab 2 000 Euro für einen Pflege­dienst und 1 500 Euro für Zahn­ersatz aus. Die macht es im Mantelbogen in Zeile 68 und 69 als außergewöhnliche Belastungen geltend. Da 2 000 Euro als zumut­bare Belastung unter den Tisch fallen (5 Prozent von 40 000 Euro Einkünften), kann es noch 1 500 Euro geltend machen.

Jetzt können Krauses aber außerdem ihre zumut­bare Belastung von 2 000 Euro bei den haus­halts­nahen Diensten in Zeile 71 absetzen. Das bringt ihnen 400 Euro Steuerermäßigung (20 Prozent von 2 000 Euro). Zusammen mit ihren außergewöhnlichen Belastungen kommen sie inklusive Solidaritäts­zuschlag bei 30 000 Euro Einkommen auf 810 Euro Steuerersparnis.

Hätte das Paar seine Pflege­kosten nur als haus­halts­nahe Dienst­leistung abge­rechnet, bekäme es nur die 400 Euro Steuer­abzug für den Pflege­dienst. Die Zahn­arzt­rechnung hätte sich jedoch dann gar nicht steuerlich ausgewirkt.

Unterhalt auch für Lebens­gefährten

Häufig wissen viele nicht, dass auch Unterhalt für den Lebens­partner zählt, wenn ihm wegen des Zusammen­lebens keine oder weniger Unterstüt­zung vom Staat zusteht. Der Unter­halts­verpflichtete kann bis zu 8 004 Euro im Jahr absetzen – zuzüglich der Beiträge für die Basis­versorgung in der Kranken- und Pflege­versicherung.

Beispiel: Ronni Teil, der seit 2012 arbeitet, lebt mit seiner Freundin Leonie zusammen. Leonie studierte bis Juni 2012. Bis dahin erhielten ihre Eltern für sie noch Kinder­geld. Bis Ende des Jahres war Leonie arbeitslos und bekam wegen der Lebens­gemeinschaft kein Arbeits­losengeld II. Ronni Teil kann deshalb 4 002 Euro (6 x 667 Euro) in der Anlage Unterhalt Zeile 7 absetzen. Darüber hinaus zählen die Kranken- und Pflege­versicherungs­beiträge bei seiner Erklärung. Für seine 4 300 Euro Aufwendungen bekommt er mit 30 000 Euro Einkommen 1 386 Euro Steuern inklusive Soli zurück.

Ronni muss – außer für die Kranken- und Pflege­versicherung – für den Unterhalt keine Ausgaben nach­weisen. Es genügt, dass er für Unterkunft und Verpflegung sorgt.

Tipp: Unterstützen Sie Ihre Eltern, die im Heim leben, zählen diese Kosten bis zu 8 004 Euro als Unterhalt und darüber hinaus als außergewöhnliche Belastungen mit zumut­barer Belastung.

Spenden, Kirchen­steuer und Riester

Weitere Erspar­nisse im Mantelbogen bringen Spenden, Mitglieds­beiträge, Unterhalt für den Ex und gezahlte Kirchen­steuer.

Auch Riester-Sparer haben häufig noch was gut. Über die Anlage AV beantragen sie den Sonder­ausgaben­abzug für ihre Beiträge. Dann prüft das Finanz­amt, ob der ihnen mehr bringt als die Zulagen für 2012.

Dieser Artikel ist hilfreich. 40 Nutzer finden das hilfreich.